Italien – wo der Genuss zu Hause ist

In jedem Winkel Italiens locken die verführerischsten Delikatessen.

© Shutterstock

In jedem Winkel Italiens locken die verführerischsten Delikatessen.

In jedem Winkel Italiens locken die verführerischsten Delikatessen.

© Shutterstock

Neben den wertvollen Kulturschätzen und der einzigartigen Landschaft beindruckt Italien vor allem mit seiner exzellenten Küche, die so abwechslungsreich wie das Land selbst ist. Essen genießt einen unglaublich hohen Stellenwert und die Kochkünste von Mamma und Nonna werden verehrt. Esskultur ist – wenn man von Fußball absieht – das Gesprächsthema Nummer eins: Es wird über Rezepte philosophiert, es werden Restaurant-Tipps ausgetauscht und vor allem wird darüber diskutiert, wo man die besten Lebensmittel bekommen kann.

Italien ist reich an traditionellen Spezialitäten, die zwar zum Teil auch im Ausland erhältlich sind, aber die beste Qualität bekommt man nur vor Ort. Egal ob es Trüffel aus dem Piemont oder Umbrien sind, Käse- und Wurstspezialitäten aus der Emilia-Romagna, Pesto nach ligurischer Tradition oder sizilianische Gaumenfreuden mit arabischen Einflüssen: jede Region verfügt über eigene kulinarische Spezialitäten. Genießen hat in Italien Tradition.

Nicht von ungefähr wurde die inzwischen international agierende Slow-Food Bewegung vor 30 Jahren in Italien gegründet. Natives Olivenöl, regionales Gemüse und fangfrischer Fisch, feste Bestandteile der italienischen Küche, fördern nachweislich die Gesundheit und gehören zu den Basisprodukten der so genannten Mittelmeerdiät, die die UNESCO zum Welterbe erklärt hat. Es ist unmöglich, all die köstlichen italienischen Spezialitäten aufzuzählen, aber einige der Höhepunkte dürfen hier nicht ungenannt bleiben.

Olivenöl und Balsamico Essig dürfen bei keinem Essen fehlen.
Olivenöl und Balsamico Essig dürfen bei keinem Essen fehlen.

© Shutterstock

Olivenöl

Wer gutes Olivenöl »extra vergine« zuhause hat, der ist immer für unerwartete Gäste gerüstet, denn hochwertiges Öl ist das Fundament der italienischen Küche. Die Herstellung von bestem Öl ist äußerst aufwendig, deswegen kann es nie billig angeboten werden. Die Farbe variiert von sattem Goldgelb bis zu frischem Grün und sagt nichts über die Qualität aus, denn die Farbe kann am einfachsten manipuliert werden. Wichtig sind ein vielschichtiges Duftbild und würzige Schärfe am Gaumen als Parameter für die Hochwertigkeit des Öls. Oliven werden in fast ganz Italien kultiviert, die Hochburgen finden sich um den Gardasee, in der Toskana, in Apulien, in Kampanien und auf Sizilien.

Balsamico

Die Herstellung von echtem Balsamico Tradizionale ist eine wahre Wissenschaft, die auf Jahrhundertelanger Erfahrung beruht. Traubenmost wird eingekocht, reduziert und in einer akribisch angeordneten Holzfass-Batterie zur Reife gebracht. Echter Tradizionale muss mindestens zwölf Jahre lang reifen und erst nach insgesamt 25 Jahren Fassreifung darf er die Bezeichnung »extra vecchio« tragen. Diese höchste Qualität ist ein rares Luxusprodukt, mit dem man beispielsweise Käse veredeln kann. »Normaler« Aceto Balsamico di Modena bzw. Reggio Emilia ist ein IGP Produkt (mit EU-Herkunftsschutz), darf ausnahmslos aus diesen Gebieten stammen und unterliegt strengen Qualitätsvorgaben. Balsamessig ist ein unverzichtbarer Betandteil der italienischen Kulinarik und hat bereits einen weltweiten Siegeszug hinter sich.

Büffelmozzarella für eine feine Pizza oder Insalata Caprese...
Büffelmozzarella für eine feine Pizza oder Insalata Caprese...

