Große Gewächse: Vorpremiere in Wiesbaden

Verkostungssituation vor Corona. Im Jahr 2020 hat jeder Verkoster einen eigenen Tisch bekommen, Mitarbeiter durften nur in eine Richtung gehen.

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Verkostungssituation vor Corona. Im Jahr 2020 hat jeder Verkoster einen eigenen Tisch bekommen, Mitarbeiter durften nur in eine Richtung gehen.

Verkostungssituation vor Corona. Im Jahr 2020 hat jeder Verkoster einen eigenen Tisch bekommen, Mitarbeiter durften nur in eine Richtung gehen.

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Genau 478 Weine standen dieses Jahr in Wiesbadens Kurhaus-Kolonnaden zur Verkostung bereit – überwiegend die weißen GGs aus dem Jahr 2019 und die roten aus 2018, selbstredend ergänzt um den einen oder anderen Wein, der nach einer längeren Reifezeit erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurde. So hatte beispielsweise das Weingut Knipser zwei 2016er Spätburgunder im Rennen, und Hansjörg Rebholz präsentierte seinen 2015 »Im Sonnenschein« Spätburgunder.

Anti-Corona-Maßnahmen

Für die dreitägige Verkostung hatte sich der VDP ein ausgetüfteltes Sicherheitskonzept überlegt, um corona-bedingten Risiken vorzubeugen: So gab es Einzeltische für alle Verkoster, und die Hilfskräfte mussten zum Antransport der Probenweine einen Rundparcours mit vorgeschriebener Laufrichtung durchlaufen. Das brachte sportliche Höchstleistungen mit sich: Eine der Servicekräfte zeigte kurz vor Feierabend stolz den Schrittzähler des Handys – mit einer Tagesleistung von über 18 Kilometern.

Das Resultat der Verkostung lässt sich am ehesten so zusammenfassen: Die 2019er sind etwas weniger homogen, als man es sich vielleicht erhofft hatte. In der Spitze besitzen sie jedoch eine Größe, die diejenige der ebenfalls ausgezeichneten Jahrgangsvorgänger übertrifft.

Dasselbe gilt für die Rotweine des Jahrgangs 2018: Das warme Jahr hat beispielsweise einer wärmebedürftigen Rebsorte wie dem Lemberger in die Karten gespielt. Und selbst beim Spätburgunder sind viele Weine entstanden, die mit Stoff und Fülle bestechen, ohne in die Breite zu gehen. Ein Paradebeispiel sind die Pinots des Ahrtals: Die Winzer haben in den letzten Jahren gelernt, mit Hitze und Trockenheit umzugehen. So konnten sie die volle Frucht des Jahrgangs mitnehmen, ohne Alkoholüberschuss und Strukturarmut in Kauf nehmen zu müssen.

Die Verkoster am Lütjensee oben (v. l. n. r.:): Claudia Retter (Geschäftsführerin »Fischerklause Lütjensee«, Ulrich Sautter (Falstaff Wein-Chefredakteur), Elisabeth Füngers (Restaurant »Nil«) unten (v. l. n. r.:): Peter Pröbstl (Edeka Zentrale Hamburg), Daniela Stubbe (Weinjournalistin) und Johannes Leusch (Winebank Hamburg), Rainer Schäfer (CvD Falstaff Weinguide)

Die Verkoster am Lütjensee
oben (v. l. n. r.:): Claudia Retter (Geschäftsführerin »Fischerklause Lütjensee«, Ulrich Sautter (Falstaff Wein-Chefredakteur), Elisabeth Füngers (Restaurant »Nil«)
unten (v. l. n. r.:): Peter Pröbstl (Edeka Zentrale Hamburg), Daniela Stubbe (Weinjournalistin) und Johannes Leusch (Winebank Hamburg), Rainer Schäfer (CvD Falstaff Weinguide)

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Edelsüßes Feuerwerk am Lütjensee

Quasi direkt aus dem Wiesbadener Probensaal begab sich die Falstaff-Jury nach Schleswig-Holstein ins Hotel und Restaurant »Fischerklause am Lütjensee«, um dort in Mann- und Frauschaftsstärke beispielsweise über die Kandidaten für den Titel »Newcomer des Jahres« zu entscheiden, und um die edelsüßen Spitzen des Jahrgangs zu verkosten. Die Newcomer-Kandidaten werden im Falstaff Magazin Deutschland 8/2020 vorgestellt, das am 28. Oktober 2020 erscheint. Für die Verkostungsergebnisse der Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen heißt es noch: geduldig sein bis zum Erscheinen des Falstaff Weinguide!

Die Ergebnisse der besten Großen Gewächse aus der Wiesbadener Probe werden bereits im übernächsten Heft von Falstaff Deutschland abgedruckt stehen, das am 1. Oktober erscheint.

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