Granita: Sizilianischer Schnee

Granita und Brioche: So leicht und frisch gehen Sizilianer einen sommerlichen Tag an.

© Michael Rathmayer

Granita und Brioche: So leicht und frisch gehen Sizilianer einen sommerlichen Tag an.

© Michael Rathmayer

Die Hitze des Sommers brüllt in Sizilien noch einmal lauter als bei uns – kein Wunder also, dass die Südlichsten aller Italiener schon vor Jahrhunderten gute Ideen hatten, wie sie sich erlösende Abkühlung verschaffen können. Für die Entwicklung des legendären Wassereises »Granita« spielte der Schnee aus den Höhen des Ätna eine entscheidende Rolle.

Granita: Einst und Jetzt

Zu den zahllosen Errungenschaften, die die Menschheit dem Ideenreichtum der Araber zu verdanken hat, gehört auch das Speiseeis. Die Mauren waren es, die während der Besetzung Siziliens ab dem 9. Jahrhundert eine Technik entwickelten, dank derer der Schnee des Ätna im Winter gehortet und in Eishöhlen verdichtet und konserviert werden konnte, um in der Hitze des Sommers, mit Fruchtsaft und Honig vermengt, als Erfrischung zur Verfügung zu stehen. Bis heute gilt Granita, das unvergleichlich erfrischende, mit Früchten oder auch Kaffee versetzte, geschabte Eis Siziliens, als typisch sommerliches Frühstück für die Bewohner der Insel – in Kombination mit dem »Brioscia« genannten, charakteristisch geformten Briochegebäck und einem Schluck Espresso.

Bis zur Erfindung der ersten Tiefkühlgeräte hatten die »Nivaroli«, die Schnee-Ernter, in Sizilien viel zu tun. Das kostbare Gefrorene wurde in großen Körben gesammelt, in »Neviere«, Eishöhlen, gepresst und mit Farnen bedeckt gelagert. Im Sommer wurden große Blöcke aus dem Eis geschnitten und ins Tal gebracht, um mit Fruchtsaft vermengt die besser gestellten Insulaner zu erfrischen.

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Wer Briocheknöpfe nicht selber backen möchte, bekommt sie frisch aus dem Ofen z. B. unter www.naschsalon.at.

Selbermachen und wie die Sizilianer genießen

Mittlerweile ist die Granita, den Segnungen flächendeckender Tiefkühler-Verbreitung sei Dank, längst zur durch und durch demokratischen Köstlichkeit geworden und in jeder Caffè-Bar zu haben. Zumindest in Sizilien. Unsereins kann sich die Erfrischung freilich nur selbst machen. Das geht aber ganz einfach. Man benötigt dafür lediglich frische Früchte, guten Espresso oder Mokka und – für typisch sizilianische Granita di Mandorle – ein Mus aus sizilianischen Mandeln. Auch das gibt es inzwischen in heimischen Supermärkten, sogar in Bio-Qualität.

Eine Eismaschine ist nicht vonnöten, lediglich ein wenig Geduld, eine stabile Gabel und gute Grundprodukte. Wir haben vier besonders klassische Granita-Rezepte abgebildet, plus eines für die klassische »Brioscia col tuppo«, den sizilianischen Briocheknopf, ohne den der Granita-Genuss völlig denkunmöglich ist – zumindest für Sizilianer.

Tipp: Ein Eis-Sandwich für heiße Tage

Ob man sich die Granita gleich direkt in die Brioche füllt oder sie im Glas, mit der Brioche an der Seite, genießt, obliegt ganz den persönlichen Vorlieben.

Die Rezepte


Passt besonders gut zu Granita...

© beigestellt

Frizzante, Weingut Scheiblhofer

Helles Goldgelb, erfrischende, lang anhaltende Muskatnote, feine Perlage, zarte Tropenfruchtnuancen, fruchtig-duftiger Abgang, feine Restsüße.

www.scheiblhofer.at € 7,90


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