Hotellerie: Führungsstil der digitalen Zeit

»Durch digitale Leader werden Hotels in ihren Prozessen flexibler, agiler und moderner«, sagt Sedlmeier.

© El Clasico Media GmbH

»Durch digitale Leader werden Hotels in ihren Prozessen flexibler, agiler und moderner«, sagt Sedlmeier.

»Durch digitale Leader werden Hotels in ihren Prozessen flexibler, agiler und moderner«, sagt Sedlmeier.

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Profi: Durch die Covid-19-Pandemie wurden Unternehmen zunehmend digitaler. Wie macht sich dieser Umschwung in der Hotellerie bemerkbar?
Dominik Sedlmeier: Die Pandemie hat gezeigt, dass Unternehmen neue Digitalisierungsmöglichkeiten annehmen müssen, so auch die Hotellerie. Hier gibt es insbesondere Veränderungen in den Bereichen der digitalen Kommunikation innerhalb der Mitarbeiter, aber auch mit Kunden. Überall, wo der physische Kontakt reduziert werden kann, setzen Hotels stattdessen auf digitale Kommunikationstools, wie beispielsweise ein digitaler Check-In oder ein onlinebasierter hauseigener Lieferservice, der Speisen und Getränke direkt auf das Zimmer bringt. Zugleich zeigt sich aber auch, dass Kommunikationstools wie eigene Apps und Softwares für Hotels hilfreich sein können, das Personal in Echtzeit, aber ohne physischen Kontakt, zu koordinieren.

Wie kann diese neue Form der virtuellen Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern konkret aussehen?
Solch eine App, die sich hierbei bewähren kann, ist »Flurfunk« oder »Staffbase«. Durch eine übersichtliche Gestaltung und eine einfache Bedienung können Mitarbeiter mit ihren Vorgesetzten, aber auch untereinander, schnell miteinander kommunizieren. Physische Begegnungen werden durch digitale ersetzt, Anweisungen können so direkt an die Verantwortlichen weitergetragen werden. Durch die Integration solcher digitalen Kommunikationstools können Arbeitgeber mit nur wenigen Klicks ihr Personal koordinieren, was sich insbesondere im Bereich der Hotellerie als Vorteil erweisen kann, da in Hotels durch die weitläufigen Abteilungen und den Schichtbetrieb eine präzise Kommunikation sowieso notwendig ist.

Menschenzentriertes Führen ist in der »New Work« ein wichtiges Stichwort.
Auch in der Hotellerie sollte man von veralteten Strukturen und Denkweisen in Bezug auf Leadership abweichen und sich modernen Führungsstilen annehmen. Es ist mittlerweile unumstritten, dass Unternehmen sich im Zuge der Digitalisierung mit neuen Unternehmensformen befassen müssen und dass hier ein Umdenken geschehen muss. Das gilt auch für die Hotellerie: Teambuildung ist ein zentraler Faktor, Mitarbeiter müssen als Individuen mit unterschiedlichen Stärken und speziellen Qualifikationen betrachtet werden.

»In der Hotellerie sollte man von veralteten Strukturen und Denkweisen in Bezug auf Leadership abweichen und sich modernen Führungsstilen annehmen.«
Dominik Sedlmeier, CEO der El Clasico Media GmbH

Der menschenzentrierte Führungsstil meint, dass sich Hotels an ihren Mitarbeitern orientieren. Sie müssen sich gehört und gesehen fühlen, ihre Ideen und Vorschläge sollen bei ihren Vorgesetzten willkommen sein. Durch solch einen menschenzentrierten Führungsstil können Arbeitgeber der Hotellerie das Potential ihrer Angestellten ausschöpfen, ihre Erfahrungen und ihre Expertise können erfolgsversprechend sein. Besonders da, wo Entscheidungen schnell getroffen werden müssen, sollten Hotelchefs auf ihre Mitarbeiter vertrauen, und ihnen die Verantwortung überlassen können. Durch ein starkes Teamgefühl kann die Zusammenarbeit in menschenzentrierten geführten Hotels konfliktfrei und auf der Basis von Wertschätzung und Vertrauen ablaufen.

Home-Office: Mitarbeiter arbeiten wo, wann und wie sie wollen. Wie kann dieser Modus in der Hotellerie erfolgreich umgesetzt werden?
Natürlich ist klar, dass im Gegensatz zu anderen Branchen in der Hotellerie rund um die Uhr Mitarbeiter vor Ort notwendig sind. Allerdings beschränken sich die Aufgabenbereiche in Hotels auch nicht nur auf das Servicepersonal, sondern reichen von Marketingmitarbeitern bis hin zum strategischen Management. In all diesen Bereichen ist eine ständige Präsenz meist nicht erforderlich, hier kann sich also auch das Home-Office als Arbeitsmodus bewähren. Durch festgelegte Tage, die Mitarbeiter im Home-Office verbringen, können diese eine gewisse Flexibilität und Eigenverantwortung gewinnen, was sich wiederum positiv auf ihre erbrachten Arbeitsleistungen auswirken kann.

