Invest now – Anlegerwohnungen boomen

Wiener Wohnungen als Kapitalanlage können sich durchaus lohnen.

© Shutterstock

Wiener Wohnungen als Kapitalanlage können sich durchaus lohnen.

© Shutterstock

http://www.falstaff.at/nd/invest-now-anlegerwohnungen-boomen/ Invest now – Anlegerwohnungen boomen Soll eine High-End-Wohnung weitervermietet werden, muss einfach alles passen. »Alles« ist aber recht subjektiv. Warum es sich lohnt, gemeinsam in Altbauten oder alleine in kleine Neubauwohnungen zu investieren: eine ­Blitzumfrage. http://www.falstaff.at/fileadmin/_processed_/a/7/csm_Living-invest-now-c-shutterstock-2640_f73cd6cca6.jpg

Terrasse auf Wohnebene, möglichst wenig Dachschrägen, Parkplatz im Haus, elegante Oberflächengestaltung, Klimaanlage beziehungsweise -decke und vor allem: Lage, Lage, Lage – im Luxussegment muss bei einer Mietwohnung »alles passen«,  weiß Andrea Purkl, Bereichsleiterin Asset Management bei Wert­Invest. »Einem Investor sollte immer bewusst sein, dass der Markt für Luxus-Mietwohnungen eingeschränkt ist und eine Konkurrenz­situation zur Eigentumswohnung besteht. Viele potenzielle Mieter bevorzugen den Kauf einer Wohnung, Luxuswohnungen lassen sich daher vor allem an Diplomaten und Manager aus dem Ausland vermieten.« Hierbei muss einem klar sein: Die Fluktuation ist hoch. wohninvest-Eigentümer Robert Fotter sekundiert: »Im hochwertigen Segment will man sich etwa die Küche selbst aussuchen und keine Kompromisse machen müssen.« Das Interesse an einer Investition in Immobilien ist aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen nach wie vor hoch – ob der Kauf und die Weitervermietung des Überdrüber-Penthouses wirklich sinnvoll sind, ist dagegen fraglich. Purkl: »Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass große und teure Wohnungen in der Zweit- und Dritt­vermietung oftmals länger leer stehen.«

Residenz Montleart: Eigengärten, Loggien, Dachausbauten – alles ist möglich. Noch kann in dieses Projekt investiert werden. www.wohninvest.at

Foto beigestellt

LIVING sprach neben WertInvest (aktuelles Veranlagungsprojekt: Traungasse 12, 1030 Wien) und wohninvest auch mit Experten der Immobiliendienstleister EHL und Otto. Das Feedback war einhellig: Wer clever und nachhaltig investieren möchte, sucht nach kleinen Wohnungen mit kompaktem Grundriss in guter Lage. David Breitwieser von EHL nennt die Eckdaten: »Zwei Zimmer und Balkon, circa 45 Quadratmeter, Neubau, U-Bahn-Nähe.« Eine Luxuswohnung sollte man, so der Makler, »in erster Linie für sich selbst kaufen. Der Anlageerfolg wird selten mit dem einer typischen Vorsorgewohnung vergleichbar sein.« Wenig verwunderlich also, dass das »Interesse an Vorsorgewohnungen ungebrochen gut« ist, wie Richard Buxbaum von Otto Immobilien, attestiert. »Anleger sind heute, wohlgemerkt, kritischer als früher und überlegen ganz konkret, wo sie investieren.« Eine Mitsprache der Investoren ist sowohl bei Vorsorgewohnungen als auch beim Bauherrenmodell prinzipiell möglich, teils sogar gewünscht, wenn auch, so Buxbaum, »die Wohnbauprojekte so professionell konzipiert sind, das meistens kein Adaptierungsbedarf besteht«. 

