Interview: »Haute Couture trage ich nur am Opernball.«

Maria Großbauer, Mutter eines vierjährigen Sohnes, organisiert 2019 zum dritten Mal den Opernball.

© Wiener Staatsoper / Ashley Taylor

Maria Großbauer, Mutter eines vierjährigen Sohnes, organisiert 2019 zum dritten Mal den Opernball.

Maria Großbauer, Mutter eines vierjährigen Sohnes, organisiert 2019 zum dritten Mal den Opernball.

© Wiener Staatsoper / Ashley Taylor

A wie Armani – Habe ich bei meinem ersten Ball als Organisatorin getragen, beim zweiten eine Robe von Anelia Peschev. Was es heuer wird, bleibt mein Geheimnis. Das ist eine schöne Tradition, die ich gerne weiterführe.

B wie Ballerinas – Ich liebe High Heels, aber nicht immer. Wenn es in der Oper ins Finale der Vorbereitungen geht, sind Sneakers meine ständigen Begleiter. Am Ball natürlich High Heels, wobei ich mich auch da richtig vorbereite. Ich trage sie daheim ein, zum Staubsaugen, Geschirrspüler einräumen etc. Ein Tipp an alle Frauen: Neue Schuhe ja nicht erst am Ball erstmals tragen!

C wie Champagner – Ein Muss am Ball, ebenso wie unser herrlich erfrischender österreichischer Sekt. Bei mir gibt es immer ein Glas bei der Eröffnung in der Loge, das zweite allerdings erst nach Mitternacht.

D wie Dutt – Dass die Debütantinnen ihre Haare hochgesteckt tragen, habe ich eingeführt, weil so auch die Tiara besser zur Geltung kommt. Welche Frisur es heuer bei mir wird, weiß ich noch nicht. Das entscheiden wir spätestens, wenn der Friseur am Balltag zu mir ins Hotel kommt.

E wie Erste Geige – Mein Mann (Wiener Philharmoniker Andreas Großbauer, Anm.)! Er spielt erst mit dem Staatsopernorchester die Eröffnung und kommt dann zu mir in die Loge. Das bedeutet mir sehr viel und gibt mir ein gutes Gefühl.

F wie Funk Project – Meine Band in der Vergangenheit, zwischen 2006 und 2009. Ich habe Jazz-Saxofon studiert und auch viel in Big Bands gespielt, auch auf Bällen.

G wie Gastgeberin – Ich liebe dieses Wort, und natürlich möchte ich auch am Opernball diese Rolle ausfüllen. Da ich aber nicht immer überall sein kann, habe ich mir Co-Gastgeber gesucht – meine Kulinarik-Partner, die diese Aufgabe kennen und können. Ich hoffe sehr, dass die Gäste das auch spüren.

H wie Haute Couture – Es gibt in Österreich hervorragende Designer, und mir ist sehr wichtig, dass die auch beim Opernball zum Zug kommen. Ich liebe diese Vielfalt an Kleidern am Opernball – fast 3.000 Damen sind da, und ganz selten sieht man ein Kleid doppelt. Auch für mich ist das ein Highlight – Haute Couture trage ich nur am Opernball.

Begeisterte Tänzerin: Maria Großbauer auf dem Parkett des Wiener Opernballs mit dem ersten Solotänzer Davide Dato. Die Haare trägt sie übrigens lieber hochgesteckt, wobei sie die endgültige Frisur erst last minute wählt.
Begeisterte Tänzerin: Maria Großbauer auf dem Parkett des Wiener Opernballs mit dem ersten Solotänzer Davide Dato. Die Haare trägt sie übrigens lieber hochgesteckt, wobei sie die endgültige Frisur erst last minute wählt.

© Wiener Staatsoper / Ashley Taylor

I wie Interviews – Das macht inzwischen richtig Spaß! Beim ersten, das so um 18:30 Uhr stattfindet, bin ich noch reichlich nervös – aber dann finde ich es toll. Endlich kann ich erzählen, was wir das ganze Jahr über gemacht haben!

J wie Jogginghosen – Sobald ich heim­komme, ziehe ich mir etwas Gemütliches an und spiele mit meinem Sohn. Ich finde, dass man so auch den Tag ablegt, das ist wichtig für die Tages- und Seelenhygiene.

