Helena Rizzo im Wiener Hotel Bristol © Nespresso
Helena Rizzo im Wiener Hotel Bristol © Nespresso

Zum Auftakt-Event der Nespresso Gourmetweeks wurde Helena Rizzo, die 2014 zur besten Köchin der Welt gekürt wurde, eingeflogen. Die Brasilianerin hat in der Küche des Wiener Hotel Bristol ein großartiges Menü gezaubert und nahm sich am nächsten Tag die Zeit für ein Gespräch mit dem Falstaff.

 

Falstaff: Was hat sich für Sie durch den Titel »Veuve Clicquot World's Best Female Chef«-Award geändert?
Helena Rizzo: Ich gebe mehr Interviews (lacht)! Im Ernst: Ich muss mich viel mehr mit Medien auseinandersetzen. Daraus resultiert aber auch mehr Bekanntheit und letztendlich mehr Arbeit. Der Erfolg war aber auch für das gesamte Team wichtig, es gibt jetzt noch mehr Zusammenhalt.

Ihre Küche ist durch spanische und italienische Einflüsse geprägt, was ist die Essenz, die Sie daraus gewinnen konnten?
Das kann man nicht so klar herausheben. Meine Küche besteht aus so vielen unterschiedlichen Einflüssen: In São Paulo ist die japanische und arabische Küche stark vertreten, ein Teil meiner Familie kommt aus Italien, aber auch aus Portugal und England. Ich selbst habe in Italien und in Spanien gearbeitet. Meine gesamte Lebensgeschichte fließt in meine Küche ein.

Haben Sie so etwas wie ein Signature Dish?
Naja, nicht so eindeutig. Aber wenn ich etwas Typisches von mir empfehlen sollte, dann wären das Gnocchi aus Pfeilwurzmehl mit Tucupi, einem fermentierten Saft aus der Maniokwurzel. Aber für mich ist das Gesamtwerk wichtiger.

Ihre Zeit im »El Celler de Can Roca« (Anm.: 2013 zum besten Restaurant der Welt gekürt) war offenbar sehr prägend für Sie. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Roca-Brüder?
Ich habe selten eine derartige Hingabe erlebt, mit der die ganze Familie zusammenarbeitet. Alle arbeiten extrem professionell, sind aber vor allem mit viel Herz dabei. Es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre.

Gibt es in Brasilien viele weibliche Chefköche?
Ja, bei uns ist das sehr ausgewogen. Ich glaube, das hat mit der Geschichte zu tun. Die Arbeit in Küchen war früher sehr schwer, deshalb ist das in Europa traditionell männlich dominiert. Die Gastronomie in Brasilien ist noch nicht so alt und durch die modernen Hilsmittel ist es einfacher. In Brasilien sind sehr oft Paare am Werk, ich glaube, es gibt mehr Teamwork.

Lateinamerikanische Küche ist in Europa sehr gefragt. Was macht sie so besonders?
Es ist schwer, von einer lateinamerikanischen Küche zu sprechen, da wird viel verallgemeinert. Wir arbeiten viel mit lokalen Produkten, das kann man kaum mit anderen Ländern vergleichen.

Kennen Sie die österreichische Küche?
Mein Urgroßvater war Österreicher, aber allzuviel wurde innerhalb der Familie nicht überliefert. Ich kenne beispielsweise Apfelstrudel. Meine Urgroßmutter kam aus England, sie war eine sehr gute Köchin und hat einige Rezepte hinterlassen.

São Paulo ist eine sehr ambivalente Stadt. Einerseits wird in Luxus-Restaurants genossen, andererseits müssen die Menschen in den Favelas hungern. Wie gehen Sie damit um?
Das muss sich ändern! Wir haben ein schweres Erbe. Jeder kann seinen Beitrag leisten, indem zuerst einmal Vorurteile abgebaut werden.

Wie in Europa versucht man in Brasilien mehr mit regionalen Zutaten zu arbeiten. Welche Spezialitäten sind eine Reise nach Brasilien wert?
Farofa beispielsweise! Das ist geröstetes Maniokmehl. Aber auch aus der Maniok-Blüte kann man viel machen. Sehr interssant sind für Feinschmecker sicherlich die vielen verschiedenen Mehlsorten, darauf wird in Brasilien großer Wert gelegt. Es gibt großartige indianische Suppen mit Mehl als Basis. Etwas besonderes sind in São Paulo auch Padokas, das sind traditionelle Bäckereien. Ihnen habe ich ein eigenes Dessert gewidmet.


