Kamptal DAC Cup: Neue Trilogie

Steffi und Alwin ­­Jurtschitsch aus ­Langenlois verbuchen zwei der sechs Kategoriesiege.

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Steffi und Alwin ­­Jurtschitsch aus ­Langenlois verbuchen zwei der sechs Kategoriesiege.

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Nicht nur wegen seiner Größe zählt das Kamptal zu den bedeutendsten Weißwein-Regionen des Landes. Auch die Qualität der erzeugten Weine überzeugt jedes Jahr im »Falstaff Kamptal DAC Cup«. Dieses Jahr haben sich nicht weniger als 55 Weingüter an der Verkostung des hervorragend gelungenen Jahrgangs 2015 beteiligt, insgesamt waren 172 verschiedene DAC-Weine eingereicht.

Im vergangenen Jahr wurden an dieser Stelle die Gewinner des Kamptal DAC Cups in der Reserve-Kategorie vorgestellt. In der Zwischenzeit wurde das Herkunftsbezeichnungssystem weiterentwickelt, und es wird mit dem Jahrgang 2015 im Kamptal erstmalig umgesetzt. Zugegeben, noch sind nicht alle Winzer so weit, und nicht alle Etiketten entsprechen bereits den neuen Anforderungen – aber dafür gibt es ja auch Übergangsregelungen.

Was also sind die Neuerungen? Bisher besagte der Begriff »Kamptal DAC«, dass die verarbeiteten Trauben aus dem Anbaugebiet stammen, und die Kategorien Klassik und Reserve sagten etwas über Reifedauer, Weinstil und ungefähre Alkoholwerte aus. Nun liegt der Fokus deutlich stärker auf der Eingrenzung der Herkunft, und man folgt hier einem klaren Appellationsgedanken.

Die Einstiegskategorie – und das ist nicht qualitativ wertend zu verstehen – ist die Region an sich. Das sind Grüne Veltliner oder Rieslinge, die aus dem gesamten Herkunfts­gebiet kommen können, zum Beispiel können Trauben aus Langenlois, Straß und Schönberg gemischt verarbeitet werden.

Terrassenweingärten sind typisch für die Toplagen im Kamptal.
Terrassenweingärten sind typisch für die Toplagen im Kamptal.

© Robert Herbst

Stufe zwei ist die Ortsappellation, sie würde in Frankreich »Village« heißen. Hier kommt am Etikett zur Rebsorte und dem Kamptal DAC der Name des Herkunftsorts der Trauben dazu. Die dritte Stufe ist schließlich die Nennung der Lagenbezeichnung, also wenn ein Wein ausschließlich aus einem speziellen Weingarten stammt. Hier ist künftig die Verwendung des Begriffs »Ried« verpflichtend, der dem Namen der jeweiligen Lage vorangestellt wird.

Das soll es für den Konsumenten vereinfachen, zwischen echten Lagen- und Fantasiebezeichnungen auf dem Etikett zu unterscheiden. In weiterer Folge wird vielleicht der Begriff Reserve nicht mehr benötigt, weil angestrebt wird, dass sämtliche Kamptal- DAC-Weine mit Lagenbezeichnung grundsätzlich erst ab 1. September in den Verkauf gelangen sollen.

Die aktuelle Falstaff-Probe nimmt diesen  geplanten Modus vorweg – natürlich in Absprache mit dem regionalen Weinkomitee, das Falstaff wieder tatkräftig bei der Durchführung unterstützt hat. Als Resultat sieht der diesjährige »Falstaff Kamptal DAC Cup« in jeder der beiden Sortengruppen jeweils drei Sieger. Besonders beachtlich: 141 der eingereichten Produkte waren mit Riedenbezeichnungen – also schon mehr als drei Viertel!

Die Sieger und ihre Weine

Die Gruppe der Regionalweine des Grünen Veltliners gewinnt der Grüne Veltliner des Weinguts Jurtschitsch mit der Zusatzbezeichnung »Stein«. Er bringt zum Ausdruck, dass der Wein stilistisch von Urgesteinslagen geprägt ist, die rund um Langenlois liegen.

Die Kategorie Grüner Veltliner Ortswein sicherte sich Winzer Gerhard Deim mit seinem gelungenen Grünen Veltliner Kamptal DAC Schönberg. Der erste Platz in der Gruppe der Veltliner mit Lagenbezeichnung geht an einen Paradewein schlechthin, die Reserve Ried Lamm 1 ÖTW vom Weingut Willi Bründlmayer, die mit 97 Punkten gleichzeitig auch der höchstbewertete Wein der Probe ist und über enormes Zukunftspotenzial verfügt. Bründlmayer empfiehlt bei Weinen dieses Kalibers ohnehin eine sieben- bis achtjährige Flaschenreife, um die Dimensionen dieser Weinmonumente voll genießen zu können.

Bei den Rieslingen mit Regionalbezeichnung geht der Sieg an Helmut Mold vom Langenloiser Weingut Fichtenbauer-Mold für den Riesling Kamptal DAC mit der Zusatz­bezeichnung »Klassik«. Der beste Riesling mit Ortsappellation ist jener vom Weingut Schloss Gobelsburg: der Riesling Kamptal DAC Zöbing. Und der Sieger in der Lagen­kategorie ist der feinstrahlige Kamptal DAC Reserve Ried Zöbinger Heiligenstein 1 ÖTW aus dem Haus Jurtschitsch.

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Aus Falstaff Magazin Nr. 08/2016

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