Krieg in Europa: Ist Billigfleisch bald Vergangenheit?

Ein Großteil des Getreides wird an Tiere verfüttert.

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Ein Großteil des Getreides wird an Tiere verfüttert.

Ein Großteil des Getreides wird an Tiere verfüttert.

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http://www.falstaff.at/nd/krieg-in-europa-ist-billigfleisch-bald-vergangenheit/ Krieg in Europa: Ist Billigfleisch bald Vergangenheit? Der Krieg in der Ukraine treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe, auch Futtermittel für die Tiermast werden jetzt knapp und Fleisch wird deutlich teurer. Die historische Kostenwelle stellt unseren Fleischkonsum vor eine grundsätzliche Frage. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/d/b/csm_Tiermast-c-shutterstock-2640_d2dfe1d89f.jpg

Der Krieg in der Ukraine lässt nicht nur die Energiekosten in die Höhe schnellen, auch Nahrungsmittel werden deutlich teurer. Schon die Corona-Pandemie trieb die Preise in die Höhe, so sind im Februar die Nahrungsmittelpreise laut Statistik Austria um 4,3 Prozent gestiegen, doch ein Ende der Teuerung ist noch lange nicht in Sicht, denn der Krieg verschärft die angespannte Situation noch. Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin der Lebensmittelindustrie in der Wirtschaftskammer warnt vor einer »historischen Kostenwelle«.

Historische Kostenwelle

Weltweit sind 100 Millionen Menschen von Hungersnöten bedroht, vor allem in Ostafrika. Mit Versorgungsengpässen in Europa rechnet niemand, wohl aber mit signifikant steigenden Fixkosten, was insbesondere einkommensschwache Haushalte hart treffen wird. Die Preise für Weizen, Mais oder Rapsöl liegen laut AMA an den internationalen Warenbörsen derzeit etwa 25 Prozent über dem Niveau vor dem Ukraine-Krieg. Da Russland und die Ukraine bislang ein Viertel der weltweiten Weizenexporte abdeckten, explodieren die Weizenpreise, was nicht nur die Preise für Brot und Nudeln in die Höhe treibt, insbesondere der Fleischkonsum wird in Zukunft deutlich kostspieliger werden. Denn der Großteil des importierten Getreides wird nicht direkt verzehrt, sondern für die Fleischproduktion in der Tiermast verfüttert.

Kosten für die Fleischproduktion explodieren

Seit Ausbruch des Krieges fehlt den größten Tiermästern Europas (Spanien, Portugal, Holland und Italien) die Hälfte ihres Bedarfs an Futtergetreide. Die Kosten für Futtermittel haben sich bis zu verdreifacht. Gewürze sind 30 Prozent teurer und Folien für die Verpackung sogar 70 Prozent. Auch der Anstieg der Strompreise trifft die Branche durch den hohen Bedarf für Gefrierhäuser stark. Zugleich hat Russland auch den Export an Monocalciumphosphat gestoppt, was die gesamte Nutztierhaltung vor ein Problem stellt, denn das Phosphat wird zum Aufbau der Knochenstärke benötigt.

Fleischkonsum wird kostspieliger

Auch die Gastronomie wird sich umorientieren müssen, denn bislang wurden im großen Stil Billighühner aus der Ukraine serviert. 3000 Tonnen Hühnerfleisch importierte die EU vor dem Krieg wöchentlich aus der Ukraine. Allein bei Hühnerfleisch ist mit 20 bis 25 Prozent höheren Preisen im Lebensmittelhandel zu rechnen. Doch auch die Preise für Rindfleisch werden im Handel um ein Fünftel teurerer, so Werner Habermann, Chef der Rinderbörse. Während Landwirte für ein Schwein vor dem Krieg 160 Euro erhielten, so kostet ein Schwein mittlerweile 220 Euro. »Die Situation ist dramatisch«, resümiert Johann Schlederer, Chef der österreichischen Schweinebörse.

Ruf nach Einschränkung des Fleischkonsums

Die Klimakrise, die Corona-Pandemie und der Krieg in Europa stellen unsere Lebensgewohnheiten von Grund auf in Frage. In seltener Einigkeit raten nicht nur Umweltschützer, sondern auch Ökonomen dringend zu einer maßgeblichen Einschränkung des Fleischkonsums, um wichtige Agrarflächen nicht länger an die Futtermittelindustrie zu verlieren. Greenpeace fordert, durch zehn Prozent weniger Tierhaltung ausfallende Weizenimporte aus der Ukraine zu kompensieren. »Wir müssen uns gut überlegen, ob wir weiterhin 70 Prozent des europäischen Getreides einfach den Schweinen, Hühnern und Kühen vorwerfen. Wahrscheinlich muss man auch da schonender mit den Ressourcen umgehen«, betont der Agrarpolitiker im Europaparlament Martin Häusling und stellt klar: »Wir müssen über nachhaltige Formen der Landwirtschaft nachdenken.«

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