Marcel Koller über i-Tüpfelchen im Käsefondue & Röslichöl

Marcel Koller

© Herbert Kratky / Shutterstock.com

Marcel Koller

Marcel Koller

© Herbert Kratky / Shutterstock.com

FALSTAFF: Herr Koller, Sie sind gebürtiger Zürcher und lebten als Trainer des 1. FC Köln und VfL Bochum in Deutschland. Seit 2011 sind Sie als Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft in Wien stationiert. Vermissen Sie die Schweizer Küche?
MARCEL KOLLER: Manchmal vielleicht ein Käs’-Fondue. Das ist ja schon etwas sehr Typisches. Das bekomme ich immer, wenn ich im Urlaub in der Schweiz bin. Aber sonst sind wir schon sehr gut versorgt in Wien. Das Essen hier ist kulinarisch sehr vielfältig. Mit meiner Frau Gisela gehe ich öfter essen. Wir wohnen im ersten Bezirk, und da gibt es viele Möglichkeiten.

Apropos Fondue: Die Identität des Kantons Zug ist seit 400 Jahren wesentlich durch die Zuger Kirschen geprägt. Zu welcher Käsefondue-Fraktion gehören Sie – lieber heißen Tee oder Kirschschnaps dazu?
Wir trinken zu Hause meist stilles Mineralwasser. Weißwein passt natürlich auch sehr gut dazu – das »Kirschwasser« gebe ich schon bei der Zubereitung ins Fondue hinein. Das ist das i-Tüpfelchen, wenn ich selbst Fondue mache. Zu Weihnachten gibt es allerdings traditionell ein Fleischfondue, ein »Fondue Chinoise«. Da sitzen wir stundenlang gemütlich am großen Tisch zusammen, reden und essen. 

Was empfehlen Sie Ihren Spielern, was sie essen und trinken sollen?
Der Ernährungsplan wird von ärztlicher Seite festgelegt, die Spieler bekommen ein ausgewogenes Essen mit Gemüse, Fleisch, Fisch, Salaten und was da noch dazugehört. Da rede ich nichts hinein.

In Ihrer ersten autorisierten Biografie, »Die Kunst des Siegens«, erinnern Sie sich an Ihre Kindheit und Ihre Mutter, die als Schneiderin gearbeitet hat: Gibt es einen Geschmack aus der Kindheit, an den Sie sich erinnern können?
Ja, absolut! Das ist der Geruch und Geschmack von »Röslichöl« – Rosenkohl oder, wie man auf Wienerisch sagt, Kohlsprossen. Das habe ich als Kind nicht ausstehen können. Mittlerweile kann ich es essen, aber als Kind war mein Gaumen dafür nicht geschaffen.

Gibt es auch ein positives Gaumenerlebnis von früher?
Der Sonntagsbraten mit »Herdäpfelstock«, also mit Kartoffelpüree und viel Sauce. Das war immer ein Fest.

Marcel Koller

hat sein Leben dem Fußball verschrieben. Der gebürtige Zürcher bestritt 55 Länderspiele für die Schweizer Nationalmannschaft, bevor er seine Trainer-Karriere ­begann. Heute ist er Teamchef der öster­reichischen Nationalmannschaft, davor war er unter anderem Cheftrainer des ­1. FC Köln in der Bundesliga und des ­VfL Bochum. Marcel Koller ist Klassik-Fan, liebt die Natur und ist ein interes­sierter Weintrinker.

Aus Falstaff Nr. 4/2016