Italien: »Volcanic Wines« von Nord bis Süd

Auch am Ätna wird Weinbau betrieben

© Shutterstock

Auch am Ätna wird Weinbau betrieben

Auch am Ätna wird Weinbau betrieben

© Shutterstock

Von Soave im Veneto bis nach Milo in Sizilien sind sie quer über Italien verstreut, die Weinbaugebiete, die sich auf vulkanischem Gestein befinden. Es sind dies Soave, Gambellara, die Colli Euganei, die Colli Berici und Lessini Durello im Veneto, Frascati und die Tuscia im Latium, Orvieto in Umbrien, Vulture in der Basilicata, Pitigliano und Sovana in der Toskana, die Campi Flegrei am Vesuv und der Ätna. Mit der Dachmarke Volcanic Wines wollen sie in Zukunft ihren Eigenheiten und Gemeinsamkeiten mehr Sichtbarkeit geben. Diese sind eine ausgeprägte Mineralik sowie deutlich wahrnehmbare Noten nach Salz in Nase und Mund, unterstützt von hervorstechender Saftigkeit im Trunk. Noten vom Rauch, Jod, und Feuerstein ziehen sich durch die spannende Verkostung der Weine. Ausschlaggebend dafür sind hauptsächlich Basalt, Bims und Tuff auf denen sie wachsen. Diese Vulkangesteine sind sehr porös und können bis zu 100 Prozent vom Eigengewicht an Wasser aufnehmen und es sehr langsam wieder frei geben.

Sie sind ideale Wasserspeicher für die Wurzeln der Rebe, vor allem in sehr trockenen und heißen Jahren. Die Wurzen atmen besser und nutzen den Kontakt zum Felsen, um die in den Steinen enthaltenen Gase und Mineralstoffe aufzusaugen. Gemeinsamkeiten unterstreicht auch Sandro Gini, Präsident des Konsortiums Soave: »Wir sind alles befreundete Mitspieler, die den Charakter unserer Weine in einer gemeinsamen Promotion bündeln wollen. Unsere Weine sind speziell und weltweit einzigartig. Dies gilt es zu kommunizieren.« Es gibt weltweit nur knapp 20 vulkanische Weinbauregionen, vom Kaiserstuhl über Kalifornien bis nach Australien. »Es ist sehr schön, dass nach einigen Wechseln an der Spitze der verschiedenen Konsortien wir nun alle vermehrt an einem Strang ziehen. Wir sind in Italien eine Rarität, da wir den Norden mit dem Süden verbinden, um ein gemeinsames Projekt voranzutreiben«, so Gini stolz.

Impressionen

Die nächsten Schritte

»In den letzten zehn Jahren wurde einiges erreicht. Winzer, Konsortien, Journalisten und Konsumenten glauben an die Volcanic Wines. In puncto Kommunikation kann man durchaus ein Wachstum an Bekanntheit bekunden, jedoch sei es noch zu früh um eine wirtschaftliche Bilanz zu ziehen«, so Edoardo Ventimiglia, neu gewählter Präsident vom Konsortium Pitigliano. »Zudem muss eine klar definierte geologische Karte her. Vulkanweine sind nur jene, die de facto auf vulkanischem Gestein wachsen«.

Zeitnah wird die italienische Vereinigung der Geologen eine Publikation zum Thema »Wein & Vulkan« absegnen und somit die besonderen Ausprägungen und nachweisbaren Verbindungen zwischen Rebensaft und vulkanischem Territorium anerkennen. Mit einer international anerkannten Karte sollen jene Winzer, die von der Marke Volcanic Wines Gebrauch machen wollen, zertifiziert und verifiziert werden. Die genauen Kriterien für die Zertifizierung sind allerdings noch in Ausarbeitung und es wird nicht einfach werden alle Konsortien auf ihre Kosten kommen zu lassen.

Weintipps

Nicht entgehen lassen sollte man sich folgende vulkanische Weine:

Etna, Sizilien:
I Vigneri – Vigna di Milo Carricante 2015
I Vigneri – Vinudilice Nerello Mascalese 2017
Tenuta di Fessina – Musmeci Etna Rosso 2008
Feudo Cavaliere – Millemetri Etna Rosso 2008
Benanti – Rovittello Etna Rosso 1998

Soave, Veneto:
Gini - Contrada Salvarenza Vecchie Vigne Soave Classico 2008

Orvieto, Latium:
Sergio Mottura – Poggio della Costa Grechetto 2008

Pitigliano, Toskana:
Sassotondo – Solina Bianco di Pitigliano 2009

Fest steht, dass vulkanische Weine das gewisse Etwas in Aura und Geschmack haben. Unbedingt im Auge behalten!