© Nespresso

Kurzporträt Helena Rizzo
Die 36-jährige Spitzenköchin stammt ursprünglich aus Porto Alegre im Süden Brasiliens. In São Paulo versuchte sie zuerst eine Karriere als Model, ehe sie beim Kochen für Freunde und Familie ihre wahre Leidenschaft entdeckte. Nach einigen Stationen in Brasilien sammelte sie in Top-Restaurants in Italien und Spanien wertvolle Erfahrungen, beispielsweise bei den Roca-Brüdern in Girona. Rizzos Familie ist ebenso multikulturell wie sie selbst weitgereist ist: Ein Familienzweig kommt aus Italien, einer aus Portugal, ihre Urgroßmutter war Engländerin und ihr Urgroßvater Österreicher. 2014 wurde Sie bei der Kür der 50 besten Restaurants als beste Köchin der Welt ausgezeichnet. Ihre Restaurants »Mani« und »Manioca« liegen in São Paulo, ein dritter Standort soll folgen.

www.manimanioca.com.br

Nespresso Gourmetweeks
Von 2. bis 29. März bietet Nespresso mit seinen Partner-Restaurants die Möglichkeit, Mittags- und Abendmenüs zu besonders attraktiven Preisen zu genießen. Die Preise richten sich dabei nach der Anzahl der Hauben, die Menüs variieren zwischen 17 und 59 Euro. Nespresso sorgt im Anschluss für besondere Kaffeemomente mit einem Nespresso Grand Cru Kaffee nach Wahl.

Alle Teilnehmer der Nespresso Gourmet Weeks und Informationen zur Reservierung finden Sie auf www.nespresso.com/gourmetweeks

(von Bernhard Degen)

Mehr zum Thema

  • Perfekt kombiniert: Nespresso Grand Cru und feiner Hirschkalb­srücken von Andreas Döllerer. / © Nespresso
    13.02.2015
    Nespresso Gourmet Weeks 2015
    Großer Genuss zum kleinen Preis wird von 2. bis 29. März in heimischen Spitzenrestaurants geboten.
  • Helena Rizzo ist die beste Köchin der Welt / © The World’s 50 Best Restaurants
    26.03.2014
    Helena Rizzo ist »World's best female Chef«
    Im Vorfeld der »World's 50 Best Restaurants Awards 2014« von San Pellegrino wurde die brasilianische Spitzenköchin ausgezeichnet.
  • Die Spanierein Elena Arzak hat gemeinsam mit ihrem Vater schon drei Sterne erkocht / Foto: Coconut
    03.02.2014
    Diese Frauen sind spitze
    Zurück an den Herd! Und das ist gut so. Falstaff stellt acht Starköchinnen vor, die richtig Pfeffer haben.
  • Volluto - durch den roten Punkt als koffeinfrei erkennbar / Foto beigestellt
    23.01.2015
    Nespresso startet eine koffeinfreie Offensive
    Zu drei der beliebtesten Grand Cru Kaffees wurden entkoffeinierte Spiegelbilder entwickelt.
  • Mehr zum Thema

    News

    Neue Kochshow mit Tim Mälzer und Tim Raue

    »Ready to beef«: Ab 15. November treten zwei Profi-Teams in Wettkampf-Atmosphäre gegeneinander an. Tim Raue entscheidet als Juror, wer gewonnen hat.

    News

    Falstaff sucht die beliebtesten Bäckereien in Österreich

    Welchem Bäcker schenken Sie Ihr Vertrauen, wenn es um frisches Gebäck geht? Nominieren Sie Ihren Lieblingbetrieb, damit er es ins anschließende Voting...

    News

    Kochen mit Whisky: Schuss mit lustig

    Die Spirituose offenbart nicht nur beim Trinken ihre unterschiedlichen Facetten – auch in der Küche lässt sie sich vielseitig einsetzen. Wir...

