Marc Almert ist neuer Sommelier-Weltmeister

Marc Almert im Final-Einsatz.

© ASI/Jean Bernard

Marc Almert im Final-Einsatz.

Marc Almert im Final-Einsatz.

© ASI/Jean Bernard

Als er das Ergebnis hört, blitzt für eine Sekunde ungläubiges Staunen in Marc Almerts Gesicht auf. Er dreht sich zur Seite, fasst sich an die Nase und steht fast ein wenig verloren auf der Bühne. Dann brandet Applaus auf, Jubelschreie aus dem Publikum sind zu hören, und Almert fängt sich wieder. Der größte Erfolg seiner Karriere ist perfekt: Almert, 27 Jahre alt und gebürtig aus Köln, ist neuer Weltmeister der Sommeliers. 

Knapp 40 Minuten dauerte sein Auftritt im Finale, das wie der gesamte Wettbewerb im Königin-Elisabeth-Saal in Antwerpen stattfand. Sieben Aufgaben musste Almert an diesem Freitag lösen. Um 16.03 Uhr betrat er als letzter der drei Finalisten die Bühne, perfekt gekleidet in Anzug, Fliege und mit Sommeliersschürze. In zahlreichen Blindproben erkannte er die richtigen Weine, empfahl die dazu passenden Speisen und ordnete berühmten Weinnamen die richtige Rebsorte zu. Auch wie man ein belgisches Bier perfekt zapft, zeigte er Juroren, die auf der Bühne wie eine Schar Gäste agierten. Hochkonzentriert, ruhig und sehr souverän wirkte das.

Almerts Ziel war das Halbfinale

Tatsächlich war das Finale für Almert nur noch Zugabe in einem traumhaft gut verlaufenen Wettbewerb. »Mein Ziel war, im Halbfinale zu landen«, sagte er im Gespräch mit dem Moderator auf der Bühne. Vor seinem Auftritt hatte er zuvor zwei Stunden in einem Keller warten müssen, während seine Rivalen schon an der Reihe waren. »Wie eine kurze Kaffeepause« sei das gewesen, sagte Almert, verglichen mit den Runden zuvor. Bis zu fünf Stunden hatte er in Viertel- und Halbfinale zum Teil auf seinen Auftritt gewartet – um dann binnen Minuten sein Wissen perfekt abzurufen und sich zu präsentieren.

Starke Nerven hatte Almert also schon während des Wettbewerbs bewiesen, im Finale trat er relativ gelöst an und schlug sich besser als die Dänin Nina Hojgaard Jensen sowie der Lette Raimonds Tomsons. Auch in der finalen Disziplin, bei der er im direkten Vergleich mit seinen Kontrahenten eine Magnum-Flasche perfekt auf 16 Gläser verteilen musste, zeigte Almert keine Schwächen. Er setzte sich insgesamt gegen 64 Mitbewerber durch, und ist nun für die nächsten drei Jahre der amtierende Weltmeister der »Association de la Sommellerie Internationale« (ASI), die den Wettbewerb ausgerichtet hatte.

Am vergangenem Samstag war Almert in Antwerpen angereist, mit der Urkunde im Gepäck fährt er jetzt zurück nach Zürich, wo er im Gourmetrestaurant »Pavillon« des Hotels »Baur au Lac« arbeitet. Was dann ansteht, ist klar: »Ich werde eine Menge Champagner nächste Woche trinken.«

Andreas Jechsmayr
Andreas Jechsmayr

© ASI / Jean Bernard

Solides Ergebnis für Österreich

Österreich wurde durch Sommelier-Staatsmeister Andreas Jechsmayr vom Landhotel Forsthof im oberösterreichischen Sierning vertreten. Der Routinier belegte den respektablen 22. Gesamtrang von 65 Teilnehmern. Sein Resümee: »Das Niveau ist extrem hoch und es werden alle Themenbereiche abgefragt, die ein Spitzensommelier im Repertoire haben muss. Erfreulich ist, dass sich die praktischen Aufgabenstellungen sehr an Situationen orientieren, wie sie tagtäglich im Restaurant vorkommen können.«

Seit dem Gewinn der Sommelier-Staatsmeisterschaft im November 2018 hat Andreas Jechsmayr ein intensives Lern- und Trainingsprogramm absolviert. Viele seiner Mitbewerber, die er hinter sich ließ, bereiteten sich über Jahre auf dieses große Ereignis vor. Dazu Jechsmayr:

»Sicher hatte ich vergleichsweise wenig Zeit für mein Training, doch ich möchte diese Erfahrung nicht missen. Ich danke all jenen, die mich auf meinem Weg unterstützt haben, besonders meinem Arbeitgeber Reinhold Baumschlager (Landhotel Forsthof, Sierning), Thomas Breitwieser (Verkostungstraining), Carole Stein (praktische Aufgaben), Martin Widemann (mentales Training), Bradley Knowles (Abschlusstraining) und generell der Sommelier Union Austria für die Unterstützung in vielfältigen Bereichen.«
Andreas Jechsmayr

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