Falstaff Spirits Trophy 2018: Die Sieger

Großer Meister,  große Perfektion: Hans Reisetbauer  siegte mit der Roten Williamsbirne in der  Kategorie »Brenner des Jahres«.

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Großer Meister,  große Perfektion: Hans Reisetbauer  siegte mit der Roten Williamsbirne in der  Kategorie »Brenner des Jahres«.

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Es lebe die Vielfalt! Auch in diesem Jahr hat sich die österreichische Brennerszene mit sehr unterschiedlichen Produkten an der Spirits Trophy beteiligt. Im Gesamten konnte sich die Jury über viele Einsendungen freuen, die als Abbild des hohen Niveaus der Hersteller zu ver-stehen sind. Da die meisten Proben handwerklich wirklich einwandfrei sind, entscheiden oft Feinheiten in Charakter, Komplexität und Eigenständigkeit über die Wertung. Neben den unbestrittenen Fruchtklassikern wie diversen Birnensorten oder Marillen ist der Hang zu exotischen Varianten definitiv erkennbar. So tauchten auch mehrere Karottenbrände und spannende Zitrusprodukte in der Verkostungsliste auf. Erwähnenswert ist sicherlich die Vielfalt an fassgelagerten Bränden, die sich bereits einen Fixplatz in den meisten Sortimenten erobert haben und besonders im Bereich der Trester, Kern- und Steinobstbrände zum Teil perfekte Ergebnisse liefern.


BRENNER DES JAHRES: HANS REISETBAUER

Hans Reisetbauer einem sachkundigen Publikum vorzustellen ist wie das sprichwörtliche Tragen von Eulen nach Athen. Der aus Axberg in Oberösterreich stammende Grandseigneur der heimischen Brennerei-Szene ist immer wieder als Visionär bezeichnet worden. Was auch definitiv richtig ist – denn er erkennt Trends und setzt sie um, bevor das anderen gelingt. Dabei vergisst er aber nie auf seine Wurzeln, die beim Obstbrand liegen, und untermauert sein Können durch Sorten, die sonst zwar oft anzutreffen sind, allerdings selten in der Perfektion, die seine Rote Williamsbirne (99 Pkt.) aufweist. Sein großes Steckenpferd sind Tresterbrände, die reinsortig mit dem Material der besten Winzer im In- und Ausland gebrannt werden und von denen jeder mit über 92 Punkten bewertet wurde.

Reisetbauers Williams Birne wurde mit 99 Falstaff-Punkten ausgezeichnet.

Reisetbauers Williams Birne wurde mit 99 Falstaff-Punkten ausgezeichnet.

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BESTE SPEZIALITÄTEN: SAMMERHOF

Feine Brände liegen auf dem Sammerhof quasi in der Familie, die ihre Bekanntheit, die weit über ihre Heimat bei Gmunden hinausreicht, schon seit Jahrzehnten pflegt und ausbaut. Inzwischen ist die Enkelgeneration von Franz Miglbauer, der die Leidenschaft fürs Brennen sein Leben lang ausübte, am Werk und beweist das zweite Mal in Folge ein Händchen für Spezialbrände. Besonders gelungen ist die Vogelbeere, die in ungewöhnlicher Weise in Maulbeerbaumfässern gelagert wurde und der Jury die Traumnote von 99 Punkten wert war. Die schwierige Traubenkirsche hat es auf 96 Punkte gebracht, und auch die Zitrussorten sind erneut gut gelungen.


SIEGER SORTIMENT: DAMBACHLER

Auf Wolke sieben: Florian Prückl landetein sieben Kategorien Traumbewertungen.
Auf Wolke sieben: Florian Prückl landetein sieben Kategorien Traumbewertungen.

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Die Vielseitigkeit von Florian Prückl beeindruckt allein bei Erkundung seines Portfolios: Neben klassischen Fruchtbränden gehören Gemüsebrände wie die Bio-Karotte (Sortensieger mit 92 Punkten) zum guten Ton, Whisky und Gin runden das Sortiment gekonnt ab. Dieses Jahr konnte der junge Oberösterreicher, der bei den Brennerlegenden Kurt Lagler und Valentin Latschen gelernt hat, dadurch überzeugen, dass sämtliche der eingereichten Produkte über 92 Punkte erhielten und er in gleich sieben Kategorien mit Traumnoten bis zu 98 Punkten (Muskateller Trester fassgelagert) den Sortensieg für sich verbuchen konnte. Chapeau!

Dambachler, Edelbrände, Brennblase

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LEBENSWERK: ELMAR BRUNN

Elmar Brunn

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Elmar Brunn gelingt es nun seit vielen Jahren, die Natur seiner Vorarlberger Heimat in Flaschen abzufüllen. Auch wenn er sich selbst als Spätberufener bezeichnet, sind seine Produkte durch
bemerkenswerte Konstanz gekennzeichnet, die von großer Leidenschaft für die Essenzen von Früchten, Wurzeln und Ähnlichem zeugen. Nach eigenem Dafürhalten wird es langsam Zeit, das Zepter an die nächste Generation weiterzugeben. Zu hoffen bleibt, dass er der Brennerszene zumindest in beratender Funktion noch lange erhalten bleibt und seine Inspiration in den Produkten, die seinen Namen tragen, weiterhin spürbar ist. Denn wie die Selbstdefinition schon anklingen lässt, ist die Brennerei Elmar Brunn einfach klein, fein und unverwechselbar!

ERSCHIENEN IN

Falstaff Nr. 05/2018
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