Marktwirtschaft: Kulinarik-Concept-Store eröffnet

Die »Marktwirtschaft« präsentiert sich als wetterfester Marktplatz mit ausgesuchten Spezialitäten.

© Falstaff, Topitsching

Die »Marktwirtschaft« präsentiert sich als wetterfester Marktplatz mit ausgesuchten Spezialitäten.

Die »Marktwirtschaft« präsentiert sich als wetterfester Marktplatz mit ausgesuchten Spezialitäten.

© Falstaff, Topitsching

»Da g'hört was Schönes rein«, dachte sich Michael Schuster, als er vor einiger Zeit am Geschäftslokal in der Wiener Siebensterngasse 21 vorbeiging. Nach internationalem Vorbild hat er nun ebendort und gemeinsam mit Geschäftspartner Lucanus Polagnoli die »Marktwirtschaft« eröffnet. Am Projekt beteiligt sind auch die begnadeten Food-Netzwerkerinnen der Coolinary Society, Dani Terbi und Nina Mohimi. In der »Marktwirtschaft« sehen sie die Offline-Variante ihres Projekts »Taste Austria« – eine Online-Plattform für Kulinarische Klein(st)-Betriebe. Mit dem Concept-Store will Schuster »dem Grundprinzip der Marktwirtschaft entsprechen: Angebot trifft auf Nachfrage.«

Genuss-Rundgang

Betritt man die »Marktwirtschaft« wird man mit Kaffee von Kaffemik empfangen. Den gibt's auch als Take-Away bereits ab 8 Uhr morgens. Schlendert man im rund 400 Quadratmeter großen, offen gestalteten Raum weiter, gelangt man zu den Fixgrößen der »Marktwirtschaft«. Von Dienstag bis Sonntag (!) gibt's hier Fleisch und die vielfach prämierte Blutwurst von Franz Dormayer. Seit Neuestem hat er auch eine vegane (ja, richig gelesen) Blutwurst im Repertoire seiner Blunzn-Spezialitäten, das mehr als 50 Sorten umfasst. Frisches Raritätengemüse (auch eingekocht), Kräuter & Co kommen vom Biohof Rapf, zudem gibt's innovative Getränke, eine feine Käseauswahl von Christian Pöhl und ofenfrisches Brot der Holzofen-Bäckerei Gragger. Auch diverse Produkte, die die Initiatoren auf ihren Reisen aufstöbern, finden ihren Weg in die Marktwirtschaft. Etwa die Sardinen aus Portugal, denen Schuster gleich ein ganzes Regal gewidmet hat.

Sardinen-Sammlung
Sardinen-Sammlung

© Falstaff, Topitschnig

Hubert Peters »Schätze«
Hubert Peters »Schätze«

Foto beigestellt

Vielfalt und Pop-Ups

Im mittleren Bereich der »Marktwirtschaft« befindet sich ein flexibel bespielbarer Raum, in dem sich  Produzenten wochenweise einmieten können. »Die Standmiete beträgt zwischen 250 und 400 Euro, je nach Produktkategorie«, erklärt Schuster. Und weiter: »Jeder Marktstand sollte auch was anbieten, das man vor Ort verkosten kann.« Auch ein eigener Pop-Up-Bereich für Themenschwerpunkte oder auf eine Produktkategorie bezogene Aktionen auf Zeit ist vorgesehen.

»Die Liebe« geht bekanntermaßen durch den Magen

Ist man mit dem Schmökern und Verkosten fertig, kann man sich im hinteren Bereich, der vom Restaurant »Die Liebe« (Eröffnung am 17.11.) bespielt wird, verwöhnen lassen. Jürgen Bauer und David Kreytenberg alias der »Wirt der Liebe« vom Konzeptbüro YES US (unter anderem verantwortlich für die Eventreihe Albert & Tina) haben sich für ihr Restaurantprojekt hochkarätige Verstärkung geholt: in der Küche steht Alfred Schoch (ehemals Palais Hansen Kempinski) und in der Bar bekommt Hubert Peter (vorher Barchef im Restaurant »Kussmaul« und 2014 als »Falstaff Rookie-Bartender« des Jahres ausgezeichnet) eine Bühne geboten.