    News

    Falstaff präsentiert dritte Ausgabe der »Gourmet Weekends«

    Hamburg, Porto, Moskau & Co. – bereits zum dritten Mal bringt Falstaff zwölf neue Wochenend-Trips für Gourmets in Buchform auf den Markt.

    News

    Kaffee: Der Wachmacher

    Kaffee gehört zu unserer Zivilisation wie elektrisches Licht und die Menschenrechte. Eine kurze Kulturgeschichte und Wissenswertes rund um die braune...

    News

    Kulinarische Einlassungen von Peter Handke

    Der Literatur-Nobelpreisträger 2019 und passionierte Pilzsammler über Kindheitserinnerungen und Orte, die Werk und Leben bestimmen...

    News

    China – die Verkostung der Welt

    Es gibt wenige Orte, wo die Welt so umfassend verkocht und köstlich gemacht wird wie in China. Acht große Küchen zählt das Land offiziell – und das...

    News

    DDSG Gaumenspiel – Genuss- und Trüffelmarkt

    Ende Oktober findet unter der Patronanz von Spitzenkoch Heinz Hanner ein außergewöhliches Kulinarik-Spektakel an Bord der MS Wien statt. Wir verlosen...

    Advertorial
    News

    Hiroyasu Kawate ist »Ikarus«-Gastkoch im Oktober

    Die kulinarischen Notizen zum »Ikarus«-Gastkoch des Monats Oktober 2019 im Hangar-7: Hiroyasu Kawate, »Florilège«, Tokio.

    News

    Bachls Restaurant der Woche: Albert

    Im ersten eigenen Restaurant des Spitzenkochs Mario Bernatovic im 8. Bezirk in Wien stehen die Getränke im Vordergrund. Das Beef Tatar bietet sich als...

    News

    Cortis Küchenzettel: Hitze hoch drei

    Zarte Calamari, knusprig gebacken und von dreierlei Pfeffer befeuert: So mögen die Kantonesen ihre Tintenfische. Wir aber auch!

    News

    Sprechen Sie Küchen-Französisch?

    Bordeaux, Baguette & Co. nicht nur in der Haute Cuisine begegnet man französischen Begriffen. Testen Sie hier Ihr Wissen!

    News

    Florian Weitzer expandiert mit »Meissl & Schadn«

    Der Hotelier geht mit seiner gehobenen Schnitzel-Küche in die Welt hinaus. Den Anfang macht er in Salzburg, wo er das »Carpe Diem« von Dietrich...

    News

    Falstaff sucht den besten Feinkostladen

    Wo gibt es die beste Beratung, die beste Qualität, das stimmigste Ambiente und ein hochwertiges Sortiment?

    News

    Thailand – Thai-Society

    Die Vielfalt seiner Küche ist umwerfend – ohne den Einflüssen anderer Länder wäre das kulinarische Thailand jedoch nicht annähernd dort, wo es jetzt...

    News

    Die beliebtesten Pizzerien Österreichs 2019

    Die Falstaff-Community hat entschieden, die Gewinner in den neun Bundesländern stehen fest: Alle Sieger im Überblick.

    News

    Steiermark’s Best 2.0 – Falkensteiner Hotel Schladming

    Eine Freude für Feinschmecker – das Gourmetevent ist wieder Gast im schönen Ennstal: Das Genießerangebot des 4-Sterne-Superior-Hotels »Steiermark's...

    Advertorial
    News

    Hotspots für Kaffee-Fans in der Wiener Josefstadt

    Ob Third-Wave-Coffee-Bar oder Traditionskaffeehaus, der 8. Bezirk hat für Freunde von Espresso, Melange & Co einiges zu bieten.

    News

    Neu am Markt: Chai-Genuss von Demmers Teehaus

    Falstaff stellt Produkt-Innovationen auf dem Lebensmittel- und Getränke-Sektor vor. Mit allen Infos, Fotos und Bezugsquellen.

    Advertorial
    News

    Gans Maximal: So gelingt das perfekte Gansl

    Querdenker Max Stiegl ist berühmt für seine Innereienküche. Für Falstaff wagt er sich diesmal aber an einen pannonischen Klassiker und zeigt, worauf...