Moët Hennessy goes Rosé

Das provenzalische Château d’Esclans im Esclans-Tal

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Das provenzalische Château d’Esclans im Esclans-Tal

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http://www.falstaff.at/nd/moet-hennessy-goes-rose-1/ Moët Hennessy goes Rosé Zwei komplett unterschiedliche Weingüter, zwei diametral verschiedene Herangehensweisen. Und doch verbindet die provenzalischen Rosé-Produzenten Château d’Esclans und Château Galoupet eine Gemeinsamkeit: Beide wurden 2019 von Moët Hennessy übernommen. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/8/d/csm_21-Moet-Weingueter-Rose-c-beigestellt-2640_7a99f09b44.jpg

Gleich zweimal hat Moët Hennessy in den letzten Tagen in Zürich in Sachen Rosé auf sich aufmerksam gemacht: zunächst mit einer Einladung ins »Baur au Lac«, wo die neueren Weine des Château d’Esclans im Beisein von Rosé-Pionier Sacha Lichine verkostet wurden. Und wenige Tage später in der »Neuen Taverne« in Form einer herzlichen Begegnung mit Jessica Julmy, die bei Moët Hennessy für das Weingut Château Galoupet und für einige spektakuläre Neuerungen bei der Vermarktung von Roséwein verantwortlich ist. Doch der Reihe nach:

Château d’Esclans – vom Massen- zum Luxusprodukt

Château d'Esclans liegt im Herzen des Departements Var im Esclans-Tal auf einer Anhöhe über La Motte. Das Schloss wurde Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Ruinen einer bereits im Frühmittelalter erwähnten Burg errichtet. Das Gut umfasst heute knapp 270 Hektar, wovon rund 70 mit qualitativ hochwertigen, teils über 80 Jahre alten Reben bepflanzt sind. Geplant ist eine Erweiterung um noch einmal rund 60 Hektar Weinland.

Berühmt geworden ist das Château d’Esclans spätestens ab 2006, nachdem Rosé-Pionier Sacha Lichine das Gut übernommen hatte in der Absicht, hier künftig nicht länger Masse, sondern den besten Roséwein der Côtes de Provence zu produzieren. Dank neuer, revolutionärer Produktionsmethoden kam er seiner Vision ziemlich nahe, und er schaffte es auch, Rosé weltweit (und insbesondere auf dem US-Markt) zu einem gefragten Luxusgut zu machen. Aufgrund dieses Großerfolgs übernahm Moët Hennessy Ende 2019 die Aktienmehrheit an der Marke.

Verkostet wurden im Zürcher »Baur au Lac« auf Einladung von Moët Hennessy und Swiss Deluxe Hotels sowie in Anwesenheit des amtierenden Sommelier-Weltmeisters Marc Almert (aus der Geschäftsleitung von Baur au Lac Vins) insgesamt fünf Côtes-de-Provence-Weine sowie ein Vin du Pays aus dem Departement Var: Konkret waren dies Garrus (2020), Les Clans (2020), Whispering Angel (2021), ROCK Angel (2020), Château d’Esclans (2020) und The Pale (Vin du Pays du Var, 2021).

Château Galoupet – von der schlafenden Schönheit zum Naturparadies

Einen komplett anderen Hintergrund hat Château Galoupet. Als Moët Hennessy im Mai 2019 (also noch vor dem Kauf des Château d’Eclans) das heruntergekommene provenzalische Weingut Château Galoupet aufkaufte, hatte nichts auf die spannenden Storys hingedeutet, die Jessica Julmy im Frühjahr 2022 in Zürich zum Besten geben konnte:

Die 34-jährige Schweizerin, die früher für Krug tätig war, sitzt in der »Neuen Taverne« in Zürich und beschreibt das mulmige Gefühl, das sie vor knapp drei Jahren bei Antritt ihrer Stelle als neue Geschäftsführerin von Château Galoupet beschlich: »Der ehemalige Besitzer hatte das Gut als Event-Location für Hochzeiten genutzt. Die Weinberge waren komplett vernachlässigt, die Reben in einem grauenhaften Zustand. Ich wusste gar nicht, wo ich anfangen soll.«

Den ersten Zugang erhielt Julmy, als sie bei ihren Recherchen in regionalen Archiven auf eine Urkunde aus dem 18. Jahrhundert stiess, die einen Ort namens Le Galoupe erwähnte. Schon damals war dort Wein produziert worden, und es stellte sich heraus, dass es sich um das heutige Château Galoupet handeln musste. Dieses liegt zwischen Marseille und Cannes, genauer gesagt in La Londe-les-Maures, östlich von Toulon am Nordrand der Salinen von Hyères, eingeklemmt zwischen dem Meer und einem hügligen, bewaldeten Hinterland.

Auf 69 Hektar des Anwesens kann Wein angebaut werden, 77 Hektaren sind bewaldet. Das Gut war bereits 1955 als »Cru Classé Côtes de Provence« klassifiziert worden. Doch 2019 war davon kaum mehr etwas zu spüren gewesen. Das Anwesen hatte in den letzten 200 Jahren nicht weniger als 15 unterschiedliche Besitzer gehabt. Über 60 Prozent der Reben mussten ausgerissen und neu angepflanzt werden. Trotzdem war es das erklärte Ziel, dass man hier dereinst einen grossen Rosé-Wein produzieren will. Und alle Beteiligten wissen, was das bedeutet: Viel Zeit. Und harte Arbeit.

Als Jessica Julmy mit dieser Vorstellung in das schwierige Stück Land eintauchte, hatte sie die zweite Offenbarung: »Der Ort hatte etwas Magisches und war für mich wie eine schlafende Schönheit, die man sanft wachküssen muss.« Sie erkannte, wie intakt hier alles geblieben war durch die an sich widrigen Umstände. Und dass sie möglichst viel davon erhalten wollte.
»Ich hatte einen Tagtraum, der immer klarer wurde«, erinnert sie sich lebhaft: »Ich stellte mir vor, wie die Besucher künftig durch das Weingut spazieren und dabei die ganze Region kennenlernen können – von der Geologie über die natürlich Flora und Fauna bis hin zu den hofeigenen Bienenstöcken

100 Prozent organische Produktion angestrebt

Kein Giftstoff gelangt deshalb auf Château Galoupet zum Einsatz. Die gesamte Produktion ist organisch und natürlich. Und das Wichtigste laut Julmy, »dass wir gute Qualität produzieren und dabei ein Gleichgewicht zwischen der Weinqualität und der Sorge für die Umwelt herstellen. Alles andere«, findet sie, »wäre nicht zielführend.«

esclans.com
chateaugaloupet.com

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