Eines der solidesten Aushängeschilder der österreichischen Gourmetszene sucht noch einmal eine neue Herausforderung. Helmut Österreicher, der maßgeblich für den Erfolg des Wiener Steirerecks (vor dem Umzug in den Stadtpark) verantwortlich ist, kündigt seinen Vertrag mit der Gourmet Group. Seit 2005 hat er im Restaurant im MAK, das bis heute noch seinen Namen trägt, auf eine solide Basis gestellt und  gehobene Wiener Küche installiert. Das Experiment - klassische Wiener Küche mit Systemgastronomie auf hohem Niveau zu betreiben - ist geglückt. Erste Dependance war der Rathauskeller, der mit den selben Rezepten wie im MAK erfolgreich bekocht wurde.

»Das Grundkonzept ist sehr gut angekommen und jetzt plätschert es so dahin«, sagt der 56-Jährige im Gespräch mit Falstaff.at. »Ich persönlich will jetzt wieder etwas Neues ausprobieren. Es ist vermutlich die letzte große Änderung in meiner beruflichen Laufbahn.« Das Restaurant im MAK wird wohl mit der erprobten Erfolgsrezeptur weiter geführt werden. Das Management wird sich aber sicherlich einen neuen Namen überlegen müssen. Aber Österreicher trennt sich von der Gourmet Group offenbar im besten Einvernehmen und hat seinen Rückzug auch schon lange im Voraus bekannt gegeben.

»Ich bin momentan frei«, beschreibt der Ausnahmekoch seine derzeitige Situation. Österreicher will sich ein halbes Jahr frei nehmen und an einem neuen Projekt feilen. Er weiß zwar noch nicht genau, wie sich sein nächstes Engagement gestalten wird, aber ihm liegen die österreichischen Lebensmittel und die Wiener Küche »nach wie vor sehr am Herzen«. Er will weiterhin als Botschafter für die hervorragenden Produzenten auftreten und die hohe Qualität und Vielfalt der heimischen Produkte propagieren. Ganz muss man auf Österreichers Künste im nächsten Halbjahr nicht verzichten, denn er wird wieder auf Schiffen der Donau Touristik aufkochen.

(von Bernhard Degen)