Heutzutage ist das Angebot an Käse in Österreich so groß wie noch nie. Egal ob im Lebens­mittelhandel oder in der Gastronomie: Die Vielfalt an Käse, aber beispielsweise auch an Wein oder Brot, wird immer größer – mit zunehmender Rücksichtnahme auf Regionalität und Natürlichkeit. Einerseits ist der Konsument zum richtigen Genießer geworden, andererseits fordert er fachkundige Beratung, um zu wissen, welcher Käse zu welchem Wein oder zu welcher Brot- oder sogar Biersorte passt. Für den perfekten Käseteller sorgen die Käse-Experten der Zukunft in den Schulen bei einem Wettbewerb, der im Rahmen der Käsekenner 2011 Ende Oktober in der Höheren Lehranstalt für Tourismus und wirtschaftliche Berufe in der Bergheidengasse in Wien-Hietzing veranstaltet wurde.

Käsekenner
»Für mich ist Käse vergleichbar mit Schokolade«, erklärt Käsekennerin Manuela Manzl. Man merkt, dass die Leidenschaft aller Schülerinnen und Schüler zum Produkt tiefe Wurzeln hat. Die hochwertigen Käsesorten werden von ihrer Verpackung »befreit«, und man redet hier von einem Frischedatum des Käses (statt einem Ablaufdatum). Respekt wird den unterschiedlichen Käsesorten aus Österreich gezollt – beginnend mit den milden Frischkäsen, aus Schafmilch hergestellt, über bekannte Weichkäsesorten wie Camembert oder Brie bis zu den würzigen Rotkultur-Exemplaren, die zunehmend aus Rohmilch (nicht pasteurisierter Milch) produziert werden. Mit Freude werden intensiv duftende Bergkäse, die vorwiegend aus Tirol oder Vorarlberg stammen und aus natürlicher Heumilch hergestellt ­werden, fachkundig aus den großen Käselaiben geschnitten. Sorgfältig wird die gelernte Schneidetechnik umgesetzt, damit jeder Gast den gleichen Käsegenuss erleben darf.

Der perfekte Käseteller
Für die Prüfung zum Käsekenner müssen die Schülerinnen und Schüler aus acht Käsesorten den perfekten Käseteller ­gestalten. Für Käse als Hauptspeise nimmt man normalerweise sechs bis acht Sorten mit jeweils 15 Gramm pro Stück; für den Dessertteller genügen vier bis fünf Stück mit je sechs bis acht Gramm, also mit mundgerechten Portio­nen. Zuerst wird daher gefragt, ob man den Käseteller als Haupt- oder Nachspeise genießen möchte, gefolgt von den passenden Weinsorten. Der Käseteller wird im Uhrzeigersinn gerichtet, beginnend mit der mildesten Käsesorte direkt vor dem Gast bei »sechs Uhr«.

Der Konsument als Genießer
Der fertiggestellte Käseteller ist nicht nur schön anzuschauen, die angerichtete Käseauswahl schmeckt auch hervorragend. Die Aromen der jeweiligen Käsesorten haben sich entwickelt, die Rinde und das Teiginnere sind leicht zu schneiden – das heißt, dass die Käse rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen worden sind. Allerdings gilt: Je länger, desto besser, aber zehn Minuten bei Raumtem­peratur pro zehn Gramm Käse ist die Grundregel, damit der Käse – ähnlich wie der Wein – sich vor dem Genuss auch aromatisch ent­falten kann. 

Die Käseausbildung an österreichischen Schulen wird immer beliebter, und der Zusatzlehrgang »Käsekenner/in in Österreich« wird seit dem Jahr 1996 an Schulen für Tourismus und für wirtschaftliche Berufe sowie an pädagogischen Hochschulen und Berufsschulen angeboten: »Wir haben im Jahre 1995 ein Pilotprojekt gestartet, damals waren gerade sechs Schulen beteiligt«, so Peter Hamedinger, AMA-Marketingverantwortlicher für Milch und Milchprodukte: »Heute sind es 1200 Schüler, die jährlich ausgebildet werden. Das ist ein tolles Projekt, weil diese Trends in der Gastronomie durch den Konsumenten immer mehr bestätigt werden.« Auch wenn man vorher die bereits geschnittenen Frühstückskäse bevorzugt hat, neigt man nach der Käsekenner-Ausbildung zum Kauf von würzigeren Rot­kultursorten oder sogar zu den aus Roh­milch hergestellten Hartkäsen in ganzen Stücken von der Käsetheke, und die »ansteckende Begei­s­terung wird oft auf die ganze Familie über­tragen«, so Dietmar Wernitznig, Käsekenner-­Koordinator und Käsesommelier an Schulen.

Sieger Käsekenner
Als Sieger dieser zweitägigen Veranstaltung gingen stolz die Kandidaten der Gastgeberschule HLTW Wien 13 hervor. Der zweite Platz ging an die Kandidaten der HLT Bad Leonfelden, und Platz drei belegten die Schüler der HLT St. Johann in Tirol.

