Méthode Traditionnelle: Die Champagnermethode

Beim Drehen der Flaschen, dem sogenannten Rütteln, wird die Hefe in den Flaschenhals befördert.

© Comité Champagne

Beim Drehen der Flaschen, dem sogenannten Rütteln, wird die Hefe in den Flaschenhals befördert.

© Comité Champagne

Reben werden in der Champagne in Nordfrankreich nachweislich seit dem 5. Jahrhundert kultiviert. Und schäumende Weine gab es hier schon lange bevor die heute angewandte Méthode traditionnelle entwickelt oder benannt wurde. Bereits im 17. Jahrhundert füllten die Winzer der Champagne ihren Wein in Flaschen und gehörten damit zu den Ersten, die das taten. Im Herbst gärten die Weine in dem kühlen Landstrich allerdings oft nicht ganz durch, bevor sie abgefüllt wurden. Im Frühling begannen diese Weine in der Flasche manchmal erneut zu gären und waren somit prickelnd.

In der alten Zeit galt das CO2 im Champagnerwein eher als Makel, was sich dank der Engländer allerdings bald änderte. Diese kamen nämlich als Erste auf den Geschmack des prickelnden Weins aus Nordfrankreich. Die Erfindung der Méthode traditionnelle, wie sie heute für die Herstellung eines Champagners, aber auch eines Crémants und Cavas vorgeschrieben ist, wurde also durch England befeuert. Bis man wusste, wie viel Zucker einem Wein zugegeben werden muss und wie lange man danach warten muss, um am Ende einen angenehm prickelnden Schaumwein genießen zu können, sollten viele Jahre und Fehlschläge vergehen. Es war der Mönch Dom Pérignon, der die Méthode traditionnelle zu dem machte, was sie heute ist. Er führte etwa den Verschnitt von verschiedenen Weißweinarten ein und kelterte als Erster roten Wein aus weißen Trauben.

Die Kreidekeller der Champagne sind legendär. Unter den weißen Gewölben reifen die Weine oft viele Jahre in ihren Flaschen heran.

Die Kreidekeller der Champagne sind legendär. Unter den weißen Gewölben reifen die Weine oft viele Jahre in ihren Flaschen heran.

© Michel Guillard

Die Flaschen verschloss er mit einem Korken, der mit Kordeln am Flaschenhals gesichert wurde. Auch wenn Dom Pérignon also nicht der Erfinder der Methode ist, maßgeblich mitgeprägt hat er sie allemal. Egal wo man die traditionelle Methode heute angewendet, überall funktioniert sie in etwa gleich. Es wird zunächst ein Stillwein, ein sogenannter Grundwein, hergestellt. Dieser wird je nachdem in Holzfässern oder anderen Gebinden gelagert – und das oft über viele Jahre. Danach wird dieser stille, trockene Wein mit Hefe und Zucker, der sogenannten Tirage, versehen, in Flaschen gefüllt und dort ein zweites Mal vergoren: Die »Prise de mousse« – die »Schaumgewinnung« – nimmt ihren Lauf.

Die Reifung und letzte Schritte

Anschließend folgt eine Reifung »sur lattes«, also auf der bereits abgestorbenen Hefe. Beim Champagner dauert diese mindestens 15 Monate, bei Jahrgangschampagner gar drei Jahre. Die sogenannte Autolyse sorgt für die Entwicklung von so typischen Aromen wie Brioche oder Nüssen, zudem ermöglicht sie eine besonders feine, lang anhaltende Perlage. Der letzte Schritt der Schaumweinbereitung nach traditioneller Methode ist das Degorgieren. Hierbei werden die Flaschen so gelagert, dass die Hefe in den Flaschenhals wandert – diese wird durch Öffnen der Flasche entfernt und dem Wein ein Gemisch aus Schwefel, Wein und Zucker beigegeben: Die sogenannte Versanddosage bestimmt über den Zuckerlevel im fertigen Wein, also über die Geschmackskategorie.

Ausnahmen sind Weine der Kategorie Brut Nature, die natürlich trocken und ohne Zugabe einer Versanddosage vermarktet werden. Eine Abwandlung der Méthode traditionnelle ist das sogenannten Transvasierverfahren, hierbei entfällt das aufwändige Degorgieren, die Weine werden der Flasche entnommen, filtriert und dann mit Druck wieder in Flaschen gefüllt. Die Méthode traditionnelle hat von der Champagne ihren Siegeszug in die ganze Welt angetreten –  Schaumweine entstehen mit ihrer Hilfe heute in fast allen Anbauregionen.


