FRAG DEN KNIGGE! Danke für die Einladung!

© Gina Mueller

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»Sei aufmerksam und richte dich nach den Sitten des Hauses«, so Adolph Freiherr Knigge in seinem Buch »Über den Umgang mit Menschen«. Doch worauf sollten wir unsere Aufmerksamkeit richten? Acht Verhaltensempfehlungen für den guten Gast.

1. Bring etwas mit!

Schöne Geschenke erzählen eine gute Geschichte, sagt man. Je persönlicher, desto besser. Also: Schenken Sie ein Buch, das sie gerade begeistert, einen selbst gebackenen Kuchen, einen Strauß Wiesenblumen, weil die jeder liebt, oder Fotos aus gemeinsamen Studientagen. Oder geben Sie endlich die vor Monaten geliehene Salatschüssel zurück. Mit rosa Schleife drum, versteht sich. 

2. Beobachte! 

Wer sich nach den Sitten des Hauses richten will, der beobachte. Welche Bücher stehen im Regal? Wo steht der Fernseher? Welche Bilder hängen an der Wand? Wie förmlich geht es zu? Wie redet man miteinander? Was gibt es zu essen, was zu trinken? Werden Gäste einander vorgestellt oder gilt »Help yourself«? 

3. Wundere dich nicht! 

Einer meiner Lieblingssätze in dem Buch »Manieren« von Asfa-Wossen Asserate steht auf der ersten Seite und hat nur zwei Worte. Unter der Überschrift: »Was ich hässlich finde« steht dort: SICH WUNDERN. Wer sich wundert, der runzelt die Stirn und zieht die Augenbrauen hoch. Wer mit den Augen rollt, steht sich selbst im Weg, weil er sich doch nach den Sitten des Hauses richten wollte. 

4. Mach dich nützlich! 

Erkenne, wo Hilfe gebraucht wird, und lerne zu unterscheiden, wo deine Hilfe erwünscht ist und wo sie ein schlechtes Licht auf die Qualitäten des Gastgebers wirft.  

5. Trau dich! 

Wer kommt denn noch? Menschen sind Gewohnheitstiere und brauchen Sicherheit: Eine Einladung, wo man außer den Gast-gebern keinen kennt, ist nicht jedermanns Sache. Eine Einladung, von der man am nächsten Tag sagt: Ich habe gestern echt nette Menschen kennengelernt, hingegen schon!  

6. Und zeig dich! 

Gastgeber freuen sich riesig über Gäste, die mit Herz und Verstand auf andere zu-gehen, sich unterhalten, andere unterhalten und zu einer Stimmung beitragen, von der alle später sagen: Was für ein toller Abend!

7. Verabschiede dich! 

»Weißt du, Moritz, welche Gäste mir bei großen Feiern immer besonders gut gefallen?«, fragte mich meine Freundin Lisa nach ihrem 50. Geburtstag und lieferte die Antwort gleich mit: »Die Gäste, die sich auch um drei Uhr morgens nicht nur beim Gastgeber, sondern auch beim Servicepersonal für den tollen Abend bedanken!«

8. Erinnere dich! 

Es gibt eine schöne Knigge-Regel, wie man an den schönen Vortag oder Vorabend erinnert: Die Gastgeber schreiben allen Gästen eine Karte und loben sie dafür, dass die Schönheit des Abends ohne sie nicht möglich gewesen wäre. Gute Gäste warten nicht auf die Karte, sie schreiben selbst eine: Danke für die Einladung. Es war uns ein Fest!


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Falstaff Nr. 06/2018
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