Auch wenn die stoffigen Smaragdweine als das Aushängeschild der Wachauer Winzer gelten, so machen doch die Weine der Kategorie Federspiel den Löwenanteil der jährlichen Produktion der beliebten Weinbau­region aus. Das Falstaff-Magazin hat gemeinsam mit der Vinea Wachau auch heuer wieder die Winzer eingeladen, die Weine des jüngsten Jahrgangs für den traditionellen Federspiel-Cup anzumelden. Nie zuvor wurden so viele Jungweine für diese Probe eingereicht. So konnten wir uns einen fast lückenlosen Überblick über die Sortenvielfalt verschaffen. Neben Grünem Veltliner und Riesling, die die tragenden Säulen der Region sind, wurden auch zahlreiche Vertreter der Muskateller-Familie eingebracht, außerdem Neuburger, Weißburgunder und Frühroter Veltliner.

Das Prinzip von Ursache und Wirkung
Das Wetter meinte es im Jahr 2011 gut mit den Winzern. Nach einem der schönsten Aprilmonate seit Langem gab es einen frühen Austrieb. Während der Blüte herrschten gute Bedingungen, und sie fand bereits Anfang Juni ihren Abschluss. Der Sommer war witterungsbedingt eher durchwachsen und trotz vereinzelter Nieselregen relativ trocken, sodass es in manchen Terrassenlagen zu kurzfristigen Vegetationsstopps kam. Die stetigen Winde im Donautal verhinderten das Auftreten von gröberen Krankheiten, der recht kühle August vereitelte eine frühe Ernte. Im September sorgte ein echter Altweibersommer für überdurchschnittlich hohe Temperaturen, die auch in den Nächten anhielten – und vielleicht ein wenig an Säure und Finesse kosteten. Andererseits kam es zu keinerlei Fäulnisproblemen, und man erntete schließlich bis in den November hinein gesunde Trauben. Die Edelfäule Botrytis blieb aus, und die Wachauer Winzer konnten sich in allen ­Kategorien über glockenklare, mineralisch ­geprägte Weine freuen.

Die Weine sind durchschnittlich etwas kräftiger als im Vorjahr aus­gefallen, was gerade in der Kategorie der Federspiele deutlich wird. Mit einem maximalen Alkoholwert von 12,5 Volumenprozent kommen viele der Weine dieser Kategorie bereits nahe an die Smaragde heran, sie stehen diesen in Körper, Aromatik und Länge kaum nach. Die Rieslinge zeigten sich in der Probe bereits gut entwickelt, die Säurestruktur ist nicht ganz so ausgeprägt, wodurch die Weine bereits zugänglich wirken. Die Grünen Veltliner gefallen durch Harmonie, Mineralik und feine Würze, hier kann man bei den Federspielen aus dem Vollen schöpfen wie selten zuvor.

Die Besten der Besten
Den diesjährigen Cup-Sieg in der Kategorie Grüner Veltliner holte sich das Weingut F. X. ­Pichler aus Oberloiben mit dem Federspiel aus dem Frauenweingarten, Platz zwei geht an Rudi Pichler aus Wösendorf und der dritte Rang an Josef Högl für sein Federspiel aus der Ried Schön. Der sympathische Winzer holte sich in der Sortengruppe Riesling aus dem Spitzer Graben mit Ried Bruck den ersten Platz ab, ganz nebenbei stellte er auch den bestbewerteten Wein der Gruppe der Muskateller. Den zweiten Rang bei den Rieslingen belegt Franz Hirtzberger aus Spitz mit den Steinterrassen vor einem weiteren Spitzer Winzer, nämlich Franz-Josef Gritsch vom Mauritiushof mit dem 1000-Eimerberg.

Das Gesamtniveau der Probe mit 185 Weinen war höchst erfreulich, nicht weniger als 33 Weine wurden mit 90 Punkten oder mehr bewertet. ­Betrachtet man dazu die Ab-Hof-Preise, dann ist ein Besuch in der malerischen Wachau ein umso lohnenderer. Am 5. und 6. Mai hat man die Möglichkeit, die Qualität des neuen Jahrgangs vor Ort kennenzulernen. 101 Winzer laden von 10 bis 18 Uhr zum Wachauer Weinfrühling in die einzigartige Kulturlandschaft. Am Samstag, den 5. Mai findet ab 18 Uhr im Schloss Spitz die »Steinfeder-Night« statt, bei der man sich nach den Verkostungen auf den Weingütern bei Musik und Schmankerln trifft und neben den zarten Steinfeder-Weinen auch die Federspiele noch einmal Revue passieren lassen kann. ­Spätestens aber bei der Vie­Vinum, die Anfang Juni in der Wiener Hofburg stattfindet, kann man sich von dem attraktiven Jahrgang ein gutes Bild machen. Die Adressen aller Betriebe finden Sie auf www.vinea-wachau.at.

> Zu den Verkostungsnotizen

Text: Peter Moser
aus Falstaff 03/2012

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