Hochwasser an der Ahr: Gestern noch Garten Eden, heute die Hölle

Hochwasser an der Ahr

© Nick_ Raille_07 / Shutterstock.com

Hochwasser an der Ahr

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Im Januar 2009 kehrte ich von meinem 35-jährigen Exil in Großbritannien nach Deutschland zurück, um mit meiner Frau den Rest unseres Lebens im Paradies zu verbringen, denn als solches war uns das Ahrtal nach mehreren Ferienaufenthalten ans Herz gewachsen. Innerhalb von wenigen Stunden hat sich zwischen Mittwoch und Donnerstag letzter Woche dieser Garten Eden für viele Bewohner in eine Hölle verwandelt.  

Ausgelöst von Regenfällen, die in ihrem Ausmaß innerhalb weniger Stunden den Durchschnitt für die jährliche Niederschlagsmenge übertrafen, stauten sich Wassermassen am oberen Ende des Tals auf, um  dann in einer stellenweise bis zu sechs Meter hohen Flutwelle mit rasender Geschwindigkeit durch Dörfer und Gemeinden zu fegen. Dass es dabei zu unermesslichen materiellen Schäden kam, bleibt immer noch zweitrangig angesichts der vielen Menschenleben, die diese Katastrophe gekostet hat. Mittlerweile beziffert sich diese Zahl auf 164, und immer noch werden viele Menschen vermisst.

Für die Überlebenden bleibt im Moment nur Fassungslosigkeit und Verzweiflung. Viele haben ihre Häuser, Wohnungen und alles Hab und Gut verloren. So manche Orte sind immer noch nicht zu erreichen, weil die Flut alle Brücken im Tal zerstört hat, die Verbindungsstraße durch das Tal an vielen Stellen in sich zusammengesackt ist, an eine Eisenbahnverbindung für Monate, wenn nicht Jahre, nicht zu denken ist. 

Natürlich hat es auch fast alle Winzer getroffen, wie sehr lässt sich angesichts der zusammengebrochenen Telefon- und Internetverbindungen noch nicht erfassen. Da sich aber die meisten Weingüter an der Straße in unmittelbarer Nähe des Flusses befinden, muss man so gut wie alle Hoffnung fahren lassen. Stellvertretend für die, mit denen man noch keinen Kontakt aufnehmen konnte, kann man erst einmal die renommierten Erzeuger Meyer-Näkel in Dernau und Paul Schumacher in Marienthal erwähnen. Ihnen ist im wahrsten Sinne des Wortes NICHTS geblieben, keine Fässer, keine Flaschen, kein Wein, keine Kelter, keine Maschinen, keine Fahrzeuge.

Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, auch vieler Menschen von außerhalb des Tals, die anreisen und anpacken, ist überwältigend. Davon konnte ich mich am Sonntag beim Besuch des Weinguts Adeneuer in Ahrweiler überzeugen. Marc Adeneuer ist ein Fels in der Brandung, von dessen Gut aus das Gros der Hilfsarbeiten organisiert wird. Es sind inzwischen auch schon mehrere Spendenfonds (siehe unten) eingerichtet worden, und an der Ahr herrscht Hoffnung, dass die Hilfe auch auf der internationalen Ebene fließen wird. Jancis Robinson hat an ihre Abonnenten und Twitter Follower appelliert, finanzielle Unterstützung an das von Marc Adeneuer und Marita Heil vom VDP bei der Kreissparkasse Ahrweiler eingerichtetes Spendenkonto zu leisten. Die Zuteilung der eingehenden Beträge wird vollkommen transparent vorgenommen werden und ALLEN Weingüter an der Ahr zukommen, groß oder klein, VDP oder nicht-VDP.

So können Sie die betroffenen Winzer unterstützen

Zur finanziellen Unterstützung der Betroffenen wurden Spendenkontos eingerichtet:

Ahr – A Wineregion needs Help e.V.
KSK AHRWEILER
DE94 5775 1310 0000 3395 07

Der VDP.Adler hilft e.V.
Rheingauer Volksbank
Betreff: Solidarität Ahr Weinbau
IBAN: DE 21 5109 1500 0000 2045 28.  

»Aktion Deutschland hilft e.V.«
Bank für Sozialwirtschaft
Stichwort »Hochwasserschäden Juli 2021«
IBAN DE62 3702 0500 0000 1020 30

Spenden können Sie auch per Telefon: 0900 55 10 20 30