Große französische Küche im »Brieftaubenkobel«

Hecht mit Kaviar und Beurre blanc.

© Falstaff/Degen

Hecht mit Kaviar und Beurre blanc.

Hecht mit Kaviar und Beurre blanc.

© Falstaff/Degen

Luiza Constantin haucht zeitgenössische Balladen in ihr Retro-Mikrofon und sorgt für grandiose akustische Untermalung in den Prunkräumlichkeiten des Post Palais (siehe auch Hotel und Appartments im Post Palais). Die Frau mit der Gänsehaut-Stimme war Teilnehmerin bei »The Voice of Italy« und ist in der Alten Post doch nur Nebendarstellerin. Im Pop-Up der »Taubenkobel«-Wirte Barbara Eselböck und Alain Weissgerber steht die große Französische Küche im Mittelpunkt. Die Räume sind mit hunderten roten Rosen, Kerzenleuchtern, Kristallgläsern, reichlich Silberbesteck und bodenlanger Tischwäsche üppig dekoriert. Der kulinarische Abend ist wie ein Theaterstück, Alain Weissgerber ist der Dramaturg, Barbara Eselböck die Hauptdarstellerin auf der Bühne und beide zusammen sind für die Inszenierung verantwortlich.

Kulinarische Bühne

Vorhang auf für das große Menü à 138 Euro (Es gibt auch ein Kleines à 88 Euro, wir haben uns aber für große Oper entschieden): Der lukullische Reigen beginnt mit einem cremig-scharfen Kren-Ei, serviert vom aufmerksamen und routinierten Team in fast schon historischen Uniformen – die Damen mit weißer Schürze und gestärktem Häubchen, die Herren im weißen Dinnerjackett. Es folgt eine köstliche Foie Gras »en torchon« mit glänzend braun gebackenem Brioche am Stäbchen und Consommé double. Zum Menü kann eine Weinbegleitung aus spannenden Naturweinen (á 98 Euro) gewählt werden. Freunde von klassisch ausgebauten Weinen ziehen vermutlich die abwechslungsreich gestaltete Weinkarte vor. Zum nächsten Akt werden herrliche Hechtnockerl mit Kaviar und Beurre blanc serviert. Mit Maronicreme mit weißem Trüffel und Noisette wird die Spannung weiter aufgebaut, die cremige Textur stützt die Trüffelspäne ideal. Mit einem Orangensorbet geht es in eine kurze Pause.

Das Menü in zehn Akten

Hommage an Paul Bocuse

Nach der Pause geht es mit einem Paukenschalg weiter: Paul Bocuse zu Ehren wird originales Bressehuhn mit Morcheln, Pommes mousseline und glaciertem Gemüse kredenzt. In Kombination mit »Mechthild« 2011, einem Grünem Veltliner vom Gut Oggau, aus der Magnum ein würdiger Höhepunkt des Abends. Die grandiose Sauce verrät die Genialität des Kochs ebenso wie seine elsässische Herkunft. Es folgt ein Käsegang, den man sich vom fein sortierten Käsewagen selbst zusammenstellen kann, Stephan Gruber von kaes.at stand hier mit seiner Expertise zur Seite. Finaler Höhepunkt ist ein Dessertwagen mit süßen Versuchungen, denen man trotz der vorangegangenen Anzahl an Gängen nicht widerstehen kann. Als Da Capo werden raffinierte Petit Fours gereicht, das Publikum zollt verdienten Beifall.

Eselböck und Weissgerber ist mit ihrem »Brieftaubenkobel« etwas gelungen, was in der gastronomischen Geschichte des Landes beispiellos ist. »Pop-Up« ist pures Understatement, es ist großes kulinarisches Theater, das einen vielversprechenden Auftakt für das geplante Post Palais mit Hotel, Restaurant und Luxus-Apppartments darstellt.

INFO

Brieftaubenkobel – noch bis 22. Dezember
Postgasse 8
1010 Wien
www.brieftaubenkobel.com

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