Guter Schlaf garantiert

Schlaf ist für Hotelgäste von hoher Bedeutung, doch nicht immer geruhsam.

© Michael Vogt

Schlaf ist für Hotelgäste von hoher Bedeutung, doch nicht immer geruhsam.

© Michael Vogt

Die Evolution wollte es so: eine ungewohnte Umgebung lässt die meisten Menschen schlechterschlafen als in ihrem Zuhause. Damals, um wachsamer wegen den lauernden Gefahren zu sein – heute besteht die Gefahr darin, den nächsten Tag unausgeschlafen oder mit körperlichen Schmerzen bestreiten zu müssen. Zu bemängeln haben die Kunden dabei jedoch einiges. Untersuchungen und Umfragen bestätigen: Die meisten unzufriedenen Nutzer geben an, die Hotelbetten seien oft schlichtweg zu unbequem– und schließlich verbringt ein Hotelgast rund 40 % seines Hotelaufenthalts im Bett. Ebenfalls Grund für Kritik sind zu warme Decken, Bettwäsche aus minderwertigen Textilien oder unbequeme Kissen. Auch der Außenlärm des Hotels oder Alltagsgeräusche wie Straßenlärm, Nachtbaustellen oder das rege Nachtleben eines belebten Urlaubsortes stören einen guten Schlaf. Ein ständiger Kritikpunkt ist außerdem die Klimaanlage: defekt, zu laut oder falsch positioniert.

Oft wird guter Schlaf von Alltagsgeräuschen wie Straßenlärm, Nachtleben und Nachtbaustellen gestört.

© Nicolai Berntsen

Kissenbar & Vorhangdichte

Aber auch weniger auffällige Merkmale können für einen schlechten Schlaf sorgen. Christine Lenz ist seit 20 Jahren Expertin für Schlafgesundheit und -medizin. Sie berät unterschiedliche Unternehmen und Organisationen, darunter Hotels, Regierungen und Marktforschungsinstitute. »Zuerst ist es für einen Hotelbetrieb wichtig, festzulegen, welche Zielgruppe man ansprechen will. Zum Beispiel bevorzugen Jüngere eher härtere Matratzen, Ältere hingegen eher weichere. Viele Hotels bieten schon Kissenbars an: Da können sich Gäste ihre Kissen selber aussuchen.« Aber auch die Dichte des Vorhangs, die Positionierung von Bett und Fenster, die Geräusche der Minibar in der Nacht oder die Lüftung am WC sind Merkmale, die den Schlaf beeinflussen und dabei aber laut Lenz oft zu wenig Beachtung finden.

Das Alpenresort Schwarz in Tirol geht nocheinen Schritt weiter. Mental- und Gesundheitstrainer Klaus Unterberger ist auch Schlafcoach, er bietet den Gästen verschiedene Workshops zur Schlafförderung sowie zur Stressreduktion an. »Zudem haben wir ein Kissen- und Bettenmenü sowie verschiedene Auflagen, damit wir auf die individuellen Bedürfnisse unserer Gäste eingehen können«, so die Chefin des Hauses, Katharina Pirktl.In den Zimmern wird bei Materialien, Stoffen und Bettwäsche großen Wert auf beste Qualität gelegt. Seit dem Umstieg auf Boxspringbetten bekam man im Alpenresort Schwarz viel positives Feedback. »Unsere neuen Suiten haben wir kürzlich mit Leinenbettwäsche bestückt. Für unseren Neubau haben wir uns mit acht verschiedenen Firmen zusammengesetzt und unter anderem Qualitätschecks im Bereich der Haptik gemacht.« 

