Family Resort versus Adults Only

Gegensätze können sich auch anziehend finden.

© 360perspektiven.at/Hotel Dachsteinkönig/Foto Alelier Wolkersdorf

Gegensätze können sich auch anziehend finden.

Gegensätze können sich auch anziehend finden.

© 360perspektiven.at/Hotel Dachsteinkönig/Foto Alelier Wolkersdorf

Vorurteil #1 »Alles ist schreiend bunt«

Wer sich mit Design für Kinder beschäftigt, weiß: neutrale, abgesoftete Farben sind längst im Repertoire der Hersteller angekommen – und werden massivst nachgefragt. Im »Dachsteinkönig« ist das deutlich zu sehen: Ja, es ist bunt – aber geerdet. Die Farben sind sanft und erzählen eine durchgehende Geschichte. Es dominieren, ganz dem modernen Alpenchic verpflichtet, Holz, Stein aus der Region und Leder. Nichts davon wirkt aufdringlich, aber alles lädt ein, ausprobiert zu werden. Mini-Leder-Poufs statt Plastik-IKEA-Sessel und Schaukelpferde aus Holz – um nur zwei Beispiele zu nennen. Dass diese Maxime nicht bis ins letzte Detail durchgezogen werden kann, zeigen eigentlich nur die Spielbereiche. Die Hersteller von Babypools haben wohl einfach noch keine wasserspuckenden Schlangen in mintblau im Programm und die Kugeln im Bällebad sind nun mal knallig rot, gelb, blau und grün. Wie überall auf der Welt. Was man sich im »Leading Family Hotel & Resort Dachsteinkönig« einfallen hat lassen, ist ansonsten aber weit entfernt von »wie überall«. Sei es die kleine Holztreppe, dank der die Kinder mit den Rezeptionisten auf Augenhöhe sind oder die blau ausgekleidete Kuschelhöhle im Zimmer: Wer hier eincheckt, freut sich in einer Tour, immer wieder etwas Neues zu entdecken, das das Leben schöner macht.

Vorurteil #1 »Das Design ist neutral, ­austauschbar und langweilig!«

Von wegen langweilig – Familie Schmid hat mit ­Bedacht eine Wohlfühlatmosphäre in allen Bereichen der Villa erschaffen. Mein persönliches Highlight: Die Blumenarrangements: Rosa, Pink, Weiß, Rot, Flieder ... In jedem Bereich finden sich andere Farbkonstellationen. Zum Zimmer führen eine schwarze Samttreppe und stylische – ebenso in schwarz gehaltene – Fauteuils. Der Barbereich erstrahlt in einem ­romantischen Rot. Die Suite in eleganten Grau- und Silber- und warmen Braun-Tönen, Outdoor bestechen fliederfarbene Akzente. Jeder Bereich trägt seine eigene Handschrift und so unterschiedlich und vielfältig sie doch sind, haben sie eines gemeinsam: Den absoluten Entspannungs- und Wohlfühlfaktor. Schlichte Eleganz, Understatement, versteckter ­Luxus und mit Bedacht ausgewählte Materialien mit der Reduzierung auf das Wesentliche überzeugen. Eine unvergleichliche Eleganz und optische Ruhe, die den Gast »Zuhause« sein lässt.

Entspannung pur. Mehr als ein bloßer Aufenthaltsraum.

Entspannung pur. Mehr als ein bloßer Aufenthaltsraum.

© Atelier Wolkersdorfer

Vorurteil #2 »Ausschließlich weiße Tischdecken und Stoffservietten.«

Ja, das Restaurant der »Villa Eden« hat weiße Tischdecken und auch Stoffservietten, soviel sei gesagt. Unabhängig von der Tischwäsche geht es am Tisch doch um das kulinarische Erlebnis, die Geselligkeit und den Servicefaktor. Mit Elisa Gufler, Head of Service & Sommelière, erwartet den Gast nicht nur eine kompetente, sondern auch charmante Begleitung durch den Abend. Der Gast hat die Qual der Wahl: Individuell abgestimmte Detox-Menüs oder eine feine Gourmetküche. Man muss beides probiert haben.

Genussvoll speisen ohne anschließendes Völle­gefühl und ohne einen Gedanken an Kalorien zu ­verschwenden. Gesund schlemmen und sich dabei wohlfühlen, quasi fast rund um die Uhr. Philipp Hillebrand macht es möglich. Der junge, ambitionierte Küchenchef zaubert auch gerne einmal ein Gemüse­dessert wie eine Kreation aus »Tomaten/Basilikum/Mozzarella«. Dabei werden jegliche Sonderwünsche, Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigt. Eine Führung durch das familiengeführte, fußläufig erreichbare Weingut »Schloss Rametz«, in dem nicht nur Weine, sondern auch Amaro, Kräuter- und Zitronenlikör, verkostet werden, komplementieren den Genuss-Aufenthalt.

