Hans Terzer präsentierte südtiroler Juwelen im Palais Coburg. / Foto beigestellt
Hans Terzer präsentierte südtiroler Juwelen im Palais Coburg. / Foto beigestellt

Mag. Alexander Gottardi und Mag. Thomas Schneider präsentierten in der Wiener Coburg zwei herausragende Betriebe aus ihrem Sortiment. Aus Südtirol kam in Person von Hans Terzer der Chef der Kellerei St. Michael-Eppan um die Weissweine aus seine Top-Serie Sanct Valentin sowie den mit dem Jahrgang 2010 erstmals erzeugten Ultra-Premium-Weine namens Appius vorzustellen. Winzerlegende Terzer, der nächstes Jahr sein vierzigstes Jahr im Betrieb feiern wird, ist eine Schlüsselfigur in der Qualitätsrevolution des Südtiroler Weinbaues. Heute bewirtschaften seine 350 Winzer rund 380 Hektar Weingärten, erzeugt werden zu 70 Prozent Weißweine und 30 Prozent Rote. Als Terzer begann war das Verhältnis exakt umgekehrt.

Begehrtes aus den Bergen
Die Weißweine von St. Michael-Eppan genießen in ganz Italien absoluten Kultstatus und haben unzählige Male die begehrten »Tre Bicchiere« von Gambero Rosso gewonnen. Der Sauvignon aus der Sanct Valentin-Serie war stilbildend für Italien, etwa 130.000 Flaschen werden auf höchstem Niveau jährlich von diesem Wein erzeugt. Subtil der Weißburgunder, der Chardonnay mit wohldosierten Holz auf Augenhöhe mit guten Premiers Crus aus der Burgund und auch beim Pinot Grigio zeigt Terzer des tatsächliche Potenzial der oft verkannten Sorte auf. Nur die allerbesten Trauben eines Jahrganges kommen für den neuen »Appius« in Betracht, von dem mit 2011 der zweite Jahrgang vorgestellt wurde. Diesmal eine Cuvée aus Chardonnay und Pinot Grigio, gewürzt mit einem Anteil Sauvignon, der zwei Tage kalt mazeriert wurde, behutsam ausgebaut im Edelstahl über 3 Jahre. Nicht mehr als 5000 Flaschen stehen für Kenner zur Verfügung. Trotz eines im Gegensatz zur Sanct Valentin-Serie sehr beträchtlichen Preis, war dieser neue Kultweißwein im ersten Jahrgang 2010 nahezu blitzartig ausverkauft.

Mehr aus dem Médoc
Aus der Appellation Margaux im Médoc kam Christopher Myers, der Exportchef der Bordeaux-Legende Château Palmer, um verschiedene Jahrgänge von Alter Ego und Palmer vorzustellen. Mit dem Alter Ego wurde auf Château 1998 ein zweiter Premium-Wein geschaffen, es handelt sich dabei keineswegs um einen Zweitwein. Bei Vinifikation steht eine klare Frucht im Vordergrund, die Aromatik wird durch einen einenthalbjährigen Ausbau im Barrique verstärkt, wobei der Anteil an neuen Fässern je nach Jahrgang zwischen 25 Prozent und 40 Prozent liegt. In der Cuvée dominiert stets ein höherer Anteil an Merlot, was diesen Weinen einen speziellen feinwürzigen Charakter verleiht. Der »Grand Vin« von Château Palmer, das 1855 als drittes Gewächs klassifiziert wurde, steht heute fraglos einem Erstgewächs näher als den nächsten Deuxième Crus. Europa-Verkaufschef Christopher Myers zeigte in Wien acht verschiedene Jahrgänge aus dem Palmer-Sortiment, darunter den 2009er Alter Ego, die charmanten und bereits trinkfreudigen Palmer-Jahrgänge 2004 und 1996 sowie die lagerfähigen, großen 2005 und 1999. Es wäre für die Zukunft sehr wünschenswert, wenn öfters die Vertreter der großen Namen aus Bordeaux den Weg nach Österreich finden würden, und hier der jungen Sommelier-Garde ihre Qualitäten präsentieren.

Tastingnotizen zur Gottardi-Verkostung von Peter Moser

www.gottardi-partner.at

Text von Peter Moser