Homestory: Be Amazing

Die Kunstversicherer Nikolaus und Renate Barta beim LIVING-Shooting in ihrer Wohnung im  1. Bezirk.

© Gregor Titze

Die Kunstversicherer Nikolaus und Renate Barta beim LIVING-Shooting in ihrer Wohnung im  1. Bezirk.

© Gregor Titze

Ein kleiner Immendorf-Affe breitet die Arme zu einer Umarmung aus. Es ist eine symbolische Geste, die sagen soll, dass er »dich küssen will und liebt«. So die Worte der Besitzerin, die das kleine Affenmännchen liebevoll begutachtet und wieder in das Regal zurückstellt. Nicht nur der Affe, auch viele andere Skulpturen, Bilder und Kunstobjekte erzählen im geschmackvollen City-Appartement der Kunstversicherer Renate und Nikolaus Barta im 1. Bezirk Geschichten. Geschichten, wo die Stücke gefunden wurden, was sie damit verbinden. Geschichten über die schönen Dinge im Leben, die bleiben sollen. Dinge, die Nachhaltigkeit garantieren, inspirieren und Kreativität versprühen. In der Kunst findet man schnell derlei Exquisites, das freilich auch eines gewissen Verständnisses bedarf und einen ganz bestimmten Lebensstil vorausschickt. Denn Kunst besitzt man nicht nur, man lebt sie auch – mit viel Leidenschaft und Emotion.

»Ich habe mich schon immer für Kunstmessen interessiert. Ich liebe es, Kunst zu riechen. Das Umfeld, die Menschen, die sozialen Kontakte – das war immer das Animo für meinen Beruf.«
Nikolaus Barta über das Versicherungsbusiness

Niedliche Chihuahua-Skulptur von Cathie Pilkington. Das Gemälde, das Niki Barta von seiner Großmutter bekommen hat, stammt vom ungarischen Impressionisten Béla Iványi Grünwald

Niedliche Chihuahua-Skulptur von Cathie Pilkington. Das Gemälde, das Niki Barta von seiner Großmutter bekommen hat, stammt vom ungarischen Impressionisten Béla Iványi Grünwald.

© Gregor Titze

Leitsatz & Lebensmotto

Bei Renate und Nikolaus Barta darf Kunst durchaus als Lebenseinstellung gesehen werden. Seit 1993 versichert das Power-Couple mit Barta & Partner Art Insurance erfolgreich wertvolle Preziosen, von Kunst über Schmuck bis Couture-Kreationen. Dass die Liebe zu Originellem bereits bei der Türschwelle beginnt, ist deshalb nicht verwunderlich. Schon beim Wohnungseingang strahlt »Be amazing« in Bronze statt eines Namensschilds neben der Tür. Ein Slogan, der sich auch im Inneren der Wohnung facettenreich fortsetzt. Hier mutiert Kunst mit gut gewähltem Interieur zu einer optisch stilsicheren Einheit, die zum Bleiben einlädt. Der LIVING-Talk über Lieblingsstücke, Geschichten, Fakes und Sponsoring.

LIVING Wann hat Sie die Kunst erstmals so richtig emotionalisiert?
Renate Barta: Mein erster Kunstzugang war 1985, als ich in New York lebte und bei einem guten Freund von Ronald Lauder, dem bereits verstorbenen Kunsthändler Serge Sabarsky, einen Job angeboten bekommen habe. Dort war ich mit Klimt, Schiele, deutschen Expressionisten – Kunst, die man eigentlich nur im Museum sieht – konfrontiert. Das war für mich ungemein spannend als damals noch nicht kunstversierte Person. Nach dem Abhandenkommen eines Schieles wurde die Kunstversicherung erstmals ein Thema für mich, das mich sofort in seinen Bann zog. Und es wurde schließlich zu meinem Leben und Sein.
Nikolaus Barta: Ich habe immer sehr gerne Kunstmessen besucht. Kunst riecht, und sie zu riechen, war besonders interessant. Das Umfeld, die Menschen auf Ausstellungen – das war auch mein Animo für diesen Beruf, Kunst zu versichern. Denn dieses Thema war damals in Kontinentaleuropa relativ unverbreitet. Wir waren die Ersten, also seit 1993, die im großen Stil als Spezialisten damit begonnen haben.

Was macht für Sie die Kunst so speziell?
R. Barta: Man betritt eine Wohnung, vollkommen ahnungslos, was dich erwarten wird, und man denkt sich: »Wow!« Ein Raum lebt plötzlich. Es können verschiedene Kunstrichtungen kombiniert werden, und dadurch wird eine besondere Atmosphäre geschaffen. In Kombination mit Design ist Kunst noch interessanter – ich denke dabei nur an einen Anthony Gormley mit antiken Möbeln, einfach genial.

