Für Rolf Caviezel geht nichts ohne die Molekularküche. Foto: © Lukas Grument
Für Rolf Caviezel geht nichts ohne die Molekularküche. Foto: © Lukas Grument

Dem Nachwuchs empfiehlt er eine solide Grundausbildung. »Wer die Freude am Kochen kennt, mit Herzblut dabei ist und offen bleibt für Neues, wird immer Spaß und Erfüllung in seinem Beruf finden, so der gebürtige St. Galler.

Was macht für dich die Molekularküche aus?
Die Molekulare Küche verbindet für mich zwei wichtige Elemente: Das Kochen als Kunst und die Experimentierfreudigkeit. Das Verständnis was mit einem Produkt beim Kochvorgang passiert, aber auch das Erforschen von neuen Techniken und Geräten.

Was hat dich dazu bewegt, deinen Fokus auf die Molekularküche zu legen?
Die Inspiration etwas Neues zu schaffen, fasziniert mich immer wieder. Das kann sich auch auf viele kleine Dinge wie Gerüche beziehen. Die klassische Küche dient als Grundausstattung, doch diese Art zu kochen verschafft mir Freiheit und Kreativität und darum lebe ich sie in vollen Zügen aus.

Wie gehst du mit Kritik um?
Es gibt nach wie vor einen großen Boom um die molekulare Küche und das spüren wir auch ganz stark in unserem eigenen Restaurant »Station 1«. Unsere molekularen Dinner sind über Monate hinweg ausgebucht und die Kochkurse werden gerne besucht. Auch Aufträge aus der Lebensmittelindustrie lassen darauf schließen, dass die Begeisterung noch immer anhält.

Du hast die erste Schweizer Plattform für Molekularküche ins Leben gerufen. Deine Motivation dahinter?
Mein Entdeckungsgeist und meine Experimentierfreudigkeit. Die molekulare Küche bringt die Wissenschaft an den Herd und setzt neue Akzente in innovativen Projekten um. Das neuste Projekt heißt Erde: Kann man mit Erde kochen? Ein Team aus namhaften Wissenschaftlern von der Universität Graz und ich als Experimentalkoch, wollen dieses einzigartige Projekt nächstes Jahr vorstellen. Die molekulare Küche spricht Berufskollegen wie auch Hobbyköche an, ebenso dienen meine Bücher als Lehrgrundlage.

Welche Ziele verfolgst Du?
Ich möchte meine Begeisterung für die molekulare Küche weitergeben und mit Interessierten teilen. Bei meinen Büchern ist für jeden etwas mit dabei. Vom Buch »Molekulare Küche do it yourself«  über »Meine Veggie Küche« bis hin zum Werk »Das Parfüm der Küche«, welches für etwas mehr Fachsimpeln sorgt.

Karriereprofil Rolf Caviezel:
Rolf Caviezel wurde 1973 in St. Gallen geboren. Nach seiner Kochlehre im Gastrocenter St. Gallen arbeitete er unter anderem im Grand Hotel Dolder in Zürich, im Quellenhof Bad Ragaz und im Suvretta House in St. Moritz. Er schloss die Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich ab und ließ sich zum Gastronomie-Koch Spital & Heim ausbilden. Auf der stetigen Suche nach der Weiterentwicklung der klassischen Küche ließ er sich von den Molekular-Pionieren Ferran Adrià und Heston Blumenthal inspirieren. Seit August 2010 hat er seinen ersten Betrieb in Grenchen »Station 1«. Bereits nach einem Jahr wurde er mit diesem in der Sparte Trend mit dem »Best of Swiss Gastro Adward« ausgezeichnet. Nebenbei bietet er mit seiner Firma freestylecooking GmbH Kurse an, in welchen er den experimentierfreudigen Laien die Grundregeln der Molekularküche vermittelt. Er gilt als erfolgreichster Kochbuchautor in der Schweiz, seine Werke wurden mehrfach ausgezeichnet. Rolf Caviezel arbeitet eng mit der Universität Graz, dem Offenen Labor (Prof. Helmut Jungwirth) und dem renommierten Prof. Thomas Vilgis (Mainz) zusammen.

»Der fliegende Ballon« von Rolf Caviezel. Foto © Andreas Thum

www.freestylecooking.ch

(von Alexandra Gorsche)

 

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