Weißschimmelkäse
Weißweine: fruchtbetontere, trockene Sorten, die entweder etwas weniger Säure oder eine gereifte Säure aufweisen. Rotweine: Es sollten extraktreichere sein, gegen Barriqueausbau ist nichts einzuwenden. Maskulinere rote Burgunder oder gereifte klassische Bordeauxweine passen gut. Aber: Die Rotweine dürfen nicht zu stark Tannine zeigen, weil diese mit den Bitterstoffen der Käserinde verstärkt spürbar werden. Interessante Alternative: Schaumweine, etwa ein Rosé-Champagner.

Rotschmierkäse
Gute Partner sind kraftvolle, extraktsüße rote ­Burgunder. Soll es Bordeaux sein, eher vom Merlot geprägte Weine vom Rechten Ufer als solche, in ­deren Cuvée der Cabernet Sauvignon dominiert. Auch stoffige Spätburgunder und Lemberger aus Deutschland oder St. Laurent wie Blaufränkisch aus Österreich passen gut. Alternative: kräftige Weißweine, einige Jahre gereift. Zu besonders würzigen Käsetypen sind auch weiße Prädikatsweine gefragt.

Würzige Hartkäse
Diese Kategorie stellt für viele Weine eine zu große, weil zu intensive Herausforderung dar. Erstaunlich: Süße Spät- und Auslesen von Weißweinsorten ­haben die größte Affinität. Etwa Neuburger, Weißburgunder oder Welschriesling, so die Säurestruktur durch den Restzucker gut gepuffert ist, auch ein fränkischer Silvaner ist hier gut einsetzbar. ­Rotwein: Pinot Noir. Die Extraktsüße reiferer Jahrgänge kommt dem Bergkäse entgegen.
 
Grün- und Blauschimmelkäse
Im Barrique ausgebaute Rotweine sind hier keine gute Wahl. Diese Käse haben meist einen hohen Anteil an Glyzerin, niedrigen Fettsäuren und viel Salz. Wenn schon Rotwein, dann ein im großen Holz ausgebauter kraftvoller Bursche mit wenig Tannin. Weine mit Süße sind besser, ein Amarone etwa oder vergleichbare Typen. Eine höhere Säurestruktur ist mit diesen intensiven Käsesorten kein Problem, je salziger der Käse, umso stärker kann die Süße im Wein sein: Zeit für Port und seine Pendants.


Aus Falstaff Nr. 07/2012 / Aus Falstaff Deutschland Nr. 05/2012