Auch im Vorarlberger 5-Sterne-Romantik Hotel »Die Krone von Lech« setzt man auf Premium-Qualität bei den Bettdecken und der Bettwäsche, doch weiß Gastgeber Johannes Pfefferkorn, dass das nicht genug ist: »Ein gutes Bett, hochwertige Matratzen, Kissen und Decken sind in Top-Betrieben ohnehin Standard, ebenso eine individuelle Auswahl an Kissen und Matratzenauflagen. Aber egal, wie gut das Bett ist: Das Entscheidende für einen guten Schlaf ist Ruhe. In letzter Zeit habe ich persönlich auf Reisen festgestellt, wie sehr die Türqualität den Schlaf beeinflussen kann.« Die Geräusche, die vom Gang durch die Tür ins Hotelzimmer dringen, werden oft unterschätzt. Deshalb am besten: Eine qualitativ hochwertige Tür, die mit dem Boden ohne Spalt abschließt, im Idealfall sogar zwei Türen mit einem kleinen Vorraum dazwischen. Ebenso wichtig erachtet Pfefferkorn die Möglichkeit der Belüftung und Temperaturregelung durch eine weder optisch noch akustisch störende Klimaanlage.

Ungebetenes Licht durch undichte Vorhänge oder nicht vorhandene Rollläden ist ein hoher Störfaktor.

© Gudrun Kaiser

Lavendel-Eistee und Walnüsse statt Espresso

Schlafcoach Christine Lenz empfiehlt, auf Regionalität zu setzen. Jede Region habe ihrenlokalen Schwerpunkt: Zirbenholz, Baldrian oder Melisse vom See oder Kräuter aus den Wäldern. Diese Themen jedoch nicht nur aufgreifen, sondern den Gästen auch vermitteln. Kleine Aufmerksamkeiten sind es oft, die die Gäste einen rundum wohligen Urlaub verbringen lassen. »Wenn in der kalten Jahreszeit bereits eine Wärmflasche im Zimmer auf den Gast wartet oder im Sommer eine kühle Wärmeflasche bereitliegt«, nennt die Schlafexpertin als Beispiel. Ebenso besser abends vor dem Schlafengehen statt Espresso Eistee mit Lavendel aus dem eigenen Garten anbieten, oder tryptophanhaltige Lebensmittel, die sich positiv auf den Schlaf auswirken, wie Walnüsse, Thunfisch oder Kürbiskerne. Bei jeder individuellen Beratung gebe es unzählige spezifische Tipps und Hinweise, die auf die Gegebenheiten des Hotels und dessen Umgebung abgestimmt werden können. 

Verschiedene Düfte wie Zirbenholz, Lavendel oder Baldrian können unterstützend für einen erholsamen Schlaf sein.
Verschiedene Düfte wie Zirbenholz, Lavendel oder Baldrian können unterstützend für einen erholsamen Schlaf sein.

© Amy Treasure

Andere Länder, andere Sitten

Andere Merkmale hängen auch von der -Herkunft des Stammpublikums ab. Während Amerikaner getrennte Zimmer mit zwei großen Boxspring-Betten bevorzugen, in denen es nach Lavendel oder Jasmin duftet, mag das angelsächsische und französische Publikum lieber durchgehende Matratzen und eine große Decke.Für deutsches Publikum ist es wichtig, dass das Doppelbett mit zwei Bettdecken ausgestattet ist und dass die Schlafräume gut gelüftet sind. Japaner und Chinesen sind es gewohnt, in der Öffentlichkeit zu schlafen bzw. ihre Nickerchen abzuhalten. Ihren Nachtschlaf verbringen viele Asiaten auf einem Futon, einer dicken Matte aus Baumwolle, die tagsüber im Schrank verstaut wird