Vorurteil #2 »Es gibt nur Buffets, an denen man ewig wartet«

Am All-Inclusive-Buffet (eines davon in Kinderhöhe) gibt es Pasta mit Tomatensauce, aber auch eine der besten Tom-Kha-Gai-Suppen meines Lebens – und ich bin relativ oft durch Südost-Asien gereist. Ja, ich weiß – das All-Inclusive-Buffet. Für viele ein »No Go«. Für mich in der Pre-Mama-Ära ebenso. Aber mit einem 2-Jährigen, der in etwa 4,5 Minuten ruhig am Tisch sitzt: alternativlos. Und wie stolz er sein Butterbrot auf dem eigenen – bruchfesten – Kinder-Teller Richtung Tisch balanciert ist unbezahlbar.

Fakt ist: es gibt – neben Bar und Vinothek – ein À-la-carte Restaurant, die »Sennerei«. Und da im Hotel eine beeindruckende Kinderbetreuung angeboten wird, ist es auch durchaus realistisch, einen Abend zu zweit einzuplanen. Das Argument mit dem Buffet zählt also nicht wirklich. Und wer sich nicht wie ein Kind über die Softeismaschine freut, ist viel zu schnell erwachsen geworden.

All inclusive. Gegessen werden kann fast rund um die Uhr – auf höchstem Niveau.

All inclusive. Gegessen werden kann fast rund um die Uhr – auf höchstem Niveau.

© 360perspektiven.at/Hotel Dachsteinkönig

Vorurteil #3 »Es ist immer und überall furchtbar laut!«

Ein Geräuschpegel ist schwer objektivierbar. Mich zum Beispiel nervt eine surrende Mini-Bar oder eine tickende Wanduhr weitaus mehr, als Kinderlachen. Zu keiner Zeit meines Lebens hat mich Kinderlachen gestört. Oder generell laute Kinder. Als ich meinem Sohn am Abreisetag noch die Windeln in den Waschräumen wechselte, plauderte er in einer Tour vor sich hin. Eine Rezeptionistin kam aus einer der Toiletten und lachte: »Na, du bist aber ein Quatschkopf.« Recht hatte sie. Ist er. Und darf er auch sein in seinem Alter. Und zu guter Letzt die frohe Kunde für Eltern ­größerer Kinder: Neben einem Spa, in dem es ­Behandlungen für Kinder ab sechs Jahren gibt ­(Nagel­lackpartys mit Mama!), wurde auch an einen Saunabereich gedacht, in den niemand
unter 16 rein darf. Und im Private Spa gibt’s die Chance auf Adults-Only-Momente. Der Babysitter ist im All-Inclusive-Konzept inkludiert.

Eltern leben im Moment. Das Kind spielt zehn Minuten? Purer Luxus.

Eltern leben im Moment. Das Kind spielt zehn Minuten? Purer Luxus.

© 360perspektiven.at/Hotel Dachsteinkönig

Vorurteil #3 »Es ist totenstill, alle flüstern!«

Manchmal kann Ruhe einfach entspannend sein und auch notwendig. Die »Villa Eden« liegt inmitten einer wundervollen Parkanlage, die ­schöner nicht sein könnte. Der Urlaub ist die perfekte Zeit, um sich zu regenerieren und neue ­Kräfte zu tanken. Dazu bieten sich die Gesundheitsprogramme wie Longevity, Detox, Metabolic ­Therapy oder Antistress perfekt an.

Muss deswegen geflüstert werden? Keineswegs. Die Abende auf der Terrasse der »Villa Eden« könnten unterhaltsamer nicht sein. Das Personal nimmt Vorlieben sofort wahr, scherzt charmant und sorgt für gute Stimmung. Zurück im Zimmer erwartet den Gast Kerzenlicht, auch auf der eigenen Terrasse. ­Zusätzlich eine Nachtcreme, Faltencreme oder ein anderes reizendes, täglich wechselndes Wohlfühlprodukt auf dem Kopfkissen. Für die gemeinsame Zeit zu zweit braucht es nicht mehr.

Die Kunst des Lebens. Eines der wertvollsten Geschenke ist Zeit.

Die Kunst des Lebens. Eines der wertvollsten Geschenke ist Zeit.

