http://www.falstaff.at/nd/marktleben-zwischen-kukuruz-und-zucchini/ Marktleben: Zwischen Kukuruz und Zucchini Kulinarische Neugier öffnet Türen – nicht nur in der Küche, sondern auch im Dialog mit anderen Kulturen.

Sie sind ein Erfolgsmodell: die Wiener Märkte. Auf 90.000 Quadratmetern Gesamtfläche bieten rund 900 ständige Marktbetriebe sowie 600 Bäuer­innen und Bauern ihre Ware an. Was die Wiener Märkte so erfolgreich macht, ist einerseits das Verschmelzen der Kulturen und ihrer Produkte sowie andererseits der direkte Draht zum Hersteller. Jede Woche besuchen etwa 326.000 Menschen mindestens einen Wiener Markt – das sind um 20.000 Personen mehr als noch vor fünf Jahren. »Das Schöne an den Märkten ist die Integration«, sagt Alexander Hengl, Sprecher des Wiener Marktamts. »Die Vielfalt der Kulturen bereichert das Angebot, und die Menschen werden offen für exotische Produkte.« Während sich also ein Inder für Kernöl interessiert, plaudert eine Österreicherin mit einer asiatischen Marktstandlerin über Rezepte mit der Sternfrucht.

»Alle lernen voneinander«, sagt Hengl. »Durch das unterschiedliche Wissen kommen ganz neue Kreationen zustande. Das ist eine Bereicherung – sowohl beim Dialog miteinander als auch zu Hause beim Kochen.« Für Vorurteile ist auf Wiener Märkten kein Platz. Egal ob Menschen aus Fernost, aus dem südlichen Europa, Amerika, Afrika oder auch ohne Migrationshintergrund: Hier machen alle Geschäfte untereinander.

Boom der Bauernmärkte
Immer mehr KundInnen legen Wert auf Produkte, die einerseits klimaschonend, andererseits direkt in der Umgebung produziert wurden. 69 Prozent der ÖsterreicherInnen, so eine Studie, kaufen mittlerweile bei den BäuerInnen ein, zum Beispiel direkt am Hof, in Bauernläden oder eben auf Bauernmärkten – 27 Prozent davon sogar wöchentlich, 28 Prozent ein bis zweimal im Monat. »Dieser Trend ist eindeutig erkennbar und wird immer stärker«, bestätigt Alexander Hengl. Die Fläche mancher Märkte, wie etwa jene des Kutschkermarkts, ist an Freitagen und Samstagen – wenn der Bauernmarkt das übliche Angebot ergänzt – doppelt so groß wie sonst.

Übersicht über die Wiener Bauernmärkte

Marktstimmung © Falstaff/Jakwerth
Marktstimmung © Falstaff/Jakwerth

 

Nicht noch mehr Gastronomie
Grund für den Einkauf direkt bei den Bäue­rInnen sind in erster Linie Qualität, Herkunft, gesunde Lebensmittel und frische Produkte. Hengl: »Auch der direkte Draht zum Hersteller ist ein wesentlicher Grund. Und die Beratung beim Einkauf wird künftig noch wichtiger werden.« Der Markt der Zukunft, so der Experte, soll vorwiegend Handelsplattform sein, einen Ausbau der Gastronomie wird es nicht geben. Darüber hinaus schaffen die MarktstandlerInnen Symbiosen untereinander und erweitern damit das Angebot für die KundInnen. Beispiel dafür ist etwa, wenn sich die BetreiberInnen eines Obst- und Gemüsestands mit jenen des benachbarten Wurststands verbünden und Wurst-Gemüse-Platten anbieten. »Es ist schwer geworden für Kleinunternehmen«, so Hengl. »Supermarktketten schwächen die Märkte, einst haben sie fast dafür gesorgt, dass Märkte komplett verschwinden.«

>> Zur Geschichte der Wiener Märkte

Wiener Märkte und ihre Besonderheiten
Insgesamt gibt es in Wien 17 Detailmärkte und vier temporäre Märkte. Dort werden hauptsächlich Lebensmittel angeboten. Detailmärkte sind von Montag bis Samstag abgehaltene Märkte; temporäre Märkte sind Wochenmärkte, bei denen die Stände nur an bestimmten Wochentagen aufgestellt werden. Das Spektrum reicht dabei von kleineren Märkten, die hauptsächlich als Nahversorger dienen, bis hin zu großen Märkten, die jede Woche Tausende WienerInnen und TouristInnen anziehen. Die Bauernmärkte haben sich mit der Zeit als beliebtes Zusatzangebot etabliert und gelten mittlerweile als fixer Bestandteil der Wiener Märkte. So gibt es etwa einen solchen auf dem Naschmarkt, dem Kutschker-, Meisel- und Vorgartenmarkt.

Standort für Veranstaltungen
Dass sich weitere Zusatzangebote auf Wiener Märkten ausbreiten könnten, davon ist Marktamt-Sprecher Alexander Hengl überzeugt: »Möglicherweise können die Areale der Märkte nicht nur für den interkulturellen Dialog und den Einkauf von Lebensmitteln dienen, sondern auch als Standort für Veranstaltungen. Dies hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker positiv herauskristallisiert.« KünstlerInnen veranstalten Workshops auf dem Marktgelände und laden zu Vernissagen oder Festen. Besonders stark ist dieser Trend im 16. Wiener Gemeindebezirk. Dort gibt es bereits jetzt ein buntes kulturelles Angebot sowie multikulturelle Events. Von Musik über Tanz bis zum gemeinsamen Frühstücken ist für alle etwas dabei. In der sogenannten »Brunnenpassage« ist der Eintritt frei, der Markt ist ein Mosaik aus einer Vielzahl verschiedener Kulturen. Hengl: »Der Brunnenmarkt ist damit ein Vorzeigebeispiel für die Wiener Märkte. Hier wird Integration ohne Worte gelebt.«

 

Weitere Informationen rund um die Wiener Märkte finden Sie im Internet auf: marktamt.wien.at

(Advertorial)

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