Kremstal DAC Reserve Cup: Beste Qualität dem Hagel zum Trotz

Im Kremstal war 2015 ein tolles Jahr.

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Im niederösterreichischen Kremstal war 2015 ein tolles Jahr. / Foto: beigestellt

Im Kremstal war 2015 ein tolles Jahr.

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Der Kremstal DAC Reserve Cup zeigt: Im niederösterreichischen Kremstal war 2015 ein tolles Jahr. Mehr als hundert Weine von bester Reife wurden zur Falstaff-Vergleichsverkostung eingereicht. Dennoch wird sich nicht jeder Winzer nur mit freudigen Gefühlen an diesen Jahrgang erinnern. Es war die Nacht vom 5. auf den 6. Mai, in der ein Hagelsturm über weite Teile der Region hinwegfegte und eine Spur der Verwüstung zurückließ. Die jetzt im Rahmen des Kremstal DAC Reserve Cups präsentierten Spitzenweine lassen jedenfalls für den Weinkonsumenten kaum Wünsche offen.

Aufgrund der oft geringen Mengen muss man allerdings schnell einkaufen. »Hätten wir am Vordernberg in Gedersdorf nicht gut sechzig Prozent der Ernte durch Hagel eingebüßt, wer weiß, ob der Veltliner dann so toll ausgefallen wäre«, schmunzelt Walter Buchegger, der sich den Cup-Sieg für den Grünen Veltliner Vordernberg holte. »Bei Erträgen von 1500 bis 2000 Litern pro Hektar sind die Konzentration und der Extraktgehalt in den Beeren naturgemäß deutlich höher als in normalen Jahren.« Seine Reben sind mittlerweile über fünfzig Jahre alt und haben so die lange Trockenphase im Spätsommer sehr gut überstanden.

Franz Proidl und im Hintergrund die Terrassen der Ried Ehrenfels unter der Ruine Senftenberg. / © Gregor Semrad
Franz Proidl und im Hintergrund die Terrassen der Ried Ehrenfels unter der Ruine Senftenberg.

© Gregor Semrad

Auch der Senftenberger Ehrenfels ist eine Urgesteinssteillage mit besonderer Geschichte. Der Weingarten galt stets als der heißeste und trockenste in der Gemeinde, mit einer Hangneigung bis zu sechzig Grad war er immer schwer zu bewirtschaften.

Die Bewirtschaftung wurde mit Beginn des 20. Jahrhunderts Schritt für Schritt eingestellt. Ab 1988 begann Franz Proidl die ehemaligen Weingärten zu erwerben und wieder zu neuem Leben zu erwecken. Dass mit dem Jahrgang 2015 bei den Kremstal DAC Reserven der Riesling vom Ehrenfels den ersten Rang und der Grüne Veltliner den zweiten Sortenrang belegen, spricht für sich.

Neues auf dem Etikett

In naher Zukunft – wohl ab dem Erntejahrgang 2016 – gibt es allerdings einige Neuerungen im DAC-Reglement, mit denen die Konsumenten konfrontiert werden: Die Abgrenzung der Rieden, die aktuell in allen Weinbauregionen voll im Gang ist, erfuhr durch die Gesetzesnovelle Mitte dieses Jahres neuen Schwung.

Es wurde festgelegt, dass bei Weinen mit Lagenbezeichnung zukünftig das Wort »Ried« vor dem Lagenamen auf dem Etikett stehen muss. Wenn also künftig auf einem österreichischen Wein das Wort Ried vor einer topogra­fischen Bezeichnung steht, handelt es sich um einen Wein aus einer gesetzlich definierten Einzellage. Damit ist er auf einen Blick von Markenweinen oder Weinen mit Pseudo-Herkunftsangaben unterscheidbar.

Walter Buchegger aus Droß holte sich den Cup-Sieg für den Grünen Veltliner Vordernberg. / © Rita Newman
Walter Buchegger aus Droß holte sich den Cup-Sieg für den Grünen Veltliner Vordernberg.

© Rita Newman

Das wachsende Bewusstsein für die Bedeutung klarer Herkunftssysteme fand auch in den Gebieten Kamptal, Kremstal und Traisental seinen Niederschlag: Die DAC-Weine dieser Gebiete wurden per Verordnung in ein richtungsweisendes dreistufiges System »Gebietswein – Ortswein – Riedenwein« eingegliedert, wobei bei der Einreihung der Weine in dieses System jeweils ein bestimmter Mindestalkoholgehalt einzuhalten ist. Im Kremstal liegen die Untergrenzen für Kremstal DAC (davon abweichend im Kamptal und Traisental mit einem Minimum von nur 11,5 Vol.-%) und Kremstal DAC mit Ortsangabe bei 12 Vol.-%, für Kremstal DAC mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung bei 12,5 Vol.-% und für Kremstal DAC Reserven bei 13 Vol.-% auf dem Etikett. Für alle Kategorien gilt bezüglich des Restzuckers die Kategorie »trocken«.

Bisher waren die Klassikweine mit einem Alkoholwert von 12,5 Vol.-% auch nach oben gedeckelt, während nur für die Reserven 13 Vol.-% oder mehr Alkohol erlaubt waren. Schon für den aktuellen Jahrgang 2015 hat das Regionale Weinkomitee die Obergrenze der Klassikweine außer Kraft gesetzt, was nun für den Weinfreund bedeutet, dass er ab sofort immer nach dem tatsächlichen Alkoholwert fragen sollte, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

Eine im Sinne der zukünftigen Qualitätsförderung sehr zu begrüßende Maßnahme ist das Verschieben der Einreichfrist zur Prüfnummer für die DAC Reserven vom 15. März auf den 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres. Auch ist nun die Herkunftsbezeichnung Kremstal DAC sowie Kremstal DAC Reserve verbindlich auf dem Vorderetikett zu führen.

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Aus Falstaff Magazin Nr. 06/2016

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