»Die Möglichkeit des Home-Offices erscheint für die meisten Mitarbeiter meist sehr attraktiv und wird gerne in Anspruch genommen – auch in der Hotellerie.«
Dominik Sedlmeier, CEO der El Clasico Media GmbH

Führungskräfte in Hotels werden zu digitalen Leadern. Wie setzen sie die Mitarbeiterführung erfolgreich um?
Dadurch, dass viele Unternehmen in der Hotelbranche zunehmend auf digitale Kommunikation und Organisation vertrauen, werden Führungskräfte mehr oder weniger automatisch zu digitalen Leadern. Wichtig ist jedoch, dass sie sich ihrer neuen Rolle und der damit einhergehenden Veränderung bewusst sind. Sie müssen ihre Mitarbeiter online koordinieren, Aufgaben verteilen und Entscheidungen treffen. Digitale Tools und Techniken müssen von ihnen in das Unternehmen gebracht und integriert werden, um dieses wettbewerbssicher zu machen.

Durch digitale Leader werden Hotels in ihren Prozessen flexibler, agiler und moderner – wovon die Hotels selbst, aber auch Mitarbeiter und Kunden profitieren. Es ist aber auch die Aufgabe von Führungskräften, Digitalisierungsmöglichkeiten stetig für das eigene Hotel in Betracht zu ziehen und Potentiale zu nutzen, wenn diese erfolgsversprechend erscheinen. Sei es die Kommunikation mit Mitarbeitern per App oder onlinebasierte Feedbackmöglichkeiten für Angestellte und Vorgesetzte, hier sind die Möglichkeiten vielreichend. Digitales Leadership kann sich in der Praxis in der Hotellerie als vielversprechender Führungsstil beweisen, der auch in naher Zukunft immer mehr Anklang finden wird.

Wie wird der Führungsstil der digitalen Zeit nach der Pandemie in der Hotellerie weitergeführt werden? Was wünschen sich Mitarbeiter dahingehend und was brauchen Führungskräfte?
Man kann davon ausgehen, dass einige Änderungen, die im Zuge der Pandemie geschehen sind, auch weiterhin als fixer Bestandteil der Hotellerie bestehen bleiben werden. Die Pandemie hat gezeigt, dass Home-Office in diversen Bereichen funktionieren kann – auch dieses Angebot kann innerhalb der Hotellerie weiterhin genutzt werden. Prinzipiell gilt aber, dass sich Mitarbeiter während und nach der Pandemie Sicherheit von ihrem Arbeitgeber wünschen, Führungskräfte müssen ihre Angestellten stetig informiert halten und ihnen neue Auflagen oder Veränderungen zeitgerecht mitteilen.

Sie brauchen also einen strategischen Blick in die Zukunft: Wann werden die Hotels wieder öffnen? Mit wie vielen Besuchern wird zu rechnen sein? Für Leader sollte es in diesen unsicheren Zeiten unerlässlich sein, die eigenen Mitarbeiter dennoch motiviert zu halten und ihnen das Gefühl von einem sicheren Arbeitsplatz zu vermitteln. Egal ob im Home-Office oder im Schichtbetrieb vor Ort, auch hier eignen sich wieder digitale Möglichkeiten und Tools, um vernetzt und informiert zu bleiben.

»Digitalisierung, Digital Leader und virtuelle, menschenzentrierte Führung sind die Schlüsselfaktoren zur modernen Mitarbeiterführung.«
Dominik Sedlmeier, CEO der El Clasico Media GmbH

Viele Unternehmen in der Hotelbranche vertrauen zunehmend auf digitale Kommunikation und Organisation.

Viele Unternehmen in der Hotelbranche vertrauen zunehmend auf digitale Kommunikation und Organisation.

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Wird es der, der die Zeichen der Zeit bezüglich der Mitarbeiterführung im Gastgewerbe versäumt, in Zukunft schwer haben?
Es ist logisch, dass sich auch im Gastgewerbe die Anforderungen, Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter im Laufe der Zeit verändern. Wir sehen, dass dies jetzt schon geschieht, dass Mitarbeiter sich eben nach einem flexibleren, moderneren Unternehmensstil sehnen. Hotels und Restaurants, die immer noch in ihren Strukturen und Prozessen von vor zwanzig Jahren gefangen sind, haben heute keine allzu große Überlebenschance mehr. Der moderne Führungsstil ist ein agiler und flexibler, bei welchem die Mitarbeiter im Fokus stehen. Wer sich also nicht an seinen Mitarbeitern orientiert, mit ihnen kommuniziert und gemeinsam an einem Strang zieht, wird es mit der Zeit schwer haben.

Muss sich das Gastgewerbe mehr und aktiver über solche Zukunftsfragen austauschen?
Auf jeden Fall. In anderen Branchen ist die Digitalisierung sehr fortgeschritten, hier wird auch viel darüber geredet. Im Gastgewerbe jedoch passiert weniger und wenn, dann bleibt dies oftmals hinter verschlossenen Türen. Eine digitalisierte Unternehmensorganisation mit einer virtuellen Mitarbeiterführung kann jedoch viel Potential in die Gastronomie- und Hotelbranche bringen. Eine weitläufige Digitalisierung der Hotellerie würde Prozesse optimieren, Mitarbeiter entlasten und Gäste zufriedenstellen, außerdem würde es für mehr Transparenz innerhalb des Unternehmens, aber auch innerhalb der Branche, führen.

Über Dominik Sedlmeier

Dominik Sedlmeier ist Chief Executive Officer der Markenagentur El Clasico Media GmbH, einem Netzwerk für Kommunikation und Markenentwicklung mit den Schwerpunkten Markenstrategie, Public Relations und Social Media. Als Interims Manager unterstützte er zuvor diverse Unternehmen den Vertrieb hochzufahren, Umsätze zu skalieren und eine Marke aufzubauen.

elclasico-media.de

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