Moët Hennessy kauft Hälfte von Jay-Z Champagner

Jay-Z's Champagner in der charakteristischen goldenen Flasche

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Die Champagnermarke von Jay-Z »Armand de Brignac« ist nun auch Teil von Moët Hennessy.

Jay-Z's Champagner in der charakteristischen goldenen Flasche

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Mitten in der wirtschaftlich angespannten Lage der Corona-Pandemie sorgen Moët Hennessy und Jay-Z mit einem Deal für Schlagzeilen: Der US-Rapper verkauft 50 Prozent seiner Champagnermarke Armand de Brignac, die unter dem Kultnamen »Ace of Spades« bekannt ist, an Moët Hennessy. Das Geschäft sei vergangene Woche via Videokonferenz abgewickelt worden, berichtet »The New York Times«. Die Höhe der Transaktion wollten beide Seiten nicht verraten.

Schon 2019 sollen die Verhandlungen über eine Beteiligung gestartet worden sein. Die Gespräche seien zwischen Jay-Z und dem befreundeten französischem Unternehmer Bernard Arnault eingefädelt worden. Arnault ist Chef des Luxuskonzerns »LVMH«, zu dem auch Moët Hennessy gehört. 

Win-Win-Situation

Der Zeitpunkt des Investments mag angesichts der weltweiten Corona-Krise verwundern. Die Luxusbranche leidet unter den Folgen der Maßnahmen – Gastronomie und Clubs sind geschlossen, große Feiern fallen aus. Im Fall von Jay-Zs Champagner soll sich das Defizit nach einem ersten starken Abfall nun auf 20 Prozent stabilisiert haben. 

Bei dem Geschäft würde Moët Hennessy jedoch nicht nur Anteile an »Armand de Brignac« kaufen, sondern auch kulturelles Know-How und den Eintritt in einen neuen Markt erwerben. »Wir müssen aufholen«, sagt der Chef von Moët Hennessy Philippe Schaus der »New York Times«. Jay-Z hätte einen neuen Konsumenten für Champagner geschaffen, dieses Segemnt wolle Moët Hennessy nun für sich erschließen.

»Diese Beziehung wird uns ein besseres Verständnis über den Markt von morgen beibringen.«
Philippe Schaus, Vorstandsvorsitzender »Moet Hennessy«

Auch für Jay-Z springen aus der Partnerschaft mit »Moet Hennessy« Vorteile heraus. Sein Champagner, der in markante goldene Flaschen gefüllt wird (Kostenpunkt rund 260 Euro pro Flasche), wird bisher vorrangig in den USA verkauft – im Geschäftsjahr 2019 sollen es eine halbe Million Flaschen gewesen sein. Mit dem umfangreichen Vertriebsnetzwerk von Moët Hennessy könnte »Ace of Spades« bald die ganze Welt erobern.

Jay-Z kaufte Marke nach Boykott

Dem Champagner war Jay-Z bereits vor der Etablierung seiner eigenen Marke nicht abgeneigt. Sein damaliger Lieblingschampagner Roederer Cristal war besonders unter schwarzen Jugendlichen beliebt, die mit dem exklusiven Schaumwein ihren 21. Geburtstag feierten. Jay-Z's Vorliebe fand ein Ende, als sich jedoch Frederic Rouzard, der Chef des Mutterkonzerns, 2006 in einem Interview mit »The Economist« kritisch über die junge, schwarze Zielgruppe äußerte. Jay-Z warf dem Unternehmen Rassismus vor und boykottiert seit dem die Marke.

Der Rapper wechselte daraufhin zu der damals eher unbekannten Champagner-Marke »Armand de Brignac«. Er ließ die goldenen Flaschen in seinen Musikvideos vorkommen (»Show Me What You Got«) und verkaufte sie in seinen Clubs. 2014 kaufte der Künstler das gesamte Haus auf und wurde so zum Eigentümer von »Armand de Brignac«. Wenn man der Lyrics seines Songs »What's Free« glauben möchte, war die Marke 250 Millionen Euro wert. 

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