http://www.falstaff.at/nd/gourmetguide-international-teil-2-bleu-dorange/ Gourmetguide International, Teil 2: Bleu d'Orange In einem modern interpretierten Ambiente aus 1001 Nacht wird italienische Küche geboten.

Marrakesch boomt wie nie zuvor. Und weil der anhaltenden Lust an ­Expansion kaum Grenzen gesetzt werden, stehen dort Dutzende Märchen­­palasthotels auf dem roten Wüstenboden. Direkt neben den Menara-Gärten verkörpert das Four Seasons Resort mit seinen medinaartigen Pavillons, palmengesäumten Pools, reflektierenden Wasserbecken, maurischen Gärten und Fontänenspielen eine westliche Interpretation des 1001-Nacht-Zaubers. Das Ambiente des Restaurants »Bleu d’Orange«: eine dezente Mischung aus ­arabischer Ornamentik und klarer Linienführung. Bunte Mosaikfenster, üppig drapierte Brokatseiden-Vorhänge, ­ziselierte Lüster und Kerzenlicht.

Überraschend, dass hier italienisch gekocht wird. Francesco Montano will in der Wüste klassische italienische Gerichte durch saisonale Zutaten neu interpretieren – und die Übung ist gelungen. Die Tempura di Gamberi zergehen ob ihrer Frische auf der Zunge und duften zart nach Rosmarin, das Pastagericht Fregola Sarda con ragù ai frutti di mare kann man auf Sardinien nicht besser bekommen, der gegrillte Branzino mit knackigem Gemüse ist unaufdringlich gewürzt, der fangfrische Fisch behält seinen Eigengeschmack. Ein Tiramisu als Dessert klingt zwar banal, dieses ist mit seiner knusprigen Karamellhülle jedoch ein kleines Kunstwerk. Der Service ist aufmerksam und dezent, Federico Colombo außerdem für den – vorwiegend mit italienischen Kreszenzen bestückten – Weinkeller zuständig. Ein Must zum Digestif: die Rooftop-Bar »Zest« oberhalb des Restaurants mit guten Cocktails und Blick auf die schneebedeckten Gipfel des Atlasgebirges.


Bewertung
Essen 42 von 50
Service 18 von 20
Weinkarte 17 von 20
Ambiente 10 von 10
Gesamt 97 von 100


Bleu d’Orange
im Four Seasons Resort Marrakech
1, Boulevard de la Menara
40000 Marrakesch, Marokko
T: +212/(0)5/24 35 92 00
Mo.–So. 19–23 Uhr
www.fourseasons.com/marrakech



Text von Sylvia Sedlnitzky
Aus Falstaff Nr. 01/2013


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