Feinziseliert: Moët & Chandon Vintage 2013

Moët & Chandon Grand Vintage 2013

© Moët & Chandon

Moët & Chandon Grand Vintage 2013

Moët & Chandon Grand Vintage 2013

© Moët & Chandon

Seit der Gründung des legendären Champagnerhauses im Jahr 1743 markiert der Jahrgang 2013 nun das 75. Mal, dass man einen Vintage-Champagner herausbringt. Es ist dies – mit Ausnahme von 1963 – eine Fortsetzung der erfolgreichen Serie von »3er« Jahrgängen seit 1923. Und eines steht auch fest: es handelt sich dabei um ein besonders bemerkenswertes Jahr. Bedingt durch den Klimawandel wird in der Champagne in den vergangenen Jahren immer früher geerntet, 2013 war eine absolute Ausnahme in der Statistik.

Feuchtkühle Frühlingsbedingungen haben den gesamten Zyklus weit nach hinten geschoben und während in manchen Jahren bereits im August mit der Weinlese begonnen wurde, startete sie 2013 erst im Oktober – so spät wie noch nie. Der besondere Witterungsverlauf drückt sich auch im Stil der Weine aus. Denn sie kombinieren eine gute Reife mit einer erstaunlichen Frische, besonders die Chardonnay-Trauben präsentierten sich herausragend.

Spezielles aromatisches Profil

Falstaff Chefredakteur Peter Moser hatte das besondere Vergnügen, den neuen Jahrgang gemeinsam mit Benoît Gouez dem Chef de Cave von Moët & Chandon kennenzulernen, der mit den Eigenschaften dieses neuen Champagners sichtlich seine Freude hatte. »Es war ein Jahr mit später Lese, aber nicht im Sinne von Problemen mit Botrytis oder ähnlichem. Das bedeutet nur, der komplette Reifezyklus hat sich in diesem Jahr um eineinhalb Monate nach hinten verschoben, die Trauben waren also perfekt reif, zeigten aber ein etwas anderes, spezielles aromatisches Profil,« so Gouez, »und ich habe den Eindruck, dass der Gesamtausdruck auf besondere Weise von der herbstlichen Jahreszeit beeinflusst ist. Ich denke an das goldene Laub der Wälder und eine angenehme Wärme des Spätsommers. Und mit den sieben Jahren Reife präsentiert sich der Grand Vintage sehr komplex, mit Nuancen von gerösteten Nüssen, unterlegt mit einer eher weißen Frucht von frischen Äpfeln und Birnen.« 

Rosé mit Geschichte

Seit 1998 werden bei Moët & Chandon in den besten Jahren stets sowohl eine klassische wie eine Rosé-Variante aufgelegt. Rosé-Champagner erlebt aktuell einen wahren Boom, Moët & Chandon kann im Gegensatz zu Mitbewerbern auf eine Tradition bei Rosé verweisen, die mindestens bis 1801 zurückreicht, als Napoleon den Jahrgang 1796 bestellte. Waren bis Ende der 90er Jahre nur etwa zwei bis drei Prozent der Champagnerproduktion dem Rosé gewidmet so steht man heute bereits bei zehn Prozent, im Fall von Moët & Chandon sind es sogar 20 Prozent. Man hat dafür große Investitionen in die Weingärten gemacht, um die richtigen Weingärten für Pinot Noir und Meunier für Rosé zu finden und auch die technische Ausstattung der Kellereien sowohl in Epernay wie in der neuen Kellerei in der Côte de Bar gemacht.

Heute kommt der Pinot Meunier für den Non Vintage aus Epernay, der Pinot Noir aus der Côte de Bar. Für den Grand Vintage werden die Trauben aus den eigenen Weingärten rund um Epernay, insbesondere aus Ay und Bouzy verwendet, die sehr schonend in burgundischer Art vinifiziert werden. Bemühungen, die auf sehr fruchtbaren Boden gefallen sind, wie die Verkostung zeigte.

Textur & Trinkfluss

Beide Weine verbinden in angenehmer Weise eine komplexe Energie mit einer feinziselierten Textur die von Frische gekennzeichnet ist. Dazu kommt ein ansprechender Trinkfluss, der durch eine Dosage von nur fünf Gramm (Extra Brut) zusätzlich beflügelt wird und den Grand Vintage zu einem ernsthaften und vielschichtigen Speisenbegleiter macht. Mit 2013 ist Gouez ein wichtiger weiterer Schritt auf der Qualitätsleiter gelungen und es sollte mit diesen Weinen, die noch dazu über ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis verfügen, ein Leichtes sein, viele neue Konsumenten von der Marke Moët & Chandon zu überzeugen.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch die Standardcuvée Moët & Chandon Imperial Brut, die aktuelle Release ist auf dem Jahrgang 2017 und Reserveweinen aufgebaut: auch hier wurde die Dosage auf nur sieben Gramm gedrosselt, denn die Grundweine werden immer reifer, daher ist weniger Dosage nötig um die Weine abzurunden, weil auch die Säure weniger wird. Es hat diesem populären Produkt sehr gut getan.

Falstaff ist eines der wenigen Medien, die den Jahrgang 2013 vorab verkosten durften.

Falstaff ist eines der wenigen Medien, die den Jahrgang 2013 vorab verkosten durften.

© Peter Moser

Verkostungsnotizen

Moët & Chandon Impérial Brut (39 % PN, 33 PM, 28% CH)
Helles Goldgelb, Silberreflexe, feines, lebendiges Mousseux. Nuancen von Wiesenkräutern undf frischem gelben Apfel, ein Hauch von Biskuit und Orangenzesten. Saftig, elegant, weißer Apfel, frischer Säurebogen, zitroniger Touch, ein Hauch von Nougatkaramell im Abgang, feine Röstaromen und reife Aprikosen im Nachhall.
91 Falstaff Punkte

2013 Moet & Chandon Grand Vintage Extra Brut (41% CH, 38% PN, 21% PM)
Blasses Goldgelb, Silberreflexe, sehr zartes, kleinperliges Mousseux. Feine gelbe Tropenfrucht, zart nach Ananas und Mango, ein Hauch von Blütenhonig, dezent nussiger Biskuittouch. Am Gaumen frische weiße Birnenfrucht, etwas Melone, lebendige Rasse, zitroniger Touch im Abgang, etwas Grapefruit, wirkt bereits entwickelt und gut antrinkbar, feine Mineralität im Nachhall, ein Hauch von Röstaromen im Rückgeschmack.
93 Falstaff Punkte

2013 Moet & Chandon Grand Vintage Rosé Extra Brut (44% PN - davon 14% Rotwein, 35% Chardonnay, 21% Pinot Meunier)
Helles Lachsrosa, Pink-Silberreflexe, feines, gut anhaltendes Mousseux. Frische rote Beerenfrucht, zartes Himbeerkonfit, floraler Touch. Lebendig, feiner Mix aus roten Waldbeeren und frischen Kirschen, etwas Steinobst unterlegt, lebendiger Stil mit fruchtigem Finale, zart nach Grapefruit im Nachhall, feine salzige Note im Nachhall, guter Speisenbegleiter, mit mineralischem Rückgeschmack.
94 Falstaff Punkte

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