Kein Knock-Out

Dem Körper kann jedoch auch direkt geholfenwerden, sich besser in den Schlaf zu finden. Ganz neu ist hier das natürliche Schlafgetränk Snoooze vom Food-Experten Hans P. Vriens. Es enthält ausschließlich natürliche Kräuter und verspricht, eine perfekte Ein- und Durchschlafhilfe zu sein – ohne Nebenwirkungen oder Gewöhnungseffekte. Seit Jänner 2018 erhältlich, schon hat es innerhalb von einem halben Jahr den heimischen sowie den amerikanischen Markt erobert, wurde in Dubai zur Innovation des Jahres 2018 gekürt und wird nun im internationalen Vertrieb von über 100 Distributoren weltweit unterstützt. »7 von10 Erwachsene, insbesondere Menschen auf Reisen, haben Schlafprobleme. Snoooze enthält so viele Kräuter, wenn man die alle in eine Pille stecken würde, wäre diese so groß, dass man sie nicht schlucken könnte. Diese Kräuterhelfen, wenn man stressbedingt nicht einschlafen kann, in einen natürlichen Schlafzyklus. Das können Schlaftabletten nicht, sie knockendich aus«, erklärt Hans P. Vriens. Zielgruppe von Snoooze seien Menschen, die vor allem wegen arbeitsbedingtem Stress oder Nervosität bzw. Unruhe (z. B. in der ersten Nacht im Hotel) schlecht ein- und durchschlafen können. »Hotels verkaufen im wesentlichen Schlaf. Schokolade auf dem Kopfpolsterhilft da gar nicht. Snoooze am Nachttisch schon. Wenn du nicht genug schläfst, produziert dein Körper das Stresshormon Cortisol. Das bleibt lange in deinem Körper und verursacht verschiedene Krankheiten. Besserer Schlaf führt zu höherer Zufriedenheit der Hotelgäste.«

Ein natürlicher Schlaftrunk mit einer geballten Ladung Kräuter.
Ein natürlicher Schlaftrunk mit einer geballten Ladung Kräuter.

© Snooze

Schlaf ohne WLAN

Zum Thema Elektro-Smog sind die Gäste nichtimmer einer Meinung. Während man im Alpenresort Schwarz früher auf WLAN im Restaurantbereich verzichtete, musste das mittlerweileaufgrund der Gästerückmeldungen geändert werden. »Im digitalen Zeitalter sind es die Menschen gewohnt, zu jeder Zeit das Internetnutzen zu können. Wer seinen Urlaub so strahlenarm wie möglich verbringen möchte, dem empfehlen wir unser Schwesternhotel – das Biohotel Schweitzer – das sich ganz in unserer Nähe befindet«, lässt uns Hotelbetreiberin Katharina Pirktl wissen. Als erstes kontrolliertes Biohotel Europas gilt das Biohotel Schweitzer in Mieming (Tirol) als Geheimtipp für Individualisten: Zirbenzimmer, Wohlfühlbäder, Bio-Wandanstriche, metallfreie Betten, Naturholzböden und die teilweise elektrische Ringabschaltung sorgen hier für einen gesünderen Schlaf. 

Das »Cumulu«-Kissen: Ein durchdachtes System mit zwei Innentaschen, Kräuter- und Thermoinnenkissen.

© Peggy Schneider

Über die Erfahrungen mit Zirbenholz in Zusammenhang mit einem besseren Schlaf weisen auch die über 3.700 öffentlichen Bewertungen des Unternehmens Gesundheitskissen.at hin. »Die Erfahrungen unserer KundInnen untermauern die Ergebnisse der Joanneum-Studie. So sprechen sie von besserem Schlaf, mehr Energie, eine verbesserte innere Ruhe. Wir bekommen auch regelmäßig Zuschriften, wo von Linderung bei Schnarchproblemen berichtet wird oder Babys mit der Hilfe von Zirbenkissen das erste Mal richtig durchschlafen. Hotelbetreiber berichten uns, dass viele Gästebereits darauf bestehen in einem Zirbenzimmer zu schlafen, da der Urlaub dann besonders erholsam ist«, so Geschäftsleiter Daniel Abart über die Wirkung der Zirbenprodukte. Fakt ist, dass ein besserer Schlaf immens zur persönlichen Gesundheit beiträgt und bei Hotelgästen einen enorm hohen Status innehat, über den sich jeder Hotelier Gedanken machen sollte.

Artikel aus Falstaff Karriere 04/2018.

MEHR ENTDECKEN

  • Restaurant
    Alpenresort Schwarz
    6414 Mieming
    Tirol, Österreich
    Klassisch/Traditionell
    Punkte
    88
    Falstaff Gabeln

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