Familienunternehmen: Durch starken Zusammenhalt Profit für Mitarbeiter schaffen

Gastgeber Ursula und Andreas Windisch

© Peter Rigaud

Gastgeber Ursula und Andreas Windisch

Gastgeber Ursula und Andreas Windisch

© Peter Rigaud

Profi: Welche Vor- aber auch Nachteile hat die Arbeit in einem Familienunternehmen?
Ursula Windisch:
Wir sehen viele Vorteile, da unser familiäres Umfeld nicht nur für uns, sondern auch für all unsere Mitarbeiter unglaublich gewinnbringend ist. In einem Familienunternehmen wie wir es sind, profitieren sowohl Mitarbeiter als auch das gesamte Unternehmen von einer langfristigen Planbarkeit und einem starken Zusammenhalt. Noch dazu lassen sich Ideen und Innovationen auf einem schnelleren und kürzeren Weg umsetzen. Darüber hinaus gestaltet sich die Zusammenarbeit im Team anders, da der Arbeitnehmer in einem Familienbetrieb eine ganz andere Stellung genießt.

Und was stellt eine Herausforderung in einem Familienbetrieb dar?
Andreas Windisch: Eine Herausforderung könnte das Generationenproblem sein. Viele Unternehmen sind bei der Übergabe von einer Generation an die nächste mit Schwierigkeiten konfrontiert, die sich dann in weiterer Folge auch auf die Mitarbeiter auswirken. Wir können uns aber glücklich schätzen, mit viel Geduld und beidseitigem Verständnis hat letztendlich alles gut funktioniert.

Alten Wurzeln treu bleiben und Neuem gegenüber offen sein. Was genau verstehen Sie darunter?
U. Windisch:
Tradition und Moderne miteinander zu verbinden, ist bekanntlich nicht immer einfach. Es gibt unterschiedliche Zugänge, über die man sich im Vorfeld Gedanken machen muss. Für uns war es wichtig, die klassische Form der Gästebewirtung und das typische Alpenländische hier in Tirol beizubehalten. Natürlich ist es für uns auch wichtig zu wissen, wohin der Weg für das Unternehmen geht. Wir bringen die Tradition auf ein zeitgemäßes Niveau.
A. Windisch: Ob das nun die Küche oder den Einrichtungsstil betrifft: Wir schaffen eine lässige Atmosphäre mit einem modernen Touch, ohne dabei traditionelle Aspekte zu vergessen. Den Wurzeln treu bleiben, bedeutet für mich auch, dass der Gast nicht anonym bleibt, dass er als Stammgast erkannt und als solcher begrüßt und verwöhnt wird.

Im Moment baut man einen neuen Außenpool von 30 Metern Länge und 7 Metern Breite.

Im Moment baut man einen neuen Außenpool von 30 Metern Länge und 7 Metern Breite.

© Der Bär

Was macht Ihr Hotel zu etwas Besonderem?
U. Windisch:
Der »Bär« an sich genießt seit jeher einen guten Ruf und ist bekannt für seine freundlichen Mitarbeiter, die Herzlichkeit der Familie und die lässige Atmosphäre. Wir haben glücklicherweise sehr viele Stammgäste, die schon seit vielen Jahren zu uns kommen. Ich denke, das liegt unter anderem daran, dass sich bei uns alle Gäste – ob mit oder ohne Kinder, ob jung oder alt – wohlfühlen und eine familiäre Atmosphäre vorfinden. Auch der Standort unseres Hotels ist ideal gelegen. Im Herzen der Alpen, nur je eine Stunde von München, Salzburg und Innsbruck entfernt, sind wir von überall aus leicht erreichbar. Umgeben von der malerischen Bergwelt des Wilden Kaisers und der Kitzbüheler Alpen, erwartet unsere Gäste das ganze Jahr über ein Freizeitangebot, das vielfältiger nicht sein könnte. Wir liegen direkt an der Skipiste und auch der Einstieg in das kilometerweite Wanderwege- und Mountainbike-Wegenetz ist ab der Hoteltüre möglich. Zudem sind wir von wunderschönen naturbelassenen Bergseen umringt und auch die Golfplätze der Region sind schnell erreicht.
A. Windisch: Was alle unsere Gäste fasziniert, ist der atemberaubende Ausblick auf den Wilden Kaiser, der sich von unserem Hotel eröffnet. Um das malerische Landschaftsbild noch mehr in die Wohlfühlatmosphäre einzubeziehen, haben wir einen ganzjährig beheizten Infinity Pool gebaut, indem die Gäste dem Wilden Kaiser wortwörtlich entgegenschwimmen können.

Was ist für die Zukunft geplant?
A. Windisch:
Permanente Investitionen sind natürlich wesentlich, um am Puls der Zeit zu bleiben. Im Moment bauen wir einen neuen Außenpool von 30 Metern Länge und 7 Metern Breite. Dazu kommt ein modernes Poolhaus mit Getränkebar, Sanitäranlage und Umkleide, wir nützen baulich die Hanglange und ergänzen den Outdoorbereich um neue Sonnendecks. Fertigstellung ist Frühsommer 2022.

Wie können wir die Branche für die Fachkräfte wieder attraktiver machen?
U. Windisch:
Es ist wichtiger denn je, ein attraktives Arbeitsumfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen. Das beginnt bereits bei der Bezahlung, denn jeder sollte bekommen, was ihm wirklich zusteht. So werden Überstunden und Feiertage bei uns selbstverständlich entlohnt. Wichtig sind auch, dass gepflegte Unterkünfte, genügend Freizeitmöglichkeiten, Möglichkeiten zur Weiterbildung und vor allem ein fairer und wertschätzender Umgang mit den Mitarbeitern gegeben ist. Wir möchten unseren Mitarbeitern vermitteln, wie schön es ist, Gastgeber zu sein und den Gästen etwas Gutes zu tun – und das sehr gerne. Denn die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist am Ende des Tages in der Zufriedenheit des Gastes zu erkennen.

Was sind derzeit Ihre größten Herausforderungen und wie blicken Sie in die Zukunft?
A. Windisch:
Eine der größten Herausforderungen besteht derzeit sicherlich darin, genügend gute und motivierte Mitarbeiter zu finden. Wir geben auch gerne Quereinsteigern eine Chance und sind damit auch gut gefahren! In die Zukunft blicken wir trotz allem sehr optimistisch und positiv – denn wir haben noch vieles geplant!

INFO

Hotel der Bär
Familie Windisch
Kirchbichl 9
6352 Ellmau am Wilden Kaiser

hotelbaer.com

ERSCHIENEN IN

Falstaff Profi Magazin 01/2022
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