Maitre Szymczyk über Tee, Champagner & Kaviar

Robert Szymczyk, Maître im Small Luxury Ski-Hotel »Kristiania Lech« am Arlberg.

© Christos Drazos

Robert Szymczyk, Maître im Small Luxury Ski-Hotel »Kristiania Lech« am Arlberg.

© Christos Drazos

Karriere Sie sind seit Dezember 2014 im Hotel »Kristiania Lech« tätig. Anfangs als Chef deRang, mittlerweile als Maître. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?
Robert Szymczyk Die größte Herausforderung ist es, jede Saison das bestehende Team mit den neuen Kollegen zu einer Einheit zu formen und das in kürzester Zeit. Weiters müssen wir jedes Jahr die Erwartungen der Gäste nicht nur erfüllen sondern übertreffen, manchmal können einem da schon die Ideen ausgehen.

Was lieben Sie an Ihrem Beruf?
Die Möglichkeit, Menschen einen besonderen Moment oder eine tolle Zeit zu ermöglichen, ist das schönste in meinem Beruf. Die daraus entstehenden ehrlichen Emotionen der Gäste, wie Freude aber auch Dankbarkeit, zu sehen und zu erhalten, sind für mich essentiell, diesen Beruf – auch wenn es mal nicht so gut läuft – weiter auszuüben.

Sie bieten Teezeremonien an. Welchen Hintergrund haben diese? 
Bei einer Teezeremonie geht es um den Gastgeber, der in einem schlichten Ambiente seinen Gästen die Möglichkeit zur inneren Einkehr ermöglicht. In unserem Raum Omesberg, mit der grandiosen Sicht auf Lech, halten wir oft zur blauen Stunde jene Zeremonie ab. Ich erlaube mir, wenn ich Zeit habe, als Zenmeisterdiesen Moment der Einkehr zu gestalten. Initiiert hat diesen Event Guillaume Leleu, der Eigentümer von »Theodor Thé« in Paris, als er vor Jahren bei uns eine Teezeremonie abgehalten hat.

Mit außergewöhnlichen Erlebnissen punktet man beim Gast. Welches war Ihr Highlight? 
Ein Picknick im Schnee, das wir in Oberlech an einem traumhaft sonnigen Tag auf einem verschneiten Hang abseits der Pisten abgehalten haben, mit Gästen aus Belgien, volles Programm mit Champagner, Blinis und Kaviar, Glühwein und Grillerei war sicher eines meiner Highlights.

Die Sommersaison verbrachten Sie dieses Jahr in Frankreich.   
Es war immer ein Wunsch von mir, zumindest eine Saison in Paris zu arbeiten. Ich war im »Les Etangs de Corot«. Dort war ich in der Position des Maitre, unterstützte die Kollegen, die dort fix angestellt sind, mit meiner Erfahrung und bekam im Gegenzug einen Feinschliff in französischer Lebensart und Sprache.

Was bedeutet Ihnen das »Kristiania Lech«? 
Das »Kristiania« war das erste Hotel, nachdem ich aus Wien weggegangen bin, meine erste Wintersaison. Ich fühlte mich im ersten Moment wohl. Die Art wie meine Patronin, Frau Schneider, die Hotellerie lebt, spricht mir aus der Seele. Ich liebe die unzähligen kleinen Details im Hotel und den Spirit der Menschlichkeit und des Respekts, der hier vorhanden ist.

Welche Eigenschaften braucht es, um ein guter Maitre zu sein?
Die ständige Lernbereitschaft und das Streben nach höchster Perfektion sind die Grundvoraussetzungen. Der Respekt für Kollegen und Mitarbeiter, aber auch der Respekt vor sich selbst, sind maßgebend für eine gute Zusammenarbeit.Zu wissen wer man ist und was man kann, erleichtern den täglichen Arbeitsablauf. Die Ruhe und professionelle Gelassenheit in schwierigen Situationen helfen nicht zu verzweifeln.

www.kristiania.at

Artikel aus Falstaff Karriere 05/2018.

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