So schmecken die Weine:

Weine aus traditioneller Flaschengärung zeigen oft Noten von Gebäck oder Nüssen, die auf die Lagerung auf der Hefe zurückzuführen sind. Richtig und vor allem mit genügend Zeit angewandt, führt die Méthode traditionnelle zu besonders eleganten Schaumweinen mit feiner Perlage und großer Cremigkeit.

Synonyme:

  • Méthode champenoise
  • Traditionelle Flaschengärung

Berühmte Schaumweine, die so hergestellt werden:

  • Champagner
  • Crémant
  • Cava
  • Winzersekt

ERSCHIENEN IN

Falstaff Sparkling Special 2019
Zum Magazin

Mehr zum Thema

News

Wein-Charity-Auktion für das Integrationshaus

Die Versteigerung von besonderen Weinen und Raritäten für den guten Zweck hat mittlerweile schon Tradition. Corona-bedingt findet sie 2020 in...

News

Sauvignon Blanc: Eine Erfolgsgeschichte

Sauvignon Blanc führte in den heimischen Weinbergen lange Jahre ein Schattendasein. Erst in den letzten Jahrzehnten haben Winzer die Steiermark zu...

News

Warum die Hirtzberger Rieslinge weltbekannt sind

Der Riesling aus der Wachauer Terrassenlage Ried Singerriedel vom Weingut Hirtzberger ist der vielleicht bekannteste Weißwein Österreichs. Seit dem...

Cocktail-Rezept

Brombeer-Rosmarin-Sparkler

Prickelnder Genuss: Dem Champagner wird durch selbstgemachten Brombeersirup eine fruchtige Note verliehen.

News

Dom Pérignon stellt seinen P2 2002 vor

Zur Präsentation des neuen Vintage-Jahrgangs lud das Champagnerhaus Gäste aus der ganzen Welt an einen ganz besonderen Ort ein.

Cocktail-Rezept

Nocturne

Bartender Kan Zuo kreiert mit Champagner und Sepiatinte-Essenz eine neue Variante des Negronis.

Cocktail-Rezept

Mimosa

Für das besondere Prickeln in diesem Cointreau-Drink sorgt Champagner.

News

Pulverschnee und das besondere Prickeln

Dom Pérignon zelebriert kulinarische Genüsse im Rahmen eines exklusiven Ski-Wochenendes im »Naturhotel Forsthofgut«.

Advertorial
News

Jungfernfahrt: Dom-Pérignon-Gondel

Noch bis Sonntag verkehrt auf der Rüfikopf-Bahn in Lech eine Gondel mit Dom-Pérignon-Genussprogramm – Falstaff war bei der Jungfernfahrt mit dabei!

News

High-End Event mit Dom Pérignon gewinnen!

Arlberg/Rüfikopf: Exklusive Gondelfahrt mit Starkoch Thorsten Probost und einer Verkostung der Dom Pérignon Champagner-Editionen an Bord.

News

Dom Pérignon in großer Höhe

Champagnerspektakel über den Lecher Alpen: Die »Rüfikopf Gondel« wird zum Verkostungsort. Mit an Bord ist Starkoch Thorsten Probost.

News

Jahrgangs-Champagner 2008: Klassische Finesse

Schon lange wurde kein Champagner-Jahrgang mit so viel Sehnsucht erwartet wie der 2008er. Jetzt ist er erhältlich und lässt die Vorfreude voll...

News

Exklusiv-prickelnde Pop-Ups in der Wiener City

Moët & Chandon lädt im »Winter Chalet on Ice« und im »Am Hof Wintergarten« zum Charity-Champagnergenuss zugunsten von Licht ins Dunkel.

Advertorial
News

Voller Genuss: Champagnergläser im Falstaff-Test

Schaumwein- und Champagnergläser gibt es in Hülle und Fülle. Angeboten werden für die sprudelnden Weine Schalen, Flöten, Kelche, aber auch...

News

Perrier-Jouët und Mode von Lena Hoschek

Im »Grand Ferdinand« wurde das Private-Pop-Up der Designerin von wunderbarem Champagner begleitet.

News

Dom Pérignon 2008 und ein Generationenwechsel

Ein neues Gesicht an der Spitze: 15 Dom Pérignon Jahrgänge prägte Chef de Cave Richard Geoffroy – nun übernimmt Vincent Chaperon.

Cocktail-Rezept

Liaison

Barkeeper Lukas Hochmuth & Michael Reinhart kreierten diesen festlichen Champagner-Cocktail.

Cocktail-Rezept

Old Cuban

Der Champagner-Cocktail aus dem »Pegu Club« in New York.

Cocktail-Rezept

Minze im Pool

Die erfrischende Minze aus dem Garten, kombiniert mit allerlei Köstlichkeiten von der Traube, rundet das reiche Aroma von Veuve Clicquot Rich ideal...