Gölles: Balsam für den Südsudan

Auch Caritasdirektor Herbert Beiglböck (2. Reihe, 3. v.l.) und Brigitte Kroutil-Krenn (2. Reihe, 2. v.l.), Leiterin der steirischen Caritas-Auslandshilfe, waren anwesend.

© Neuhold

Auch Caritasdirektor Herbert Beiglböck (2. Reihe, 3. v.l.) und Brigitte Kroutil-Krenn (2. Reihe, 2. v.l.), Leiterin der steirischen Caritas-Auslandshilfe, waren anwesend.

Auch Caritasdirektor Herbert Beiglböck (2. Reihe, 3. v.l.) und Brigitte Kroutil-Krenn (2. Reihe, 2. v.l.), Leiterin der steirischen Caritas-Auslandshilfe, waren anwesend.

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Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, viele der rund 14 Millionen Einwohner des afrikanischen Staates sind aufgrund von Dürren und bewaffneten Konflikten von akutem Hunger und Armut betroffen. Laut den Vereinten Nationen spitzt sich die Lage im Jahr 2019 weiter zu und schon bald könnte sogar die Hälfte der Einwohner des Landes extremen Hunger leiden.

»Unser meistverkaufter Essig, der Weiße-Balsam-Essig, steht Pate für unser Engagement.«
Alois Gölles, Geschäftsführer Manufaktur Gölles

Knapp 5000 Kilometer weiter nördlich, in Riegersburg in der beschaulichen Südoststeiermark, kamen vor kurzem im Rahmen eines Pressegespräches Bischof Wilhelm Krautwaschl, Caritasdirektor Herbert Beiglböck und Brigitte Kroutil-Krenn, Leiterin der steirischen Caritas-Auslandshilfe, mit Alois Gölles in der Manufaktur des Essig- und Edelbrandproduzenten zusammen, um eine Kooperation zur Verbesserung der Situation für die Menschen im Südsudan zu präsentieren: Bereits seit 2018 stellt Gölles für jede verkaufte Flasche seines Weißen Balsamessigs einen Euro für Caritas-Projekte zum Aufbau nachhaltiger Landwirtschaft im Südsudan zur Verfügung.

»Ich danke heute besonders der Firma Gölles für Ihre großzügige Unterstützung, denn als Produzent ausgewählter Köstlichkeiten, die Freude bereiten, wissen Sie es: geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid ist halbes Leid.«
Wilhelm Krautwaschl, Bischof der Diözese Graz-Seckau

100.000 Euro für landwirtschaftliche Projekte

Bereits in dritter Generation betreibt Alois Gölles in Riegersburg Obstbau. Mit der Produktion von Edelbränden und feinen Essigen wurde der Steirer zum kulinarischen Aushängeschild der ganzen Region. Den Vorzeigeunternehmer zeichnen aber nicht nur seine Leidenschaft und sein Gespür für Lebensmittel von höchster Qualität aus, sondern auch sein Herz und sein Engagement für die Schwächsten auf unserer Welt. Auch die vierte Generation Gölles, die Söhne David, Christoph und Johannes, sehen sich verpflichtet zu helfen und geben ihre Zustimmung für dieses Projekt.

»Mit seinem Engagement für den Südsudan übernimmt er als jemand, dem es gut geht, auch Verantwortung gegenüber Menschen, die weniger Glück hatten.«
Herbert Beiglböck, Caritasdirektor Steiermark

Gölles stellt mit jeder verkauften Weißen Balsam Flasche einen Euro für den Aufbau nachhaltiger Landwirtschaft im Südsudan zur Verfügung. Im Jahr 2018 unterstützte die Manufaktur Gölles Caritas-Projekte im Südsudan dadurch mit 50.150 Euro, 2019 sollen laut den Erfahrungswerten von Gölles mindestens weitere 50.000 Euro folgen, sodass die Gesamtsumme deutlich über 100.000 Euro liegen dürfte.

Die unterstützten Projekte im Südsudan

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Viele der rund 14 Millionen Einwohner des afrikanischen Staates sind aufgrund von Dürren und bewaffneten Konflikten von akutem Hunger und Armut betroffen. Folgende Caritas-Projekte werden von Gölles unterstützt, um mit Hilfe von Projektpartnern vor Ort die Not der Menschen zu lindern:

  • Landwirtschaft in Wulu
    Traditionellerweise leben die Menschen in der südsudanesischen Provinz Wulu als Jäger und Sammler, Wissen über Ackerbau war bis vor kurzem kaum bekannt. 2012 startet der Priester Pater Peter deshalb den ersten kleinen Kurs zum Thema Gartenanbaumethoden für 25 Frauen. Da der Erfolg der ersten Gartenanbauschulung so groß und das Interesse der Bevölkerung einen eigenen Garten anzulegen enorm war, entstand die Idee, eine ganze Demonstrationsfarm zu bauen um noch mehr Frauen aus der Umgebung Hilfe beim Gartenanbau anzubieten. Mithilfe von Spenden aus der Steiermark konnte das Projekt im September 2017 gestartet werden, inzwischen konnten dort mehr als hundert Frauen Schulungen besuchen.

  • Landwirtschaftstraining für Frauen in Nyarjwa und Rejaf
    Das Projekt richtet sich an Frauen in den Orten Nyarjwa und Rejaf, die bereits kleine Ackerflächen bewirtschaften und ihre Anbaumethoden verbessern möchten. Der Großteil der Teilnehmerinnen hat keine bzw. nur eine geringe Schulbildung, für die Frauen und ihre Familien ist die kleine eigene Landwirtschaft deshalb oft ihre einzige Chance, Hunger und Armut zu lindern. Im Rahmen des Projektes lernen Frauen mit biologischen Anbaumethoden die Menge und die Qualität ihrer Erträge, der auf ihren kleinen Ackerflächen produzierten Lebensmittel, zu steigern. Es werden Kenntnisse in Kompostierung, Saatgut-Vermehrung, Fruchtfolge und ökologischer Landwirtschaft sowie Vermarktung vermittelt.

»Nothilfe ist wichtig, um das Überleben zu sichern, Schule und Bildung sind eine Investition in die Zukunft von jungen Menschen.«
Brigitte Kroutil-Krenn, Leiterin der Auslandshilfe der Caritas Steiermark

  • Nahrung für Babys und Kleinkinder
    Nach wie vor ist die Ernährungssituation im jüngsten Staat der Welt sehr angespannt. Ein großer Teil der Menschen findet durch eigene Erwerbsarbeit nicht das Auslangen, das es ihnen ermöglichen würde, für die eigene Familie zu sorgen. Ein seit langem erfolgreich erprobtes Rezept gegen Unterernährung von Kindern wird deshalb nun auch im Südsudan umgesetzt: Ein Ernährungszentrum für Babys und Kleinkinder bis fünf Jahre. Derzeit sind rund 300 Kinder bei dem Projekt registriert, die laufenden Kosten trägt die Caritas der Diözese Graz-Seckau.

www.goelles.at

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