Weltreise in kleinen Häppchen

Kulinarisch wird »Die Liebe« ein breites Spektrum bieten: »Wir haben den ganzen Tag als Spielraum, den wir auch nutzen wollen«, so David Kreytenberg. Gestartet wird mit Frühstück zu dem sich Kreytenberg auch Specials wie Morgen-Yoga vorstellen kann. Weiter geht's mit abwechselnden Mittagsgerichten, bei denen es auch stets eine vegetarische bzw. vegane Variante geben wird. Nachmittags gibt's ein Afterworks-Aperitivo-Angebot und abends verwandelt sich »Die Liebe« in ein Restaurant mit Event-Option – DJ-Line-Up inklusive. Zentrales Element der Karte werden Tapas sein (€ 5,– bis € 8,–) – »aber nicht nur mediterrane«, wie Kreytenberg unterstreicht. Vielmehr lässt sich Schoch von seinen internationalen Stationen und den in der »Marktwirtschaft« angebotenen Produkten zu kleinen Gerichten inspirieren, etwa einen mit Dormayer-Blutwurst gefüllten Corn-Dog. Mit den Tapas wolle man zudem auch die soziale Komponente des Essens forcieren.

Fünf bis zehn fixe Standln wird es in der »Marktwirtschaft« geben, der Rest des Raums wird flexibel vermietet
Fünf bis zehn fixe Standln wird es in der »Marktwirtschaft« geben, der Rest des Raums wird flexibel vermietet.

Foto beigestellt

Gutes und gemeinschaftliches Essen ist im Restaurant »Die Liebe« eine Herzensangelegenheit
Gutes und gemeinschaftliches Essen ist im Restaurant »Die Liebe« eine Herzensangelegenheit

© Falstaff, Topitschnig

Radikal anders

»Die Kreativität steht bei uns ganz klar im Vordergrund, als Basis braucht es aber immer das Handwerk«, erklärt Julian Steindorfer, der als Teil des Konzept-Teams »Die Liebe« mitgestaltet hat. Kreativität und Handwerk finden auch an der Bar auf außergewöhnliche Weise in Person von Hubert Peter zusammen. Seine »Petit Pours« – kleine Drink-Häppchen in Anlehnung an die Tapas – kreiert er ausschließlich aus selbstgemachten Zutaten. Diverse Liköre »reifen« in Rexgläsern an der Bar, das Tonic wird selbst gebraut. »Es geht darum, Geschmäcker zu trinken und wir verzichten in der Bar auf sämtiliche Markenprodukte«, erklärt Peter seinen radikalen Ansatz. Lediglich Apfelsaft, ein Schankbier und Wein werden zugekauft. Apropos Wein: da konzentriert man sich im Restaurant »Die Liebe« auf Natural Wines und vertraut dabei auf Berater wie Leo Kiem. Im Weinregal werden sich die Gäste ihre Weine direkt aussuchen und gegen ein Korkgeld Flaschenweise im Restaurant konsumieren können.

Es sind nicht nur die Produkte bzw. das Restaurant- und Bar-Angebot, sondern vor allem die Produzenten und Akteure mit ihren Geschichten, die diesen Ort zu etwas Besonderem machen. »Wir wollen den Raum öffenen und mal schauen, was passiert«, sagt Michael Schuster. Da sind wir schon gespannt!


Marktwirtschaft
Siebensterngasse 21, 1070 Wien
Öffnungszeiten:
Markt: 9-20 Uhr
Restaurant »Die Liebe«: 9-24 Uhr (ab 17.11.)
www.marktwirtschaft.at


(von Marion Topitschnig)

 

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