Kremstal-DAC-Cup: Hitzetest bestanden

Hatte im Wettberwerb den besten Grünen Veltliner: Martin Nigl aus Senftenberg

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Hat im Wettberwerb den besten Grünen Veltliner: Martin Nigl

Hatte im Wettberwerb den besten Grünen Veltliner: Martin Nigl aus Senftenberg

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Im Kremstal mussten die Winzer 2015 beweisen, dass sie auch mit einem warmen Jahrgang gut zurechtkommen. Die jüngste Falstaff-Probe der DAC-Weine kam zum erfreulichen Ergebnis, dass trotz Hitzeextreme durchaus frische Weine erzeugt wurden. Saftige Grüne Veltliner und balancierte Rieslinge laden zu einem frühsommerlichen Streifzug durch das Gebiet ein.

Es ist keine Kunst, im Keller einen wuchtigen Wein mit 14 Vol.-% Alkohol zu machen. Die Kunst besteht darin, einen Wein mit 12 Vol.-% entstehen zu lassen und dabei alles, was er aus dem Weingarten mitbringt, unversehrt in die Flasche zu bekommen: Frucht, Finesse, Eleganz, Dichte und Mineralität« – dieser Satz von Martin Nigl gilt exemplarisch für das Hitzejahr 2015, das uns Weinfreunde allen Unkenrufen zum Trotz mit einem breiten Angebot von lebendigen und einladenden Kremstal-DAC-Weinen beschenkte.

Bio-Winzer Sepp Mantler aus Brunn glänzt einmal mehr mit Riesling.
Bio-Winzer Sepp Mantler aus Brunn glänzt einmal mehr mit Riesling.

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Die Winzer haben gelernt, die globale Erwärmung ernst zu nehmen, und ergreifen im Weingarten die entsprechenden Maßnahmen, um die Reife ihrer Trauben den neuen Anforderungen entsprechend zu regulieren. Nur so kann auch in sehr heißen Jahren genügend Leichtigkeit und Frische erzielt werden, die jene Weine entstehen lassen, die vom Konsumenten am häufigsten nachgefragt werden.

Als gelernter Österreicher weiß man, dass Ausnahmen die Regel bestätigen. So kann das Regionale Komitee mit Zustimmung des übergeordneten Gremiums diese Obergrenze verschieben oder auch aussetzen, wenn es dafür entsprechende Gründe gibt. Die Hitzewelle 2015 hat die Verantwortlichen dazu veranlasst, diese Regelung für das Kremstal, aber auch das Kamp- und Traisental anzuwenden.

»In einem heißen Jahr einem Kraftlackel zu produzieren, ist einfach. Die Kunst des Winzers allerdings zeigt sich in der Präsision der leichten Weine mit Terroirbezug.«

Martin Nigl

Das bedeutet im Klartext, dass es mit dem Jahrgang 2015 möglich war, auch solche gebietstypischen Weine als Kremstal DAC auf die Flasche zu bringen, die mit etwas mehr Alkohol aufwarten können. Bei dem »Falstaff Kremstal DAC-Cup« waren es tatsächlich ­dreißig Weine, die mit 13,0 Vol.-% Alkohol ­etikettiert waren, und nur ein einziger Wein mit 13,5 Vol.-%. Am anderen Ende der Palette stand ihm ein Wein mit 11,5 Vol.-% gegenüber, denn durch den Wegfall der Alkohollimits war der Weg zum Leicht-DAC auch möglich.

Gewinner DAC Cup

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Es ist also ein kurzer Blick aufs Etikett empfehlenswert, wenn man sichergehen will, dass der gewählte Wein nicht in die eine oder andere Richtung ausreißt. Die meisten der zur Verkostung eingereichten Weine lagen im Normalbereich, und auch bei den etwas kräftigeren Weinen war eine klare Herkunfts­typizität gegeben. Aufgrund des heißen Jahres mussten die Winzer besonders darauf achten, dass die Weine am Ende über genügend Säure verfügen, und das ist den meisten Winzern des Kremstals sehr gut gelungen.

Die Grünen Veltliner sind mit einer für die Sorte eher raren, überbordenden Frucht ausgestattet, die manche Weine süßer schmecken lässt, als sie analytisch sind. Gerade hier war eine gute Säurebalance für die Harmonie ausschlaggebend. Die Rieslinge zeigen auch im leichteren Bereich eine ausgezeichnete Reife. Hier ist genügend Säure vorhanden, um ein tolles Trinkanimo zu bieten. Bei beiden Sorten ist – gemessen am frühen Verkostungszeitpunkt März – eine sehr gute Entwicklung zu erkennen. Die Weine präsentieren sich schon zugänglich und verführerisch.

Die Sieger des Cups

Zum diesjährigen Kremstal DAC-Cup haben 55 Betriebe insgesamt 118 Weine eingereicht, davon waren 37 Rieslinge, der Rest Grüne Veltliner. In der Gruppe Riesling Kremstal DAC gewann der Mantlerhof aus Brunn mit einem fein ziselierten Riesling aus der Lage Zehetnerin, die am östlichen Ortseingang von Gedersdorf am Hangfuß liegt, ein Terroir, das mit einer Mischung aus Sand und Schotter dem Urdonauverlauf zuzuordnen ist.

Den zweiten Platz belegte das Weingut der Stadt Krems, das einen saftig-lebendigen Riesling Steinterrassen vorstellte. Franz Türk aus Stratzing erreichte mit einem stoffigen Riesling vom Kremser Weinzierlberg den dritten Rang. Bei der großen Gruppe der Grünen Veltliner Kremstal DAC stellte einmal mehr Martin Nigl aus Senftenberg mit seinem Grünen Veltliner Senftenberger Piri sein Können unter Beweis – wobei hier, an der Grenze zum Waldviertel, so manches kühlere Lüfterl heuer sicher kein Nachteil war. Den zweiten Rang belegte der Grüne Veltliner DAC Neuberg von Meinhard Forstreiter aus Krems-Hollenburg, und den dritten Platz holte sich der ambitionierte Artur Toifl vom Weingut Thiery-Weber aus Rohrendorf mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Kremser Sandgrube. Dieses erfolgreiche Wein-Trio zeigt, dass 2015 die Paradesorte Veltliner auf allen drei für das Kremstal typischen Bodentypen erfolgreich sein konnte: auf Urgestein, auf Komglomeratböden und auf Löss.

Informationen zum Weinbaugebiet und sämtliche Winzeradressen unter www.kremstal-wein.at.

HIER GEHT'S ZUM TASTING

FACTS

Was ist Kremstal DAC?
Die Bezeichnung Kremstal DAC ist reinsortigen Weinen aus Grünem Veltliner und Riesling vorbehalten. Ein Kremstal DAC muss laut Weingesetz trocken sein und eine sorten- und gebietstypische, also frische, fruchtige, würzig-duftige Aromatik aufweisen.
Die entsprechende Verordnung hat für die »klassische« Version des Kremstal DAC einen Alkoholwert von 12 oder 12,5 Vol.-% laut Etikett festgelegt. In spe­ziellen Jahren wie 2015 kann die Alkoholgrenze auch nach oben verschoben werden.

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