Vorsorgewohnungen Bergmillergasse: Fertigstellung 2017: Die hochwertige Ausstattung und günstige Lage machen diese Adresse zu einem interessanten Investitionsobjekt. www.ehl.at

Foto beigestellt

Nur kein Leerstand

Wer eine Vorsorgewohnung erwirbt, ist Eigentümer einer ganz speziellen Wohnung. Wird sie nicht vermietet, bleiben die Einnahmen aus. Auf der anderen Seite lässt sich das Investment im besten Fall leicht weiterverkaufen. Beim Bauherrenmodell dagegen investieren Private Kapital in ein gefördertes Bauprojekt (Beispiel: Wiener Wohnfonds), teilen sich also das Eigentum an einem Haus. Die ­Wohnungen ­werden nicht parifiziert. Das Spannende an diesem Modell: Durch eine verkürzte Abschreibung der Bau- und Planungskosten können 15 Jahre lang Einkommen und Lohnsteuer reduziert werden. »Gerade bei Stiftungen ist der Veranlagungsdruck groß«, erklärt Gerold Pinter, Steuerberater und Eigentümer von wohninvest. Das Bauherrenmodell ist die »flexibelste Form der direkten Immobilienbeteiligung, mit dem Ziel, langfristiges, wertgesichertes und arbeitsfreies Zusatzeinkommen zu generieren. wohninvest versteht sich hierbei als One-Stop-Shop für Investoren, wir kümmern uns auch um die Vermietung.« Der »Boutique-Anbieter für exklusive Immobilien« (O-Ton Fotter) hat sich auf die Sanierung von Altbauten »mit besonderem Charme« spezialisiert. 30 Objekte mit 45.000 Quadratmeter Wohnnutzfläche und 200 Millionen Euro Projektvolumen sind es mittlerweile, das älteste Gebäude stammt aus dem Jahr 1618. »Denkmalschutz ist für uns aus steuerlichen Gründen sogar vorteilhaft«, so Fotter. Zehn Bauherren beteiligen sich im Schnitt an einem Projekt, ab 100.000 Euro – verteilt auf drei Jahre – ist man dabei. »Die kurzfristige Rendite mag in einem Neubau mit 2,5 Meter hohen Decken höher sein, aber wir dürfen mit schöner, alter Substanz (Raumhöhen über 3,20 Meter) arbeiten und profitieren von der Wertsteigerung durch Verknappung des Angebots. Altbauten verschwinden immer mehr, werden abgerissen, oder Wohnungen werden parifiziert.« Der durchschnittliche Investor: 46 Jahre alt, Arzt, Manager – oder Profisportler. Die Bonität aller wird vorab überprüft. Einmal im Jahr treffen sich die Bauherren, viele verbindet bei Projektende eine Freundschaft oder man kommt sogar miteinander ins Geschäft.

Hergerichtet: So sieht ein Zimmer aus, wenn es für den Verkauf oder die Vermietung gestagt wurde. www.wohnfee.at

© Rudy Dellinger

Wer sich dagegen mit der Weitervermietung der eigenen Luxuswohnung beschäftigt, sollte sich die Dienste eines Staging-Service überlegen. Seit fünf Jahren im Geschäft ist etwa die »Wohn.Fee«. Marketing-Verantwortliche Jutta Wallner: »Nach mehr als 200 ge-stagten Objekten können wir sagen, dass sowohl Verkauf als auch Vermietung doppelt so schnell gehen, wenn das Objekt nicht leer, sondern möbliert präsentiert wird.« Die
Kostenseite: ein Richtwert von  ein bis drei Prozent des Verkaufspreises, zwei Monate Leihmöbel inklusive. Gerade die Lampen, so erzählt Wallner, werden übrigens gerne
übernommen.

Aus Falstaff LIVING 03/2016

Mehr zum Thema

News

Tradition als Herzstück der Evolution – Architekt Peter Pichler im Interview

Peter Pichler sorgt mit seinen spektakulären Projekten weltweit für Aufsehen. Nun wird ein Entwurf von ihm am Faaker See realisiert. Wichtig ist dem...

News

Nachwachsende Architektur: Der neue Holzbau-Boom

Wandelbar, wohnlich, solide tragend und noch viel mehr: Der ökologisch vorbildhafte Baustoff Holz wird immer populärer, und das längst auch jenseits...

News

Hoch gebaut: Häuser auf Stelzen

Das Leben am und mit dem Wasser ist schön, aber auch herausfordernd. Ein alte Weisheit besagt: »Wer nicht deichen will, muss weichen.« Doch es gibt...

