Juan Amador in seinem Mannheimer Restaurant / Archivbild beigestellt
Juan Amador in seinem Mannheimer Restaurant / Archivbild beigestellt

Viel wurde über das Wien-Projekt von Juan Amador spekuliert, jetzt hat der deutsche Spitzenkoch dem Falstaff konkrete Details zu seinem geplanten Restaurant verraten. Als Location hat der spanisch-stämmige Herdvirtuose das »Cabaret Renz« auserkoren. Es handelt sich dabei um ein ehemaliges Revue-Theater, das in seiner Historie auch schon mal Edelpuff und Szenelokal war. Der Umbau der Immobilie wird dieser Tage beginnen, der Hauseigentümer hat sie bereits komplett entkernt. Was Amador konkret plant, erzählt er im Gespräch mit Falstaff:

Falstaff: Wie sind Sie auf das »Cabaret Renz« gekommen?
Juan Amador: Ich kenne die Stadt seit acht Jahren sehr gut. Zusammen mit meiner Wiener Frau feile ich schon lange an diesem Projekt. Noch vor der Location haben wir mit den »Urbanouts« Architekten gesprochen, die auch die Street-Lofts umgesetzt haben. Gemeinsam sind wir auf das »Cabaret Renz« gekommen, das immer unser Favorit war. Am Donnerstag verganene Woche konnten wir uns dann fix einigen.

Auf welche Küche dürfen wir uns freuen? Heißt das Ziel wieder »drei Michelin Sterne«?
Wir werden auf allerhöchstem Niveau kochen, das können wir am besten. Ich selber werde aber »drei Sterne« nie in den Mund nehmen. Das Restaurant soll voll sein, die Gäste sollen glücklich sein. Ich habe Super-Kollegen in Wien, über Sterne zu spekulieren wäre ihnen gegenüber respektlos. Es wird daher auch kein normales Restaurant werden, ich möchte einen Chef's Table, beziehungsweise eine Thekensituation wie man das aus der Top-Gastronomie in Tokio kennt. Oder vom Brooklyn Fare in New York. An der Bar sind zwölf bis 14 Plätze geplant, sonst wird es nur zwei Tische für sechs bis zehn Personen in einem Private-Dining-Bereich geben. Weniger ist mehr, das ist viel effektiver.

Wird das Restaurant in Mannheim weiter bestehen?
Nein. Das Restaurant in Mannheim wird geschlossen, der Vertrag läuft aus. Der Großteil meiner Mannschaft wird mich nach Wien begleiten. Ich kenne Wien, hier muss man in der Gastronomie persönlich anwesend sein, das werde ich auch. Es stand übrigens auch Berlin auf der Uhr, aber ich bin froh, dass es Wien geworden ist.

Wie sieht der Zeitplan konkret aus?
Noch in dieser Woche werden die Verträge unterschrieben. Bis April soll die Vorplanungsphase abgeschlossen sein, dann kann zügig mit dem Umbau begonnen werden, der bis September abgeschlossen sein soll. Das Cabaret ist bereits entkernt, auch der Zwischenstock ist entfernt, wodurch sich eine beeindruckende Raumhöhe ergibt. Alle Beteiligten, der Hausbesitzer, wie auch die Stadt Wien (Anm.: Betriebsanlagengenehmigung) kommen uns sehr entgegen. Die Eröffnung soll im Oktober erfolgen, das ist knapp aber machbar.

Wer finanziert das Projekt?
Wir haben keine Investoren. Die Finanzierung organisiere ich selbst und erfolgt über »Family and Friends«. In verschiedenen Bereichen bekommen wir Unterstützung von Sponsoren.

Wie wird das Wein-Angebot gestaltet werden?
Wir werden nur spanische Weine haben (lacht). Nein im Ernst, das Thema Wein ist für uns sehr wichtig. Im gleichen Haus gibt es ein Gassenlokal, das wir mit übernehmen und eine Weinbar daraus machen werden. Die Eröffnung wird ein bis zwei Monate später erfolgen. Tatsächlich wird es Richtung Spanien gehen, es soll aber auch einige deutsche Weine geben. Natürlich auch österreichische, aber dieses Thema ist in Wien ja schon sehr gut besetzt. Die Bar hat 80 bis 90 Quadratmeter und wird bis zu 40 Personen Platz bieten. Zum Essen wird es Tapas geben, sehr einfach, aber mit Top-Grundprodukten.

(von Bernhard Degen)

Standort: Ehemaliges Cabaret Renz
Zirkusgasse 50,1020 Wien

 

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