»Genauso wie man keine gefälschte Hermès-Tasche oder Rolex trägt, darf auch Kunst und Design nicht gefälscht sein.«
Renate Barta über das No-Go von Fakes

Impressionen

Gibt es eine finanzielle Grenze, in Kunst zu investieren?
N. Barta: Solange es die Geldbörse verträgt und der Wunsch da ist, ein Objekt unbedingt haben zu müssen, ist der Investition keine Grenze gesetzt. Wobei es bei einem Kunstwerk nicht auf den Preis ankommt, sondern auf die Tatsache, ob es gefällt oder nicht. Subjektivität spielt hier eine große Rolle.

Was macht für Sie gute Kunst aus?
N. Barta: Eines der Kriterien ist sicher die Wiedererkennung des Künstlers. Picasso oder Monet zum Beispiel haben einen so markanten Stil, dass man sofort weiß, von wem es ist. Es gibt natürlich noch etliche andere Künstler wie Polanszky, Louise Bourgeois oder Lucio Fontana, deren Werke unterschiedlich, aber dennoch unverkennbar sind.
R. Barta: Für mich ist es in erster Linie das Wow-Gefühl, das zum Tragen kommt. Ich gehe auf einer Messe spazieren, und ein Werk sticht mir so ins Auge, dass ich mir denke: Das ist es jetzt! Wenn das Werk auch noch nachhaltig ist und für uns Sinn macht, ist das natürlich ein Kriterium für den Kauf. Auf diese Art und Weise haben wir immer wieder gute Stücke erworben.

Welche Art von Kunst inspiriert besonders? 
N. Barta: Jede Art, aber die Frage ist interessant, weil Contemporary heute einen besonderen Status genießt. Wir selbst sammeln auch mehr Contemporary und keine alten Meister. Was eigentlich sehr schade ist, weil ich bei den alten Meistern sehr viel sehe. Es ist, wie ins Kino zu gehen. Man kann eine halbe Stunde davor stehen und hat eine ganze Geschichte, die man in diesem Gemälde findet. Bei Contemporary hat man einen Eindruck, aber man benötigt dafür nicht mehr als ein paar Minuten.
R. Barta: Ich habe einen sehr ästhetischen Zugang zur Kunst. Alles, was gute Atmosphäre schafft und wo ich hineinsinken kann, liegt mir. Das können sowohl farblich ruhige Bilder sein wie von Cy Twombly als auch farbintensive Kunst, wie die Gemälde von Mark Rothko.

Zu Hause präferieren Sie eher gedeckte, erdige Farben. Wie würden Sie Ihren persönlichen Stil beschreiben? 
R. Barta: Mein Umfeld muss beruhigend auf mich wirken. Ich möchte keine Objekte oder Farbkompositionen in meiner Wohnung, die mich aggressiv machen. Auch einen Andy Warhol würde ich mir nicht in die Wohnung hängen, das wäre mir wahrscheinlich zu poppig. Ich würde meinen Stil als klassisch und harmonisch bezeichnen, mit einem speziellen Twist. Auf jeden Fall nicht Mainstream.

Sie sind auch im Kunst-Sponsoring tätig …
N. Barta: Seit vielen Jahren sind wir Sponsoren des Österreich-Pavillons bei der Biennale in Venedig – sowohl bei der Architektur- als auch bei der Kunstbiennale. Wir sponsern dort die Versicherungen, die notwendig sind. Heuer sponsern wir auch erstmals den eisernen Vorhang in der Staatsoper, der jedes Jahr von einem Künstler neu gestaltet wird. Andere, inspirierende Kunstprojekte, mit denen man philanthropisch arbeiten kann, werden von uns auch immer wieder unterstützt. Auch Projekte von Museen im Ausland gehören dazu. Wobei wir besonders bemüht sind, Kontakte zwischen Österreich und Australien, wo es eine junge, pulsierende Kunstszene gibt, herzustellen – quasi »Austria goes Australia«.

Wie sieht das konkret aus?
N. Barta: Wir haben letztes Jahr eine große Ausstellung mit dem österreichischen Künstler Hubert Scheibl in Sydney organisiert. Einige Exponate davon kommen jetzt in ein Museum nach Melbourne. In diesem Jahr haben wir den österreichischen Künstler Martin Grandits im Fokus.

Gibt’s denn ein Lieblingsstück in Ihrer Wohnung?
R. Barta: Wir haben erst kürzlich von der jungen italienischen Künstlerin Roberta Busato diese besondere Skulptur in Mailand erstanden – sie macht uns große Freude. Kunst muss nicht immer teuer sein, sie muss wirken und Emo­tionen zulassen.

Dann gibt es auch sicher ein No-Go?
R. Barta: Fakes! Genauso, wie man keine gefälschte Rolex oder Hermès-Tasche trägt, darf natürlich auch Kunst, Design und Interior nicht gefälscht sein – daher lautet auch unser Motto: »A promise is a promise, always be honest!«

ERSCHIENEN IN

LIVING Nr. 04/2019
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