News

Worauf es bei der Gestaltung der Dachterrasse ankommt

Was träumen wir nicht alle von einer Dachterrasse mit Blick auf die Stadt! Doch Achtung: Um den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen,...

News

Architektonische Highlights: Pools der Superlative

Swimmingpools müssen heute mehr bieten als die bloße Möglichkeit zur Erfrischung. Sie vervollständigen die Architektur, sind Wunder der Technik und...

News

Mit nachhaltigen Gebäuden gegen globale Erwärmung

Neu bauen und Umweltschutz? Das geht nur schwer zusammen. Spannender und zukunftsgewandter ist beispielsweise das Bauen im Bestand. Beim ersten HELLA...

News

Die exklusivsten Luxus-Villen, die man mieten kann

Einmal so leben und relaxen, wie die ganz besonders Reichen dieser Welt. Das geht! Auch wenn die Preise pro Nacht astronomisch sind, diese Villen sind...

News

Beton pur – Brutalistische Architektur weltweit

Das Baumaterial zur Schau stellen, nichts verschleiern und den Sichtbeton zum Stilmittel erheben. Gehasst oder geliebt, die brutalistische Architektur...

News

Montblanc Haus in Hamburg eröffnet

Der Luxus-Schreibgeräte-Hersteller Montblanc hat ein Museum in der Hansestadt eröffnet – als Hommage an die Kunst des Schreibens und den Wert schöner...

News

Die Natur ins Haus holen – Wohnen im Grünen weltweit

Ob im Dschungel oder im Wienerwald: Viele sehnen sich nach Nähe zur Natur. Mit üppiger Vegetation, zurückhaltender Architektur und fast unsichtbaren...

News

Das Artmann – Modernes Wohnen mit Altbau-Charme

Die Verbindung von historischem Ambiente und modernem Wohnkomfort ist in der Unternehmens-DNA von CUUBUUS fest verankert. Gründerzeitfassade trifft...

News

Top Ten der meistgesuchten Reiseziele: Montenegro

Eine besondere Perle an der Adria. Die hervorragende Lage, das warme Klima, die spektakulären Strände und das teilweise unberührte Hinterland erklären...

News

Krieg der Werte – Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Die russische Invasion in der Ukraine ist in der Immobilienbranche derzeit ein maßgebliches Thema. Wichtiger als die Frage, was aus den Villen von...

News

Wohnen mit Mutter Natur – Architekturprojekte im Grünen

Nobel, nobel! Bei diesen Projekten bezieht sich das Entzücken aber nicht nur auf die Architektur, sondern vor allem auch auf die Gärten und...

News

Sechs griechische Luxusvillen, die noch zu haben sind

Sie sind klein, aber fein. Und sie liegen zunehmend im Trend: Griechenlands touristisch kaum bekannte Inseln, die für anspruchsvolle Individualisten...

News

Wie der Mensch seine Umwelt gestaltet – Luftfotografie von Nicolas Cosedis

Der Mensch hinterlässt Spuren, die Gewalt sind. Um das zu verstehen, genügt ein Blick aus dem Fenster. Der Fotograf Nicolas Cosedis geht noch weiter,...

News

MY CITY: Architektonischer Rundgang durch Brno

Ondřej Chybík und Michal Krištof zeigen LIVING ihre persönlichen Architektur-Highlights der Metropole.

News

Architektur-Icons: Audrey Irmas Pavilion, Los Angeles

Sich des Audrey Irmas Pavilion anzunehmen, war keine leichte Aufgabe, die das Architektenbüro Office of Metropolitan Architecture (OMA) unter der...

News

Klimaneutral: »Null Kilometer«-Gewächshaus in Catalonien

Das im Naturpark »Serra de Collserola« in Barcelona errichtete Gewächshaus soll zeigen, wie unsere grundlegendsten Bedürfnisse auf ökologischere Weise...

News

Wohnen, wo man Urlaub macht – Chalets und Villen in Österreich

Hauptsache raus aus der Stadt? Nein, nicht ganz. Denn die Österreicher:innen definieren ganz genau, wo sie wohnen wollen.