Gin Basil Smash feiert zehnjährigen Geburtstag

Genau richtig für heiße Sommertage: Der Gin Basil Smash, den Barkeeper Jörg Meyer vor zehn Jahren erfand.

© Le Lion Barbetriebe GmbH

Genau richtig für heiße Sommertage: Der Gin Basil Smash, den Barkeeper Jörg Meyer vor zehn Jahren erfand.

© Le Lion Barbetriebe GmbH

Wäre Jörg Meyer Buchautor, hätte er einen Bestseller verfasst. Würde er Musik machen, dann wäre ihm ein internationaler Hit gelungen. Doch der Verkaufsschlager, den er erdacht hat, ist flüssig und grün, riecht nach Basilikum und kommt in ein eiskaltes Glas. Meyer hat einen Cocktail erfunden, den Gin Basil Smash. Ein Drink, der unkompliziert und einfach ist, dabei aber so erfrischend und gut schmeckt, dass es so scheint, als hätte es ihn immer schon gegeben. Ein neuer Klassiker, der es nicht nur in kurzer Zeit weltweit auf die Karten der besten Bars geschafft hat. Sondern auch Hamburg wieder auf die Karte der internationalen Trinker gebracht hat, wie Meyer sagt. 

Vor zehn Jahren hat der grüne Drink seine Reise in die Welt begonnen. Ausgangspunkt war eine fensterlose Bar im Hochsommer – eine schwierige Kombination. Im Frühjahr 2008 tüftelte Meyer an der Sommerkarte für seine neu eröffnete Bar »Le Lion«. Was er brauchte, war ein Drink für heiße Tage; ein Argument, auch dann am Tresen zu hocken, wenn es draußen lange hell und warm bleibt. Meyer experimentierte mit Whiskey und Kräutersträußen aus der Küche, zerschmetterte Eis und schüttelte unzählige Male. Ganz genau kann sich Meyer heute nicht mehr erinnern, er weiß nur noch, dass er irgendwann Gin als Spirituose ausprobierte und Minze durch Basilikum ersetzte. »Geschmack und Farbe haben mich angenehm überrascht«, sagt Meyer hanseatisch trocken zu Falstaff. Am 10. Juli nach einer langen Barschicht setzte sich Meyer noch mal an den Computer und schrieb einen Eintrag in seinem Blog. Um 4.08 Uhr klickte er auf »Senden«. 

Der Gin Basil Smash war geboren – damals noch unter dem Namen Gin Pesto. Meyer hatte eine ideale Kombination erdacht, in dem er Gin mit frischem Zitronensaft und Basilikum zusammen mixte. Die Gäste, die er probeweise bewirtete, fanden das Ergebnis cool, über das Internet verbreitete sich das Rezept schnell in viele Länder. Seitdem hat Meyer, schätzt er, knapp 10.000 Gin Basil Smashs selbst gemixt. Man bekommt den Drink in Hong Kong und Paris, er steht in den wichtigsten Bar-Bibeln, und selbst die New York Times hat darüber berichtet. Die Verkaufsstatistik sagt alles: Allein im »Le Lion« machte der Gin Basil Smash einen Umsatz von mehr als einer halben Million Euro in den vergangenen zwei Jahren.

Über die Gründe für den sensationellen Erfolg sagt Jörg Meyer heute: »Es war eine Mischung aus Timing und Glück.« Der Zeitpunkt stimmte, weil Gin damals gerade zu seinem bis heute dauernden Comeback ansetzte – und sich der Drink tatsächlich mit vielen unterschiedlichen Gins gut mixen lässt. Basilikum als Zutat – das war ein weiterer Erfolgsfaktor. Basilikum gehört zu den klassischen Küchenkräutern, es in der Bar zu benutzen war neu, denn die Cuisine Style Cocktails entwickelten sich gerade erst. Dass diese Kombination so einschlug und sich schnell über den ganzen Globus verbreitete, hat sicher auch mit dem guten Netzwerk zu tun, das Meyer seit vielen Jahren pflegt.

Hamburg gehört für Barflies jedenfalls zum festen Programm – vor dem »Le Lion« hat Meyer mittlerweile eine Schild anbringen lassen, mit der Aufschrift »The Cradle of the Gin Basil Smash«. Etwa 60 Gläser davon wandern täglich über den Tresen. Und Meyer und sein Team machen sich einen Spaß daraus, regelmäßig eine kleine Abwandlung zu kreieren. Momentan gibt es den Brasil Basil Smash – mit Cachaça statt Gin.

Für das Original finden Sie hier unten das Rezept:

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