Herkunft von Eiern oft ungewiss – nicht nur zu Ostern

Das AMA-Gütesiegel schafft auch bei gefärbten Eiern Herkunftssicherheit.

© AMA/APA-OTS/Juhasz

Das AMA-Gütesiegel schafft auch bei gefärbten Eiern Herkunftssicherheit.

© AMA/APA-OTS/Juhasz

Beim privaten Einkauf achten wir als qualitätsorientierte und umweltbewusste Konsumenten genau darauf, wo die Eier herkommen und wie die Hühner gehalten wurden. Eier-Produktion in Legebatterien ist in der gesamten Europäischen Union verboten, der Import von Eiern aus Käfighaltung aber immer noch erlaubt. Diese kosten ein paar Cent weniger und werden uns immer wieder untergejubelt, ohne dass wir es merken: Sei es in der Gastronomie und Hotellerie, bei verarbeiteten Produkten oder eben bei bemalten Ostereiern. 

Bei gefärbten Eiern ist Skepsis angebracht

235 Eier essen Herr und Frau Österreicher durchschnittlich im Jahr. 70 Millionen Eier werden rund um Ostern verspeist. Das ist ein Zehntel des Jahresverbrauches. Bereits gekochte und gefärbte Eier unterliegen nicht der strengen Kennzeichnungspflicht, die EU-weit für rohe Eier gilt. Jedes in der EU gelegte Ei, das für den Handel gedacht ist, muss einen einfach lesbaren Eiercode tragen. Entscheidend ist dabei schon die erste Ziffer, die über die Haltung wie folgt Auskunft gibt:

0 bedeutet Bio-Haltung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = »ausgestaltete« Käfighaltung
Gar kein Code: Import aus einem Nicht-EU-Land, sehr wahrscheinlich aus einer Legebatterie. 

Gekochte und gefärbte Eier sind von dieser Regelung ausgenommen, deshalb ist hier sehr kritisch auf die Verpackung zu achten. Auf der sicheren Seite ist man, wenn darauf das AMA-Gütesiegel gedruckt ist. Die Haltungsform muss auf der Osterei-Verpackung angegeben werden. Die Färbereien werden mehrmals pro Saison kontrolliert. Zum Färben der ausgezeichneten Ostereier werden ausschließlich lebensmittelechte, im Zulassungsverfahren streng geprüfte Farben verwendet. In der Österreichischen Eierdatenbank sind alle Eier erfasst, auch Ostereier.

»Quick-Egg-Check« unter www.eierdatenbank.at 

Wenig Transparenz in der Gastronomie

Wie eine kurzfristig durchgeführte Falstaff-Umfrage zeigt, ist ein Großteil der Konsumenten beim Genuss von Eiern in der Gastronomie erstaunlich unkritisch. Überwiegend wird den Gastronomen vertraut, dass sie selbst auf gute Qualität bei den Eiern achten. Da Vertrauen zwar gut, aber Kontrolle besser ist, könnte man durch gezielte Fragen nach der Herkunft der Eier mehr Bewusstsein schaffen. Denn leider ist es ein Faktum, dass in der Gastronomie noch massenweise Eier aus ungeklärter Herkunft verwendet werden. Das Angebot in den Gastro-Märkten reicht vom Stangen-Ei, das Dotter und Eiklar gleichmäßig trennt, bis zu Rührei-Fertig-Mischungen aus dem Kanister.

Das Frühstücks-Ei unter der Lupe

Barbara Haider und Dani Terbu testen für ihren Blog »Die Frühstückerinnen« seit Jahren die beliebtesten Frühstückslokale und achten vorrangig auf die Qualität der Eier: »Sind sie aus Boden- oder gar Käfighaltung, werden sie sofort zurückgeschickt. Die Info, welche Eier im Lokal verwendet werden, wird in jedem unserer Berichte im Text vermerkt – erfahrungsgemäß ist die Herkunft der Eier generell ein Indikator für die Qualität der angebotenen Zutaten. Manchmal wissen die Mitarbeiter in den Lokalen gar nicht, welche Eier verwendet werden, dann lassen wir uns auch schon mal ein rohes Ei an den Tisch bringen und überprüfen den Stempel, mit dem sich die Haltungsart ganz einfach feststellen lässt. (siehe oben).«

Noch weniger nachvollziehbar ist für Konsumenten, welche Eier in verarbeiteten Produkten wie Teigwaren oder Mehlspeisen verwendet werden. Es gibt keine Kennzeichnungspflicht, Produzenten können nur auf freiwilliger Basis die Herkunft der verwendeten Eier deklarieren. Dies gilt übrigens auch für Gastronomen, die niemand daran hindert, auf der Speisekarte anzugeben, wo sie ihre Eier beziehen.

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