Christian Paral ist Chef Concierge des Sofitel Vienna Stephansdom. / Foto © Sofitel Vienna Stephansdom
Christian Paral ist Chef Concierge des Sofitel Vienna Stephansdom. / Foto © Sofitel Vienna Stephansdom

Charmant und diskret liest er dem Gast jeden Wunsch von den Augen ab. Karten für die längst ausverkaufte Opernpremiere, eine Spritztour im Aston Martin DB10 oder ein Abendessen im angesagtesten Restaurant der Stadt? In der Welt des Concierge ist nichts unmöglich. Christian Paral steht Falstaff KARRIERE Rede und Antwort.

Falstaff Karriere: Der Concierge ist kein klassischer Lehrberuf. Wie können sich unsere Leser den Weg zum Concierge vorstellen?
Christian Paral: Früher war es meist so, dass sich junge Lehrlinge vom Bellboy über Lohndiener und Wagenmeister zum Concierge hinaufgearbeitet haben. In der heutigen Zeit kommt der Großteil der Concierges von der Rezeption, wie in meinem Falle. Die Rezeption ist DAS Sprungbrett in der Hotellerie, die Fluktuation an Mitarbeitern dementsprechend hoch. Wenn man Freude daran hat, anderen Menschen eine Freude zu machen, Gästen zu »dienen« im besten Sinn des Wortes, unmögliches möglich machen zu wollen, dann sollte man diese Laufbahn in Betracht ziehen. Ich habe gemerkt, je weiter ich in der Hierarchie der Rezeption aufgestiegen bin, desto weiter habe ich mich von meinen Gästen entfernen müssen. Die administrative Arbeit hinter den Kulissen war wichtiger und umfangreicher als das Arbeiten am Gast. Daher habe ich mich bewusst für den Concierge entschieden, wo man jeden Tag mit Gästen arbeiten darf.

Concierge zu sein ist für Sie anscheinend mehr als ein 40 Stunden Job. Wie sieht Ihr Alltag aus?
Concierge zu sein heißt nicht nur 40 oder mehr Stunden pro Woche im Hotel zu arbeiten, Concierge ist man rund um die Uhr. Bei mir startet das schon während des Frühstücks zu Hause, aktuelle Nachrichten und das Wetter sind Pflichtlektüre um schon vor Dienstantritt up-to-date zu sein. Ebenso muss man sich ständig über Neuerungen in der Stadt auf dem Laufenden halten, hat wieder ein neues Restaurant aufgesperrt? Gibt es eine neue Touristenattraktion? Und so weiter... Nach dem Dienst geht man dann gerne in ein Restaurant, um zu wissen, was man seinen Gästen empfehlen kann und die Besonderheiten jedes Restaurants zu kennen. Alltag im Hotel gibt es keinen.

Sie sind Präsident des »Les Clefs d’Or Austria«. Das Motto ist »In service through friendship« - was steckt dahinter?
Service, also der Dienst am Gast steht bei uns im Vordergrund. Solange die Wünsche der Gäste legal und moralisch vertretbar sind versuchen wir alles, sie in Erfüllung gehen zu lassen. Das funktioniert manchmal nur mit Hilfe unseres Netzwerkes, das mittlerweile ca. 3.500 Mitglieder aus über 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten umfasst. Friendship, also Freundschaft beschreibt unser Netzwerk. Unser Netzwerk basiert nicht auf dem klassischen »Quit pro Quo«-Grundsatz, wir helfen einander ungeachtet dessen, ob wir den oder die Kollegin persönlich schon einmal getroffen haben und ungeachtet dessen ob wir uns unmittelbar eine Gegenleistung erhoffen können.

Computer, Internet uvm. – wie hat sich der Fortschritt auf den Alltag des Concierge ausgewirkt?
Die Anforderungen haben sich geändert. Ich kenne noch Kollegen, mittlerweile im Ruhestand, die den Computer abgelehnt haben, weil sie früher auch ohne ausgekommen sind. Das Internet ist die größte Herausforderung der heutigen Zeit, ein Segen, weil vieles einfach gegoogelt werden kann, ein Fluch weil viele Informationen veraltet sind und alles vom Gast sofort überprüft wird. Wir müssen uns ständig auf dem Laufenden halten um besser als das Internet sein zu können, eine ständige Herausforderung. Etwas anderes hat sich jedoch merklich verändert, früher hat man mit dem Concierge einen Mann gesetzteren Alters, am besten noch mit Lesebrille und etwas schütterem Haar assoziiert. Dies kam daher, dass der Werdegang zum Concierge ein anderer war und man erst im Alter von ca. 40 Jahren Concierge wurde. Heute findet man überall auf der Welt meist junge Kolleginnen und Kollegen im Alter zwischen 25 und 35 hinter dem Conciergedesk stehen.

Christian Paral am Concierge Desk im Sofitel Vienna Stephansdom. / Foto © Sofitel Vienna Stephansdom

Karriereprofil Christian Paral
Paral absolvierte die BLT Semmering, Höhere Lehranstalten für Tourismus, bevor er im Hotel Ibis Wien Messe an der Rezeption als Night Audit startete. Von diesem Zeitpunkt an folgten Stationen als Concierge im Hotel Sofitel Vienna, Sheraton Salzburg Hotel, Arthotel Blaue Gans und Hotel am Stephansplatz. Seit November 2010 ist Christian Paral als Concierge im Sofitel Vienna Stephansdom, seit März 2011 als Chef Concierge. Bereits früh zeigte Paral Ambitionen Mitglied des »Les Clefs d’Or« zu werden. 2005 wurde er außerordentliches, 2007 als ordentliches Mitglied aufgenommen. 2009 folgte bereits die erste Ernennung zum Präsidenten, zwei Wiederwahlen folgten seither.

Das Interview zum Artikel »In service through friendship« aus Falstaff KARRIERE 01/15.

(von Alexandra Gorsche)

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