K wie Kochen – Schaffe ich leider nicht täglich, aber oft. Am Wochenende, am Abend für Gäste. Auch manchmal, wenn ich um Mitternacht oder später heimkomme, mache ich mir noch eine frische Pasta. Aglio e olio geht immer, das hab ich daheim.

L wie Lippenstift – Trage ich fast täglich, ich habe auch sehr viele unterschiedliche Farben und stimme sie gerne aufs Outfit ab.

M wie Mittagessen – Ganz wichtig für mich, so viel Stress kann es gar nicht geben. Meistens verbinde ich es mit einem Termin.

N wie Neid – Muss man sich hart erarbeiten. Ich persönlich freue mich lieber für andere Menschen, wenn sie etwas geschafft haben.

O wie offene Wünsche – Mehr Zeit für mich. Dass ich auch einmal ein Buch zu Ende lesen kann.

P wie Papiro – Meine Lieblingsstadt ist Venedig, die absolute Konzentration des Schönen. Meine Eltern haben mich zum ersten Mal mitgenommen, da war ich fünf. Noch heute gibt es ein paar Orte, an die ich immer pilgere. Das Papiergeschäft »Il Papiro« zum Beispiel, ich hab ja ein Faible für Papier, und das ist das Paradies.

Q wie Quelle – Meine Kraftquelle ist die Natur, vor allem der Wald. Am besten wirkt sie in den Bergen, wenn meine Familie dabei ist, dafür kein Handy.

R wie Rückzugsort – Zu Hause. Ich liebe meine Wohnung, ich liebe es auch, meine Wohnung zu dekorieren, je nach Jahreszeit. Und ich sammle Papierservietten.

S wie Saxofon – Ich habe davor Blockflöte, Klavier und Querflöte gelernt, das war mir allerdings alles zu fad, deshalb kam mit 13 das Saxofon dran. Schuld war mein Vater, der mir eine Musik­kasette mitgebracht hat, damals in den 80ern.

T wie Teamplayer – Mein Team ist mir extrem wichtig, ist klein, aber fein. In der Organisation sind wir zu zweit, aber wir bekommen tolle Unterstützung vom Presseteam der Staatsoper. Wir sind eine Einheit. Und trotz Stress haben wir immer eine gute Stimmung.

U wie UHBP – Den Bundespräsidenten (UHBP) holen Dominique Meyer und ich ab, wenn er ankommt. Beim letzten Ball habe ich ihm zu Ehren eine Fanfare aufgestellt, mit Musikern vom Haus. Das war eine Premiere. Heuer gibt es eine neue Überraschung, auch eine musikalische.

V wie Veltliner – Mein absoluter Lieblingswein. Ich finde es toll, dass es auch am Ball großartigen Wein gibt. Es ist ja auch so, dass viele Winzer musikaffin sind und viele Musiker weinaffin. Mein Mann zum Beispiel teilt diese Leidenschaft auch mit mir. Deshalb haben wir auch in der Wachau geheiratet.

W wie Walzer – Ist in der DNA vieler ÖsterreicherInnen verankert und stellt Glückseligkeit dar. Der erste Walzer am Opernball gehört meinem Mann. Der Abschluss mit »Brüderlein fein« ebenso.

X wie Tag X – Ich versuche zwar, auszuschlafen, das gelingt aber nie. Nach dem Aufstehen geht es gleich in die Oper. Ich schaue mir jeden Raum, jede Lichteinstellung an, weil die genauso wichtig ist wie das Essen, Trinken und Tanzen am Ball. Dazwischen gibt es viele Anrufe und noch mehr Fragen. Und zu Mittag muss es ein Wiener Schnitzel sein, so gegen 15 Uhr, weil ich brauche eine gute Unterlage. Und dann geht’s ans Fertigmachen für den Abend, ab 18 Uhr bin ich in der Oper.

Y wie Yoga – Das hab ich noch immer nicht geschafft, dafür Pilates, weil das meinem Rücken guttut. Das mache ich daheim, ein paarmal die Woche, jeweils 15 Minuten.

Z wie Zeitmanagement – Das wichtigste Wort im ganzen Alphabet. Ohne ein gutes Zeitmanagement würde diese Aufgabe nicht funktionieren.

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