© Atelier Wolkersdorfer

Vorurteil #4 »Klotzen, statt kleckern.«

Luxus, Komfort und Eleganz muss und braucht auch nicht abschreckend sein. Adults only-Konzepte sind keine beleidigte Replik auf Family-Konzepte, sondern geben einer Zielgruppe, die sich auf das ­eigene Wohlbefinden, Entspannung und Gesundheit konzentriert, die Möglichkeit, auch in nur kurzer Zeit Körper und Geist zu regenerieren. 

Geklotzt darf auch bei der Nachhaltigkeit werden: Statt Plastik- gibt es Glasstrohhalme, frisches Wasser findet sich im Zimmer und auf den Gängen ausschließlich in Glaskaraffen.

Was macht ein Hotel in der heutigen Zeit zu etwas Besonderem? Es sind die Kleinigkeiten, die Details, aber vor allem die Herzlichkeit des gesamten Personals. Mein persönliches Schlusswort: Traumhotel gefunden.

Servicefaktor. Es sind die kleinen Details, die eine Wohlfühlatmosphäre erzeugen.

Servicefaktor. Es sind die kleinen Details, die eine Wohlfühlatmosphäre erzeugen.

© Atelier Wolkersdorfer

Vorurteil #4 »Überall Plastik!«

Ach, was für eine Never-Ending-Story: Plastik versus Holz bei Kindersachen. Eine dogmatische Diskussion, die gerade Mütter bis zum Exzess führen können. ­Natürlich ist Holz ökologischer, aber: hier geht es um ein Hotel und nicht um die eigenen vier Wände. Sprich, die Hygiene und somit die Sicherheit der ­Gäste muss immer im Vordergrund stehen! Es gilt daher eine vernünftige Balance zu finden. Beispiel Zimmer: Hier liegt eine Duplo-Box – die Steine sind bekanntlich aus Plastik und somit leichter zu reinigen. Auf der anderen Seite sind die Zahnputz­becher aus Maisstärke – ohne dass ein großes ­Tamtam darum gemacht wird.

Meine Kollegin spricht die Strohhalme an, die in letzter Zeit zum Symbol der Nachhaltigkeit stilisiert wurden. Im Barbereich sind sie aus Glas, für Kinder ist das ein No-Go. Alternativen aus Papier- und Nudeln leider ebenso, Stichwort: aufweichen. Generell hinterlässt der Besuch im »Dachsteinkönig« ein Bild der Nachhaltigkeit: Holz und Naturmaterialien überwiegen ganz klar. Und besonders nachhaltig ist der Eindruck der schönen Zeit, die man hier in Gosau hatte.

Kleine Prinzen. Im Familienhotel können Nachhaltigkeit und Hygiene nur gemeinsam betrachtet werden.

Kleine Prinzen. Im Familienhotel können Nachhaltigkeit und Hygiene nur gemeinsam betrachtet werden.

© 360perspektiven.at/Hotel Dachsteinkönig

Facts & Figures

Villa Eden – The Leading Park Retreat *****

Anzahl Zimmer: 29 Zimmer und Suiten in fünf Kategorien zwischen 35 und 100 Quadratmeter
Anzahl Mitarbeiter: 55 – 60
Lage: In einem großen, ruhigen Park mit Blick auf die Südtiroler Alpen, in Meran, Südtirol. 
m2: 17.000 m2 inkl. der Parkanlage 
Eröffnung: Die Erfolgsgeschichte begann 1982, als das ehemalige klassische Meraner Nobelhotel in das erste Destination Spa Italiens umfunktioniert wurde.

villa-eden.com 
 

Grüne Oase. Frühstück, Lunch und Abendessen mit Ausblick.

Grüne Oase. Frühstück, Lunch und Abendessen mit Ausblick.

© Atelier Wolkersdorfer

Facts & Figures

Leading Family Resort & Hotel Dachsteinkönig ****S

Anzahl Zimmer: 105 Familiensuiten in 2 Kategorien, 8 Chalets zu 12 Einheiten in 3 Kategorien
Anzahl Mitarbeiter: 160
Lage: Am Fuße des Gosaukamms,­ ­Salzkammergut/Oberösterreich
m2: Innen ca. 10.000 m² und außen 55.000 m²
Eröffnung: Dezember 2016
Hotelinhaber Ernst Mayer: »Ein Familienurlaub darf sich nur so nennen, wenn
das Angebot sowohl für Kinder als auch für Erwachsene stimmt«.

dachsteinkoenig.at

ERSCHIENEN IN

Falstaff Profi Magazin 5/2019
Zum Magazin

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