»MS Europa« / Foto: beigestellt
»MS Europa« / Foto: beigestellt



FALSTAFF: Sie haben künftig die kulinarische Verantwortung für zwei der besten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Worin liegt die größte Herausforderung für Sie?
Wilke: Die zwei Schiffe unterscheiden sich ja vom Konzept her immens. Bei der »Euro­pa 2« stehen kulinarische Vielfalt und die moderne Interpretation im Vordergrund. Deshalb gilt es, beide Konzepte  klar zu trennen. Auf der »Europa 2« werden wir auch ganz andere, neue Dinge umsetzen. Hier habe ich aber noch keine Erfahrungen wie von den Abläufen auf der »Europa«. Das wird sehr spannend.

Auf der »Europa 2« wird es acht Res­taurants geben – welches wird das ­spannendste?
Die »Europa 2« wird mit ihrer noch größeren gastronomischen Vielfalt neue Standards auf See setzen. Die Gäste können eine kulinarische Reise an Bord unternehmen. Mein persönlicher Favorit ist das »Tarragon«, dort werden wir eine feine, französisch inspirierte Küche servieren und immer wieder etwas ganz anderes präsentieren.

Stefan Wilke / Foto: beigestellt
Stefan Wilke / Foto: beigestellt

Wie spontan können Sie auf den Schiffen die Menüpläne adaptieren?
Sehr gut. In den Häfen gehe ich meist sehr früh morgens auf den Markt, und fast jeden Tag haben wir ein, zwei Gerichte mit Zutaten von dort auf der Karte, wo wir gerade sind. Wir versuchen immer, frischen Fisch zu kaufen. Da sind hier und da auch Überraschungen dabei, wenn einem das Tier als regionale Spezialität angepriesen wird und man dann vor einem mit Gräten übersäten Filet steht und versuchen muss, die alle auszuzupfen. Das sind Dinge, die man sich aufschreibt, und beim nächsten Mal in diesem Hafen fällt man dann sicher nicht mehr darauf herein.

Seit über zwei Jahren arbeiten Sie auf der »Europa« mit Dieter Müller. Wie hat sich die Zusammenarbeit entwickelt?
Wir ergänzen uns immer mehr, und ich schätze ihn wirklich sehr. Natürlich sind manche seiner Ideen in der Menge an Bord nicht machbar, aber wir haben noch immer einen Weg gefunden.

Viele Gäste kennen die kulinarischen Festivals an Bord der »Europa«. Was sind Innovationen auf der »Europa 2«?
Zu besonderen Anlässen können Gäste privat dinieren und das maritim eingerichtete »Speisezimmer« mit lediglich 16 Plätzen exklusiv buchen. Außerdem haben wir eine Miele-Kochschule an Bord. Hier können für den Vormittag Kochkurse als Alterna­tive zu Landausflügen gebucht werden. Außerdem werden auf ausgewählten Gourmetreisen »Genusshandwerker« zu Gast an Bord sein, die Workshops zu kulinarischen Themen wie Olivenöl, Gewürze und Ähnlichem abhalten.


Text von Alexander Bachl
Aus Falstaff Nr. 03/13