Christof Pignet besuchte erst kürzlich den Karrieretag an der Tourismusschule Kärnten. Als Absolvent berichtete er den Schülern und Studenten aus seinem Leben und seinem Karriereweg. / Foto © Acqualina Resort and Spa on the Beach
Christof Pignet besuchte erst kürzlich den Karrieretag an der Tourismusschule Kärnten. Als Absolvent berichtete er den Schülern und Studenten aus seinem Leben und seinem Karriereweg. / Foto © Acqualina Resort and Spa on the Beach

Exklusiv berichten junge Nachwuchsführungskräfte über ihren Werdegang und ihre Zeit im Ausland. Sie geben Einblick in die kulturellen Unterschiede und liefern hilfreiche Tipps für zukünftige Expatriates. Dieses Mal steht Christof Pignet Falstaff Rede und Antwort.

Falstaff Karriere: Eine Karriere wie sie im Bilderbuch steht: Im Alter von 33 Jahren leiten Sie ein Luxushotel in Miami. Ein Arbeitsplatz, von dem viele träumen. War Miami Ihre Wunschdestination?
Pignet: Um ehrlich zu sein wusste ich nicht so genau wo ich einmal arbeiten möchte, aber ich wusste immer, dass es etwas Besonders sein muss.  Nach sieben Jahren im Hay Adams Hotel in Washington DC war meiner Ansicht nach dieser Traum bereits lange in Erfüllung gegangen. Doch aufgrund fehlender Aufstiegsmöglichkeiten musste ich um meinen stetigen Wissensdurst zu stillen wieder die Koffer packen und zu neuen Ufern aufbrechen. Florida oder Miami waren dabei überhaupt nicht auf meinem Radar. Aber das Schicksal hatte anscheinend andere Pläne. Und eh ich’s mich versah, war ich bereits im Flugzeug fuer das „personal interview“ und nach zwei Tagen im Acqualina war alles unter Dach und Fach. Fast dreieinhalb Jahre später kann ich aus erster Hand bezeugen: Miami ist eine Top-Destination, nicht nur in den USA sondern weltweit, bekannt und beliebt. Die Traumstrände, das paradiesische Wetter und die tropischen Temperaturen lassen den Winterblues schmelzen.

Hatten Sie schon immer das Ziel ein Hotel zu leiten?
Mein Ziel war es nie ein Hotel zu leiten, aber es hat mir immer schon unheimlich viel Spaß gemacht anderen Leuten eine große Freude zu bereiten. Die Luxushotellerie hat mich fasziniert, da man dieses auf allerhöchstem Niveau und fast ohne Grenzen bewerkstelligen kann. Das gilt nicht nur für Gäste, sondern auch für Mitarbeiter. Durch Eigenmotivation, stetigen Vorantrieb, Hang zum Perfektionismus und Interesse mich weiterzubilden und zu lernen, bin ich von Sprosse zu Sprosse auf der Karriereleiter geklettert.

Erst kürzlich haben Sie Ihrer Schule, der Kärntner Tourismusschule, am Karrieretag einen Besuch abgestattet. Wie war es zu Ihrem Wurzeln zurück zu kommen?
Es ist immer ein wunderschönes Gefuehl in die Heimat zurückzukehren, wenn auch leider oft nur für eine sehr kurze Zeit und mit großen Abständen dazwischen. Dies war der erste Besuch in der KTS seit über fünf Jahren und es war ein voller Erfolg. Ich genoss den essentiellen und semantisch gehaltvollen Exkurs mit den äußerst interessierten Schülern, traf auch sehr viele von meinen damaligen Professoren die mich überschwänglich begrüßten und begeistert zu meiner Karriere und Person befragten. Ich hatte eine sehr schöne Schulzeit mit vielen guten Erinnerungen, daher war es ein sehr angenehmes und freundliches »Homecoming«.

Wie können wir uns Ihren Alltag vorstellen?
Mein Tag beginnt sehr früh und endet meist sehr spät. Das ist nur machbar, wenn die psychologische und physiologische Fitness zu 100% stimmt. Dies gepaart mit Organisationstalent, akribischer Vorbereitung, Strategie, Ausführung und großer Leidenschaft »will get the job done«. Es gibt viele Meetings, teilweise auch Termine außer Haus, man unterhält sich sehr viel mit Gästen, kümmert sich um ihr Wohlbefinden, aber auch um die Mitarbeiter. Man motiviert, konzipiert, versucht immer wieder durch Kreativität und Innovation zu brillieren, bleibt in Bewegung und limitiert die sogenannte »office time«. Es ist wichtig, den Finger immer am Puls zu haben ohne dem Mikromanagement zu verfallen. Ein Luxushotel das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr geöffnet hat, bringt täglich neue Herausforderungen denen man sich stellt. Die größte Herausforderung? Stillstand heißt Rückschritt. Man muss sich immer nach Vorne orientieren und stetig neue Impulse setzen um relevant zu bleiben, in jeder Hinsicht.

An was werden Sie sich in Miami nie gewöhnen?
Die Tatsache, dass es 24 Stunden lang, egal ob Tag oder Nacht, fast immer die gleiche (sehr warme) Temperatur hat.

Auf welche Kriterien achten Sie bei Bewerbungen besonders?
Die Bewerbung ist durchaus wichtig, sie muss kurz sein, präzise formuliert, fehlerfrei und 100% dem Wahrheitsgehalt entsprechend (was wir auch nachprüfen). Pünktlichkeit, Auftreten und Erscheinung sind ebenfalls zu bewerten, aber im Endeffekt nur wichtig am Rande. Leidenschaft ist Trumpf. Wenn mir ein Kandidat glaubhaft vermitteln kann, dass er mit Herz und Hirn bei der Sache ist, dass er liebt was er tut, dann hat er vielleicht eine Chance. Dieses »Feuer« brennt oder es brennt nicht, man kann es nicht lernen. Alles andere kann einem durchaus beigebracht werden.

Die Außenpoolanlage des Luxushotels. / Foto © Aqualina Resort & Spa on the Beach

Karriereprofil Christof Pignet
Nach Abschluss der Kärntner Tourismusschule zog es den gebürtigen Kärntner nach Amerika, wo er im renommierten Hay Adams Hotel in Washington als Front Office Manager begann. Er hatte auch die Ehre, Präsident Obama als Gast zu begrüßen. Seit 2011 arbeitet er im Luxushotel Aqualina Resort & Spa on the Beach in Miami, welches er seit Februar 2014 als Direktor leitet. Das Hotel erreichte unter seiner Leitung die höchsten Auszeichnungen (Forbes Travel Guide Five Star Certification, AAA Five Dimond Rating und Bestnoten im Trip Advisor) und zählt zu den besten Hotels der Welt. In seiner Position als Hotelidirektur ist Pignet für 450 Mitarbeiter verantwortlich.

AQUALINA RESORT & SPA ON THE BEACH
7875 Collins Ave
Sunny Isles Beach
Florida 33160
T: +1/305/918 80 00
reservations@acqualina.com
www.acqualinaresort.com

(von Alexandra Gorsche)

 

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