Frankreich: Rebflächen im Sonderangebot

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Frankreich: Rebflächen im Sonderangebot

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In Frankreich sind manche Dinge etwas kompliziert. So müssen beispielsweise Verkäufe von landwirtschaftlichen Nutzflächen gegenüber einer Behörde namens SAFER mit allen finanziellen Details offengelegt werden. Dabei geht es gar nicht um Steuern, zumindest nicht vorrangig: Der Staat möchte – diese Regelung geht wie manch andere noch auf die französische Revolution zurück – ein Auge darauf haben, wie sich die Besitzverhältnisse in Wäldern, Weinbergen und beim Ackerland entwickeln. Nebenbei dienen die so gewonnen Daten zur Berechnung der Erbschaftssteuer, die in Frankreich etwa bei einem Weingut nicht in Abhängigkeit vom Jahresumsatz festgesetzt wird, sondern nach dem Verkehrswert der vererbten Ländereien.

Diese SAFER veröffentlicht jedes Jahr eine Statistik, die die Bewegungen auf dem Markt in Form von Durchschnittspreisen publik macht. Gerade eben sind die Zahlen für 2020 erschienen. Betrachtet man sich in diesen die zehn weinbaulichen Großregionen Frankreichs als Ganze, dann führt – wenig überraschend – die Champagne die Liste der teuersten Weinberge an. Ein durchschnittlicher Weinberg in der Champagne kostete im Jahr 2020 1,1 Millionen Euro pro Hektar – Premier Cru und Grand Cru-Lagen werden allerdings nicht gesondert aufgeführt. Auf Platz zwei folgt mit respektvollem Abstand die Region Burgund-Beaujolais-Savoyen-Jura mit einem Durchschnittspreis von 194.100 Euro pro Hektar.

Die teuersten Lagen

Zoomt man konkret auf Burgund, dann werden die Preise aus der Champagne jedoch recht schnell übertroffen: In der Côte d’Or als ganzer liegt der Durchschnittspreis bei 760.300 Euro/ha, am preiswertesten sind dabei die mit Rotwein bestockten kommunalen AOC-Weinberge der Côte de Beaune mit 350.000 Euro/ha. Bei den Premiers Crus distanziert der Preis für Weißwein-Lagen mit 1,69 Millionen Euro/ha denjenigen der roten Premiers Crus mit 730.000 Euro/ha bei weitem. Grand Cru-Lagen kosten im Schnitt 6,76 Millionen Euro/ha. Das ist frankreichweit die Höchstmarke. Selbst Weinberge der generischen AOC Bourgogne kosten mit 47.200 Euro/ha ein Mehrfaches dessen, was in den meisten anderen Appellationen üblich ist.

In und um Bordeaux

In Bordeaux ist die Spreizung zwischen den preiswertesten und den teuersten Weinbergen ebenfalls extrem hoch: Rebflächen der generischen AOC Bordeaux bekommt man für 13.000 Euro/ha, in Pauillac und St-Julien hingegen kostet ein Hektar Land im Schnitt 2,8 Millionen Euro/ha, in Pomerol 2,0 Millionen. In Margaux kostet ein Hektar 1,5 Millionen Euro. Für St-Émilion stehen, da nicht zwischen klassifizierten und anderen Lagen unterschieden wird, 300.000 Euro/ha in den Büchern. In Pessac-Léognan, das für Investoren der Nähe zur Stadt Bordeaux wegen besonderen chic hat, werden im Schnitt 600.000 Euro für den Hektar bezahlt, etwas mehr als in St-Estèphe mit 550.000 Euro/ha.

Die Lage Mittel- und Südwestfrankreich

Recht trostlos —und der schwierigen Absatzsituation wegen auch nur bedingt attraktiv— sind die Landpreise vor allem in einigen Regionen des Midi und im Sud Ouest. Die wohl tiefstpreisige AOC ist Coteaux du Quercy unweit von Cahors in Südwestfrankreich, hier kann man einen Hektar Weinberg im Schnitt schon für 6.000 Euro erwerben. Im Languedoc bekommt man einen Hektar Corbières – immerhin eine AOC mit langer Tradition und doch gewissem Bekanntheitsgrad – für 8.500 Euro. In Gaillac im Südwesten wechselt der Hektar für 9.500 Euro den Besitzer. Nur wenig besser sieht es in den Côtes du Roussillon aus mit 10.000 Euro/ha, in Cahors mit 11.000 Euro/ha und Minervois mit 11.500 Euro/ha sowie in Limoux mit 14.000 Euro/ha. Selbst Edel-AOCs wie Banyuls und Collioure sind für vergleichsweise bescheidene 20.000 Euro/ha auf dem Markt.

Weitere interessante Preise:

  • Côte Rôtie: 1,15 Millionen Euro/ha
  • Cornas: 500.000 Euro/ha
  • Châteauneuf-du-Pape: 450.000 Euro/ha
  • Sancerre: 220.000 Euro/ha
  • Alsace Haut-Rhin: 126.400 Euro/ha
  • Bandol: 125.000 Euro/ha
  • Moulin-à-Vent: 90.000 Euro/ha
  • Côtes de Provence: 60.000 Euro/ha

Weitere Infos: le-prix-des-terres.fr

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