Kärntens Spätsommer-Juwelen

Der »Sternenbalkon« des Gasthofs »Bergfried« in Gschriet ist ein beliebtes Ausflugsziel. 

© Daniel Zupanc

Der »Sternenbalkon« des Gasthofs »Bergfried« in Gschriet ist ein beliebtes Ausflugsziel. 

© Daniel Zupanc

Ob Genießer oder Verliebte, Wanderer oder Erholungssuchende, in der Region rund um den Millstätter See können sie es sich gut gehen lassen. Warum? Hier ist der Weg allein nicht das Ziel, und so lassen sich zwischen Almen und Wirtshäusern, Bergen und Seen vor allem en passant Genüsse für alle Sinne entdecken. 

Über dem See thront im Osten der Weltenberg Mirnock, auf dessen Pfaden es rot funkelt, blutrote Granate überall. Die letzten Meter auf dem Weg zum Gipfelkreuz verlaufen über die »Scala Paradisi« – 30 Stufen mit Monolithen als steinerne Wegweiser. Unterwegs laden Mirnock-Möbel zum Ausruhen ein. Diese sanft geschwungenen Bänke erinnern an die Geländeform der umgebenden Berge, die in ihrem Inneren das größte Granatvorkommen der Alpen beherbergen. Die rubinroten Steine einfach aufheben und einstecken – auch Reisende längst vergangener Zeiten trugen die Granatsteine als Glücksbringer in ihren Taschen.

Geschmacksgeheimnis bei Fisch: Frische. Am Millstätter See wird diese zelebriert.

Geschmacksgeheimnis bei Fisch: Frische. Am Millstätter See wird diese zelebriert. 

© Sam Strauss

Selbstverständlich kommt die Kulinarik nicht zu kurz. Es sind Käse, Wild, Speck, Kräuter und Fisch, die hier Lust auf mehr machen. Vor allem Fisch, möchte man sagen, denn rund um den Millstätter See dreht sich alles um die Reinanke. Die ist das Wappentier des tiefsten aller Kärntner Seen, und an ihr gibt es dementsprechend kein Vorbeikommen. Ob roh mariniert und zum Sushi gemacht, geräuchert, sanft gedämpft, ins Risotto verarbeitet oder als Tapas gereicht, der Fisch ist immer der Star, und sein Ruhm wird auf den Tellern dementsprechend in Szene gesetzt und zelebriert.

Der »Metzgerwirt« in Radenthein verarbeitet Fleisch, Fisch und Krebse auf Haubenniveau.

Der »Metzgerwirt« in Radenthein verarbeitet Fleisch, Fisch und Krebse auf Haubenniveau. 

© Angelika Kampfer

Erlebniskulinarik

Einer dieser Zeremonienmeister der Reinanke ist Peter Sichrowsky. Er ist einer von vier Reinankenwirten am Millstätter See und rudert täglich mit seiner Zille auf den See hinaus, um die begehrten Fische – ganz traditionell – mit seinem Schwebenetz zu fangen. Das dürfen übrigens nur die Reinankenwirte, die dieses Recht noch aus der k. u. k. Zeit besitzen. Danach wird der frische Fang zu grandiosen und außergewöhnlichen Gerichten verarbeitet. 

Peter Sichrowsky zeigt, wie mit Schwebenetz  Reinanken gefischt werden.

Peter Sichrowsky zeigt, wie mit Schwebenetz Reinanken gefischt werden. 

© Sam Strauss

Außergewöhnlich speisen, nicht nur mit Fisch, lässt es sich in diesem Teil Kärntens übrigens fast überall. Ein gutes Beispiel ist der Gasthof »Bergfried« in Gschriet. Hier muss man unbedingt auf dem »Sternenbalkon« die Aussicht genießen und dabei die kulinarischen Köstlichkeiten der Mirnock-Bauern verkosten. Am besten bestellt man sich dafür einen Picknickkorb, der Köstlichkeiten wie den sagenumwobenen Mirnockspeck, Käse von den Almen der Umgebung und die berühmten »Mirnockaugen« – das sind süße Krapfen, die mit einem Marmeladen-Auge verfeinert sind – enthält.

Zudem lässt man sich hier immer etwas einfallen, um in Sachen Erlebniskulinarik einen kleinen Vorsprung zu haben. Wie beim Alm-Tafeln am Granattor. Dabei bekommt man im Rahmen einer geführten Wanderung ein Vier-Gänge-Menü serviert, den herrlich funkelnden See immer schön im Blickfeld. Ja, und auch die Liebe kommt nicht zu kurz in der Region Millstätter See. Für Liebespaare (aber nicht nur für sie) hat man den »Sentiero dell’Amore«, einen Weg der Liebe zwischen Alexanderhütte, Millstätter Hütte und dem Granattor, erschaffen – das perfekte Umfeld für romantische Beziehungspflege. 

Das Granattor ist zum  heimlichen Wahrzeichen der Region Millstätter See avanciert.

Das Granattor ist zum heimlichen Wahrzeichen der Region Millstätter See avanciert.

© Franz Gerdl

Das geht übrigens auch direkt am See. Etwa im »1. Kärnten Badehaus« oder mit einem Entschleunigungsprogramm, bei dem man Ruhe und Magie des Millstätter Sees genießen kann. Am besten erkundet man am frühen Morgen mit einem Ruderboot das unverbaute Südufer mit seinen versteckten Buchten, die sich für ein Frühstückspicknick förmlich aufdrängen. 

Aus dem Falstaff Kärnten Spezial 2017