© Shutterstock

Büffelmozzarella

Himmlisch sanft und erfrischend schmelzig schmeckt der feine Büffelmozzarella aus Kampanien. Er ist Bestandteil zahlreicher Gerichte und mundet roh ebenso wie gebacken.
 Um seinen exzellenten Geschmack zu bewahren, ist seine Herstellung strikten Produktionsregeln unterworfen. Die Verordnungen stammen von einem Konsortium, das 1981 gegründet worden ist und der Delikatesse die europäische Anerkennung »DOP« als geschützten Ursprung bescherte. Nach den strengen Richtlinien darf für den Büffelmozzarella nur die namensgebende Büffelmilch verwendet werden. Sie ist im Unterschied zur regulären Kuhmilch deutlich reicher an Proteinen, Mineralstoffen und Fetten. Rund vier Liter Milch und Lab sowie Salz sind erforderlich, um ein Kilo der Köstlichkeit herzustellen. Dies relativiert dann oft auch den Preisunterschied.

Trüffel und Pasta, ein Traumpaar.
Trüffel und Pasta, ein Traumpaar.

© Shutterstock

Trüffel

Wann die Trüffelzeit beginnt muss man in Italien nicht erst erfragen, man riecht es, wenn man durch die Gassen der Trüffelhochburgen im Piemont oder in Umbrien schlendert. Der Duft der edlen Knollen strömt ins Freie und zieht die Feinschmecker förmlich in die Lokale hinein.

Mehr über italienische Trüffelkultur

Peperoncino gibt vielen Gerichten Pfiff

© Shutterstock

Peperoncino

Das rote Gold von Kalabrien erinnert nachdrücklich an den Einfluss des Orients auf die lokale Küche, die sich die Aromenvielfalt und Würze bewahren konnte. Der italienische Chili wird Peperoncino genannt und gilt im Süden als König aller Rezepte. Die Stadt Diamante ist dessen Hauptstadt und hat dem Piparedduzzu (so wird der Chili im lokalen Dialekt genannt) sogar eine Akademie gewidmet. Neben Saucen aller Schärfegrade sollte man die berühmte N'duja probieren: Eine mit Chili aromatisierte Wurst, die als Antipasti serviert wird oder andere Vorspreisen aufpeppt.

Der König der Käse
Der König der Käse

© Shutterstock

Parmigiano

Der wohl bekannteste Käse der Welt wird seit 900 Jahren in nahezu unveränderter Form hergestellt. Parmigiano Reggiano ist der wahre Schatz des kulinarischen Dreiecks zwischen Apennin, Po sowie Reno und darf in keinem lokalen Rezept fehlen, wenn man mal von Desserts absieht. Die Qualität ist derart verlässlich und konstant, dass die rund 40 Kilo schweren Laibe sogar als Zahlungsmittel oder zur Kreditsicherung dienen. Einen ersten Reifehöhepunkt erfährt Parmesan nach 24 Monaten, es gibt aber auch traumhafte Exemplare mit bis zu 90 Monaten Reife.

Prosciutto crudo: Hauchdünn muss er geschnitten werden...

Prosciutto crudo: Hauchdünn muss er geschnitten werden...

© Shutterstock

Prosciutto crudo

Hauchdünn müssen sie geschnitten werden, die luftgetrockneten Schweineschinken, die monate- und jahrelang reifen dürfen. Dann schmelzen sie förmlich auf der Zunge und hinterlassen einen feinen salzig-würzigen Geschmack der seinesgleichen sucht. Die beiden wichtigsten Zentren der Prosciutto-Kultur sind Parma in der Emilia Romagna und San Daniele im Friaul. Prosciutto crudo ist nicht nur ein geschmackvoller Antipasti-Klassiker für sich, er findet auch bei tausenden Rezepten stimmige und genussvolle Verwendung als Zutat.

Essen als genussvolles Gemeinschaftserlebnis.
Essen als genussvolles Gemeinschaftserlebnis.

© Shutterstock

Wiege des Slow Food

All die einzigartigen Lebensmittel und die damit verbundene Genusskultur haben in den 1980er-Jahren zu einer breiten Widerstandsbewegung gegen die grassierende Fast-Food-Unkultur geführt. Dem schnellen und wirtschaftlich getriebenem Satt-Essen wurde die Geschichte von italienischen Spezialitäten und die Raffinesse der Küche entgegengestellt. Der Protest manifestierte sich in der Slow Food-Bewegung, die von Italien ausgehend international anerkannt ist. Ausgezeichnete Slow Food-Produkte repräsentieren nachhaltige Genusskultur auf die man sich verlassen kann.


