Johannes Lingenhel im Innenhof, den bald ein Schanigarten zieren soll © Christof Wagner
Johannes Lingenhel im Innenhof, den bald ein Schanigarten zieren soll © Christof Wagner

Die Augen leuchten und seinen Dauer-Smiley kann er nur schwer verbergen, wenn Johannes Lingenhel voller Vorfreude über sein neues Projekt spricht. Der gebürtige Vorarlberger hat seine Anteile am Delikatessenhändler Poehl am Naschmarkt verkauft und feilt seit längerem an seiner Idealvorstellung urbaner Gastronomie mit besten Lebensmitteln.

Lingenhel konnte ein historisches Ensemble an der Wiener Landstraßer Hauptstraße erstehen und verriet dem Falstaff vor Ort seine Pläne. Man kann sich nur schwer seiner Begeisterung entziehen, es klingt sehr nach einer spannenden Bereicherung für die Wiener Feinschmecker-Gemeinde.

Urbane Genussoase
Bei der Immobilie handelt es sich um das »Haus Fernolendt« auf der Landstraßer Hauptstraße 74, einem über 200 Jahre alten Haus mit historistischer Fassade und einem bezaubernden Innenhof. Marie von Ebner-Eschenbach war wohl die berühmteste Bewohnerin dieses Hauses, benannt ist es nach einem Wiener Industriellen. Lingenhel will es zu einer urbanen Genussoase mit den Schwerpunkten Käse, Prosciutto und Salami ausbauen. Durch sein langjähriges Engagement am Naschmarkt konnte Lingenhel ein internationales Netzwerk mit den besten Produzenten, die er alle persönlich kennt, knüpfen. Besonders spannend findet der Wahl-Wiener Produkte aus Kroatien, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal und auch England, wie er eigens betont.

Robert Paget macht den Käse vor Ort
Das Herz der Genussoase soll eine eigene Käserei werden, die im hinteren Bereich des Gebäudes liegen wird. »Mozzarella ist dann am besten, wenn er ganz frisch ist«, unterstreicht Lingenhel im Gespräch mit Falstaff. Als Partner konnte er Käse-Guru Robert Paget gewinnen, der fünf Büffelkühe zur Gänze dem Landstraßer Projekt zur Verfügung stellen will. Drei Mal pro Woche soll Paget persönlich vor Ort sein und Käse, vorrangig Mozzarella, erzeugen. Die Produkte kann man dann ab Herbst 2015 im zur Straße gewandten Laden kaufen, wo es auch eine kleine Bar mit Snacks und Kaffee geben wird.

Situationselastisches Restaurant
Hinter dem Shop ist ab 2016 ein kleines, feines Restaurant ohne starre Speisekarte geplant. Der Koch soll in der Früh in den Shop gehen, die frischesten Produkte aussuchen und zwei bis drei Speisen zubereiten – jeden Tag neu. Natürlich können die Gäste auch gleich selber im Shop einkaufen und die Köstlichkeiten mit einem Glas Wein nebenan genießen. Zwischen Küche und Käserei ist ein intimer Raum mit einem Chef's Table geplant, im lauschigen Innenhof wird es einen kleinen Schanigarten geben. »Einkaufen, Essen, versumpern« lautet das Motto von Johannes Lingenhel.

Historischer Keller
In einer dritten Ausbaustufe wird Lingenhel noch ein zweites Geschäftslokal in das Projekt integrieren. Von dort aus soll man zu einem eindrucksvollen Kellergewölbe gelangen, das sich mehr als zehn Meter unter der Erde befindet. Dort plant der Genuss-Aficionado eine Vinothek, die man für Veranstaltungen und Verkostungen mieten kann. In den Gängen des über 200 Jahre alten Kellers soll Käse in Ruhe reifen dürfen.

Wie es mit dem Projekt voran geht, wird Linghel selbst laufend in einem Blog erzählen, die Eröffnung des Shops und der Käserei ist im Herbst 2015 geplant.

www.lingenhel.com

(von Bernhard Degen)

 

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