Grüner Veltliner Grand Prix 2021 – Die Sieger

Vater Josef und Sohn Georg Högl holen mit Ried Schön Federspiel den Grand-Prix-Sieg in die Wachau.

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Grüner Veltliner Grand Prix 2021 – Die Sieger

Vater Josef und Sohn Georg Högl holen mit Ried Schön Federspiel den Grand-Prix-Sieg in die Wachau.

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Corona-bedingt musste leider auch im Jahr 2021 die all­jährliche Publikums-Gala rund um die Siegerehrung für den Falstaff Grünen Veltliner Grand Prix entfallen, die Bewertung der besten klassischen Vertreter der Sorte konnte allerdings stattfinden. Das Niveau der eingereichten Weine dieser Kategorie ist im Jahrgang 2020 ganz exzellent ausgefallen und die Weine zeigten sich trotz ihrer Jugend bereits von ihrer besten Seite.

Um an dieser Ausgabe des Grand Prix teilnehmen zu können, gab es zwei Wege in den Bewerb. Zum einen wurden anhand der umfangreichen Vorverkostungen zur Ermittlung der niederösterreichischen Landessieger von vier Kommissionen im Zeitraum von zwei Wochen aus rund 2000 Sortenvertretern die etwa fünfzig besten Grünen Veltliner in Blindprobe ausgewählt. Für die Grand-Prix-Kategorie darf der Alkoholgehalt die Grenze von 13 Volumenprozent nicht übersteigen und der Wein maximal vier Gramm Restzucker aufweisen – diese Werte wurden mittels amtlichen Prüfzeugnisses belegt. Zudem wurden jene niederösterreichen Weingüter, die im aktuellen Falstaff Weinguide 2021/22 als Betrieb mit drei oder mehr Sternen eingestuft wurden, eingeladen, einen der Kategorie entsprechenden Sortenvertreter einzureichen. Am Ende standen sich insgesamt 92 Finalisten im Ringen um den Grand-Prix-Sieg gegenüber.

Ein Sommer wie damals

Die klimatischen Bedingungen des ­Jahrgangs 2020 kamen der wichtigsten Rebsorte Niederösterreichs sehr entgegen. Es waren die Gegensätze, die letztlich zum Erfolg führten: Auf Perioden mit Sonne folgte wieder Regen, nach wärmeren Tagen kamen kühlere, echte Hitzeperioden blieben aus. Im Endergebnis ernteten die Winzer aromatisch gut ausgeprägte Weißweine, die von einer lebendigen, trinkanimierenden Säurestruktur gestützt werden und einen weniger hohen durchschnittlichen Alkoholwert zeigen als in den vorangegangenen Jahren. 

Von besonderer Bedeutung für das Grüner-Veltliner-Ergebnis war die Situation im Weinviertel, der mit Abstand größten Anbauregion für die »Nationalsorte«. Über 48 Prozent der Rebberge werden hier vom Veltliner eingenommen. Und gerade hier fühlten sich 2020 manche ältere Winzer mit dem klimatischen Wechselspiel zwischen Regen und Sonne in die »gute alte Zeit« ihrer Kindheit zurückversetzt.

Pragmatischer betrachtet kam das traditionell trockene Weinviertel einfach sehr gut und ohne Trockenstress durch den Sommer. Der Grundwasserspiegel konnte sich nachhaltig erholen. Gut mit Feuchtigkeit versorgt war sogar das westliche Weinviertel, das – anders als der östliche Teil – über leichtere Böden verfügt, durch die das Wasser rascher abfließt als in den mit Lehm und Löss durchsetzten Böden. Der August, ein im langjährigen Schnitt eher trockener Monat, war im Jahr 2020 recht niederschlagsreich. Positiv war, dass die Temperaturen vor allem gegen Ende hin eher kühl blieben.

Die wichtigste Aufgabe der Winzerinnen und Winzer war, die Trauben trotz erhöhten Pilzdrucks mit gezielter Laubarbeit gesund zu erhalten. Mit Mitte September startete die Wein­lese zu einem normalen Zeitpunkt, die Ernte war, nur unterbrochen von kleineren Niederschlägen, ein Monat später abgeschlossen.

Veltliner mit Niveau

Die Weine der Rebsorte Grüner Veltliner aus dem Jahr 2020 haben, wie bereits ausgeführt, vom wechselhaften Wetter absolut profitiert. Sie wirken leichtfüßig, besitzen eine reife, attraktive Frucht, ohne dabei opulent zu wirken, und sie verfügen über eine lebendige Säure, die den Schlüssel zum Erfolg des Jahrgangs darstellt. Und das findet auch im Ergebnis seinen Niederschlag in Form des höchsten Punktedurchschnitts, der in allen insgesamt 27 Grand­-Prix-Verkostungen bislang erzielt wurde. Mit einem Wort: Noch nie zuvor waren die Veltliner so gut wie dieses Mal.

Ein ganzes Dutzend Topweine erreichte 93 Punkte und mehr und zog damit in das entscheidende Finale um den Grand-Prix-Sieg ein. Und aus welchen Herkünften stammen die diesjährigen Spitzenweine? Vier Vertreter kommen aus der Wachau, drei aus dem Traisental, je zwei aus dem Kremstal und dem Weinviertel sowie einer vom Wagram. Die zwei flächenmäßig kleinsten Appellationen stellten damit mehr als die Hälfte der Finalisten.

Der Sieger kommt mit 94 Falstaff-Punkten aus der Wachau, besser gesagt von einer der spektakulären Terrassenanlagen im Spitzer Graben, der Ried Schön. Sie wird von Familie Högl bewirtschaftet, die hier Grünen Veltliner als Federspiel, Smaragd und Smaragd Alte Parzellen aus den ältesten Reben im Mittelstück erzeugt. Die Ried Schön besteht aus 57 Terrassen, der Boden wird von Schiefer und etwas Gneis bestimmt, sie sind Garant für Veltliner der Extraklasse. Das Högl’sche Federspiel rückt die elegante und filigrane Seite dieser Ried in Perfektion in den Fokus.

Der Wein, der den zweiten Platz belegt, kommt ebenfalls aus der Wachau. Es ist der Grüne Veltliner Ried Kellerberg Federspiel aus dem Hause Knoll in Unterloiben. Der Wein ist in der Kategorie Federspiel eine Premiere im Hause Knoll – und was für eine. Durch die südöstlich ausgerichtete Exposition des Knoll’schen Kellerberg-Weingartens eignet sich die legendäre Dürnsteiner Riede besonders gut für Grünen Veltliner. Hier sind Löss­-Anwehungen mit Gföhler Gneis-Materie durchmischt und ergeben stoffig-frische Sortenvertreter.

Der dritte Rang geht nach Röschitz im Weinviertel, einer wahren Metropole für beste Grüne Veltliner an den östlichen Ausläufern des von Urgestein geprägten Manhartsberges, die hier von Löss überlagert werden. Der Weinhof Hannes Edlinger bringt diesen Heimvorteil mit seinem Grünen Veltliner von der Ried Galgenberg, einer Spitzenried im Westen des Ortes, gekommt in die Flasche. Schon heute freuen wir uns auf die Falstaff Grüner Veltliner Gala 2022 in Wien, wenn wir dem klassischen Grünen Veltliner wieder die ihm zustehende Bühne geben zu können – und zwar dann auch wieder mit Publikum.

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ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 06/2021
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