Fast 50% mehr Fisch als noch vor 10 Jahren wird heute in Österreich verzehrt
Fast 50% mehr Fisch als noch vor 10 Jahren wird heute in Österreich verzehrt / Foto: iStock

Deutliche Konsumsteigerung
In Österreich wird im Vergleich zu Mehlspeisen oder Rindfleischgerichten traditionell nicht viel Fisch ge­gessen. Das scheint sich nun zu ändern, und zwar mit Macht. Während im Jahr 2000 im Durchschnitt nur 5,4 Kilo pro Kopf verzehrt wurden, stieg diese Zahl 2011 um fast 50 Prozent auf 7,8 Kilo. Wie in Deutschland wurde der meiste Fisch auch in Österreich tiefgekühlt, in Form von Fischstäbchen oder in Marinaden verkauft. Danach folgen Krustentiere und Weichtiere (Muscheln). Bei Frischfisch führte Alaska-Seelachs vor Hering und Thunfisch. Der mit Abstand meistverkaufte Süßwasserfisch war die Forelle. In Österreich werden etwa 3300 Tonnen Fisch produziert und 61.254 Tonnen eingeführt.

Bio: Weniger als ein Prozent
»Biofisch« ist eine Bezeichnung für Meeresfrüchte, also Fische, Muscheln und Krustentiere, die in Zuchtfarmen unter kontrollierten Bedingungen nach ökologischen Richtlinien erzeugt werden. In aller Regel schwimmen die Netze der Farmen in sauberen Fließgewässern oder der See. Die mit Farmen immer verbundene Belastung des Wassers durch Exkremente wird dadurch gemildert; auf Pestizide und Antibiotika wird weitgehend ver­zichtet. Als Futter werden vegetarische Produkte aus ökologischem Anbau und Fische verwendet. Die Besatzdichte in den Netzkäfigen ist weniger dicht als bei der konventionellen Produktion. Mengenmäßig ist Biofisch ein Außenseiter. Experten schätzen den Anteil am Fischmarkt auf weniger als ein Prozent.

»Besser nicht!«
Greenpeace und der WWF haben für Speisefische Empfehlungen – oder besser Warnungen – veröffentlicht. Denn die meisten Speisefische tragen das Etikett: »Besser nicht!«. Ihr Bestand ist extrem gefährdet, und/oder die Fangmethoden zerstören die Umwelt gravierend. Auf der Liste stehen Europäischer Aal, Dornhai (Schillerlocke) aus Nordost- und Nordwestatlantik; Dorsch aus der Ostsee; Garnelen/Shrimps (Tropen); Granatbarsch; Hai; Schwarzer und Weißer Heilbutt, Kabeljau, Seezunge, Steinbeißer, Leng und Schellfisch aus dem Nordost­atlantik; Blauer Marlin; Rotbarsch; Sardine (Mittelmeer); Schwertfisch; Seehecht aus dem Südwestatlantik; Seeteufel (Südost-, Nordostatlantik); Snapper; Gelbflossen-, Großaugen-, Blauflossen- und Roter Thunfisch.

Als »annehmbar« gilt dem WWF der Kauf und Verzehr von: Alaska-Seelachs (MSC/Nordostpazifik); Dorade (bio); Forelle (bio); Eismeer-/Kaltwassergarnele (MSC/Nordwest- und Nordostatlantik); Garnele (bio); Heilbutt (MSC/Pazifik); Hering (MSC/Nordostatlantik, nördliche und zentrale Ostsee); Kabeljau (MSC/Pazifik und Nord­ostarktis); Karpfen (Deutschland); Lachs (Bio-Zucht und MSC/Alaska); Makrele (Nordostatlantik); Pangasius (bio); Sardine (Nordostatlantik); Seehecht (MSC/Südafrika); Seelachs/Köhler (MSC/Nordsee); Sprotte (Nordostatlantik); Tilapia (bio); Weißer Thunfisch (MSC/Pazifik); Wolfsbarsch (bio); Zander (MSC/Mitteleuropa). Zusätzlich wird eine ganze Reihe von Speisefischen als »bedenklich« (WWF) eingestuft. Sie könnten in absehbarer Zeit als »Besser nicht!«-Fische gelten.


Text von Jan Brinkmann
Aus Falstaff 04/2012

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