Den vollständigen Text lesen Sie im Falstaff Nr. 8/2010


Text von Jason Turner

Mehr zum Thema

News

Die besten Veggie-Restaurants

Von Kopenhagen bis New York: Diese Restaurants gelten international als Places to be für Veggies.

News

Top 10: Das sind die schönsten Kaminhotels

Der Sommer neigt sich dem Ende zu während sich die kühlen Herbst- und Wintertage schon langsam anschleichen. Wir verraten Ihnen in welchen...

News

Gewinnspiel: Sauerteig trifft auf natürlich gebraute Sojasauce

Kikkoman, Weltmarkführer für natürlich gebraute Sojasauce, ist als Botschafter der japanischen Genusskultur, stets bemüht Rezepte und Traditionen aus...

Advertorial
News

Kontrolle der Sonderklasse

Manche Menschen sieht man eher ungern. Zahnärzte, radarpistolenbewaffnete Verkehrspolizisten, und in der Landwirtschaft: die Kontrolleure im Auftrag...

Advertorial
News

Das steckt hinter dem Veggie-Boom

Wer dauerhaft oder teilweise auf tierische Produkte verzichtet, zelebriert Ernährung als Lifestyle. Und kann dank kreativer Köche trotzdem auf...

News

Bachl's Restaurant der Woche: Das Lilienberg

Inmitten der Weinreben der Domäne Lilienberg sorgt das neue Restaurant von Mirjam Orasch für hochkarätige Gourmet-Erlebnisse.

News

Acht Dinge, die Sie über Quitten wissen sollten

Die Quitte duftet nicht nur verführerisch und schmeckt ganz köstlich, sie steckt auch voller Überraschungen. Wir lüften einige ihrer Geheimnisse.

News

Top 10 Erdäpfel-Rezepte

Zum Tag der Erdäpfel am 18. September haben wir unsere Lieblingsrezepte mit der tollen Knolle herausgesucht.

News

Trend aus New York: Cannabis-Cocktails

Der US-Bundesstaat New York hat vor Kurzem Cannabis für den Freizeitgebrauch legalisiert. Binnen kürzester Zeit wurde daraus ein Riesenmarkt, den...

News

Top 10: Rezepte mit Kürbis

Ob Hokkaido oder Butternuss: Kürbis eignet sich für viel mehr als bloß zur Herbst-Deko. Wofür? Das verraten wir hier mit einem Best of unserer...

News

Neues Falstaff Kochbuch mit dem Besten aus Italien

Spitzenköche wie Massimo Bottura verraten die Lieblingsrezepte ihrer Regionen – ein Muss für jeden Fan der italienischen Küche.

News

So kann man Lebensmitteln vertrauen

Nicht alles, was im Supermarkt in den Kühlregalen liegt, ist wirklich vertrauenswürdig. Rund 15.000 jährlich von der AMA durchgeführte Kontrollen...

Advertorial
News

Top 8: Die beliebtesten Speisepilze

Ob Parasol, Eierschwammerl oder Steinpilze, sie alle schmecken frisch und selbst gepflückt am besten. Eine Übersicht über die Favoriten der heimischen...

News

Jeunes Restaurateurs laden zum Chef's Roulette 2021

Am 6. Oktober tauschen 25 österreichische Spitzenköche ihre Restaurants und servieren Überraschungsmenüs.

News

Bachl's Restaurant der Woche: Zur Hofstubn

Aktuell noch als Gasthof geführt, blickt das neue »Zur Hofstubn« von Georg Knill in der Oststeiermark auf eine große Zukunft. Küchenchef Sebastian...

News

Klima-Kollaps: Insekten als Zukunfts-Food

Die Angst vor dem Klima-Kollaps ist einer der wichtigsten Gründe dafür, immer öfter auf den Genuss von Fleisch zu verzichten. Andererseits benötigt...

News

Senf: 10 Fakten zum Scharfmacher

Was hat Nepal mit der Senfproduktion zu tun und welchen Senf essen die Österreicher am liebsten? Die Antworten gibt's hier.

News

Das macht Niederösterreichs Wirtshauskultur so besonders

In den Wirtshäusern Niederösterreichs wird die hohe Kunst des Bewirtens gepflegt. Der Verein Niederösterreichische Wirtshauskultur, sorgt seit beinahe...

News

Wie Paul McCartney zum Vegetarier wurde

Paul McCartney ist nicht nur einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten, sondern auch einer der engagiertesten Fürsprecher der vegetarischen...

News

TV-Tipp: Der Kitchen Impossible Corona-Rückblick

Am 11. September trifft Tim Mälzer bei »Kitchen Impossible 2020 – Die Tagebücher der Küchenchefs« unter anderem Max Stiegl und Haya Molcho.