Mit freundlicher Unterstützung von

Mehr zum Thema

News

Spitzenkoch Jürgen Csencsits verrät sein Lieblingswirtshaus

Falstaff hat dem Spitzenkoch seine Geheimtipps für das Südburgenland entlockt. Diese Buschenschänken und Gasthäuser sollte man unbedingt besuchen.

News

Selbstversuch: Käse zu Hause selber affinieren

Wie man zu Hause Käse affinieren kann – und wie man ihn am besten lagert.

News

Quiz: Food-Know-How – Teil 1

Wie gut kennen Sie sich mit Lebensmitteln aus? Im ersten Teil dreht sich alles um Obst, Gemüse, Gewürze & Co.

News

Best of: Streetfood to go in Wien

Kaiserschmarrn, koreanische Corndogs, Dumplings und Knödel: Wiens Take-Away-Angebote sind so vielfältig wie noch nie. Wir verraten unsere Favoriten.

News

Die Zukunft der begehrten Kaffeebohnen

Die Zukunft der Kaffeebohnen ist angesichts des Klimawandels in Gefahr. Was tun, um neue, aggressive Pilzarten, starke Preisschwankungen und...

News

Die Top 7 Kurse für Foodies

Kochen ist eine Kunst, aber es gibt auch viele kulinarische Fertigkeiten, die weit über das Zubereiten von Mahlzeiten hinausgehen. Hier sind sieben...

News

Craft-Beer-Boom im Burgenland

Ein klassisches Bierland ist das Burgenland, dessen Landschaft von Weingärten und dem Neusiedler See geprägt ist, ja nicht. Doch der Craft-Bier-Boom...

News

Umfrage: Was würden Sie auf keinen Fall essen?

Von Koriander bis Froschschenkel – auf welche Zutaten oder Lebensmittel verzichten Sie lieber?

News

Die besten Veggie-Restaurants

Von Kopenhagen bis New York: Diese Restaurants gelten international als Places to be für Veggies.

News

Tim Raue im Interview über Veganismus und andere Glaubensfragen

Anlässlich des Veganuary und seiner neuen »Planted Limited Edition« haben wir Tim Raue die aktuelle Gretchen-Frage gestellt: Wie hält es der Berliner...

News

Der Boom der alkoholfreien Spirituosen-Alternativen

Alkoholfreie Spirituosenalternativen boomen. Und das, obwohl es – gelinde gesagt – schwierig ist, Gin, Whisky, Rum & Co ohne den wichtigen...

News

Wissenschaft: Darm und Immunsystem

Die Beziehung zwischen Darm und Immunsystem ist kompliziert und komplex. Man weiß, dass man bei Weitem noch nicht alles weiß, und ist auch schon mal...

News

Burgenland: Wandern zum Wein, wohnen beim Winzer

Burgenland-Besucher werden mit einer Fülle von Eindrücken belohnt. Vor allem aber mit der Kulinarik um die unterschätzten »Berge« des Bundeslands.

News

Das steckt hinter dem Veggie-Boom

Wer dauerhaft oder teilweise auf tierische Produkte verzichtet, zelebriert Ernährung als Lifestyle. Und kann dank kreativer Köche trotzdem auf...

News

Kulinarik im Iran: Orient trifft Asien

Durch die wechselvolle Geschichte Persiens und die Lage des Landes an der historischen Seidenstraße ist die iranische Küche zu einer attraktiven...

News

Bachl's Restaurant der Woche: Das Blaufränkisch

Optisch ein biederes Landhotel. Auf den Tisch kommt in dem Restaurant im burgenländischen Deutschkreutz Asia-Küche vom Ex-»Yohm«-Koch.

News

Heiße Suppen und Currys für kalte Tage

Ob klassische Fleischbrühen, exotische Phos oder würzige Currys: Diese wärmenden Gerichte machen die aktuelle »Eiszeit« erträglicher.

News

Italien: Weinjahr 2017 letztlich positiv

Nach einer wettertechnisch extremen Wachstumsphase, können Italiens Winzer jetzt doch noch eine weitgehend positive Bilanz ziehen – was die Qualität...

News

Viva Italia: »Cucina alla Mamma«

Nirgendwo sonst in der Welt hat die Mamma in der Küche einen höheren Stellenwert als in Italien. Falstaff besuchte einige Köchinnen, um ihnen die...