Roland Trettl und das ­»Ikarus« im Salzburger Hangar-7 erhielten 99 Punkte
Roland Trettl und das ­»Ikarus« im Salzburger Hangar-7 erhielten 99 Punkte

Der Falstaff Restaurantguide 2013 ist erschienen – die Beteiligung war enorm: 210.000 Votings wurden ausgewertet. Hier sind die Resultate in den einzelnen Kategorien, die wichtigsten Aufsteiger und Newcomer des Jahres sowie der »Gastronom des Jahres« und der Preisträger in der ­Kategorie »Lebenswerk«.

Hier bewerten die Gäste
Keine Profi-Tester, sondern ­Gäste, die sagen, was sie von den Köchen und Lokalen ­halten: Seit neun Jahren werden in Österreich Res­taurants nach diesem Prinzip getestet. Und noch nie waren es so viele. Mehr als 1500 Betriebe wurden von rund 17.000 ­Testern unter die Lupe genommen.

Platzhalter an der Spitze
Auf dem Siegerpodest landeten für den Guide 2013 wieder jene vier Spitzenrestaurants, die auch schon im Vorjahr als Sieger hervorgegangen sind: das »Steirereck« und das »Silvio Nickol« in Wien, das »Ikarus« im Hangar-7 in Salzburg und das »Landhaus Bacher« in Mautern in Niederösterreich. Gleichgeblieben ist auch die Reihung knapp dahinter: Das »Johanna Maier & Söhne« und das »Obauer« in Salzburg landeten zusammen mit der »Paznauner Stube« in Tirol ­auf Platz zwei. An der Spitze hat sich damit nichts geändert, die genannten Top-Restaurants weisen eine bemerkenswerte Kontinuität auf.
Deutliche Veränderungen gab es erst auf den Rängen dahinter. So rutschte etwa Heinz Hanner aus Mayerling auf den achten Platz der Top Ten. Im Vorjahr schaffte er es noch auf Rang sechs.

Heinz Reitbauer und das »Steirereck« zählen mit 99 Punkten zu den Siegern / Foto: Erich Reismann
Heinz Reitbauer und das »Steirereck« zählen mit 99 Punkten zu den Siegern / Foto: Erich Reismann


Heinz Reitbauer und das »Steirereck« zählen mit 99 Punkten zu den Siegern

Steigerungen und Aufsteiger
Dafür gelang dem »See Restaurant Saag« in Kärnten ein ­beachtlicher Aufstieg: Hubert Wallner am Herd hat sich derart gesteigert, dass er diesmal den siebten Platz in der ­Gesamtwertung ­erreichte (im Vorjahr rangierte das Haus noch vergleichsweise weit abgeschlagen). Ähnlich beeindruckend ist die Entwicklung des »Triad« in Niederösterreich. Seit Jahren konnte dieses Bilderbuchgasthaus in der Buckligen Welt eine Aufwertung nach der ­anderen verzeichnen. Nun schaffte es ­Küchenchef Uwe Machreich mit seiner stimmigen Küche erstmals unter die besten zehn in Österreich und landete auf Platz sieben, knapp hinter dem vergleichsweise weit populäreren »Tauben­kobel« der Familie Eselböck im ­Burgenland.

Silvio Nickol zählt zu den besten Köchen Österreichs / Foto: Erich Reismann
Silvio Nickol zählt zu den besten Köchen Österreichs / Foto: Erich Reismann


Silvio Nickol zählt zu den besten Köchen Österreichs

Abseits der Top Ten ist es jedoch noch eini­gen anderen Häusern gelungen, mit
einer fulminanten Steigerung zu überraschen. Wie etwa im Fall des jungen Ex-»Ikarus«-­Souschefs Andreas Senn, der in der »Heimatliebe« im A-Rosa in Kitzbühel die Tester derart überzeugte, dass er dem Haus eine starke Aufwertung um acht Punkte ­einbrachte – von 85 auf 93 Gesamtpunkte, ein traumhafter Erfolg. In Wien schaffte eine Aufwertung in dieser Dimension auch die »Albertina Passage«. ­Die müde Vorjahrswertung von nur 77 Gesamtpunkten wurde auf 85 Punkte ­gesteigert, das Küchenkonzept von Alt­meister Reinhard Gerer scheint nun doch zu greifen.

Und wieder ein Sieg: Thomas Dorfer und Lisl Wagner-Bacher / Foto: Erich Reismann
Und wieder ein Sieg: Thomas Dorfer und Lisl Wagner-Bacher / Foto: Erich Reismann


Und wieder ein Sieg: Thomas Dorfer und Lisl Wagner-Bacher

Comeback, Neueinsteiger und Kategorie-Sieger
Ein tolles Comeback feiert auch die »Sa­ziani Stub’n« in Straden in der Steiermark. Nach ­einer Phase, in der das einst so hochgejubelte Feinschmeckerrestaurant eher in die Bedeutungslosigkeit abrutschte, steht nun mit dem ­herausragenden und noch blutjungen Harald Irka eines der vielversprechendsten Talente des Landes in der Küche. Und in der Kategorie »Neueinsteiger« erreichte »Der Bär« auf Anhieb 90 Punkte.

Das »Toro Toro« in Hallein im Salzburger Land / Foto: Blow Up / Friese
Das »Toro Toro« in Hallein im Salzburger Land / Foto: Blow Up / Friese


Das »Toro Toro« in Hallein im Salzburger Land

In der Kategorie »Ethno/International« ­gewann einmal mehr das großartige »Toro Toro« in Hallein – damit ist das Haus nach wie vor das beste spanische Lokal Öster­reichs. Die Kategorie »Modern/Kreativ« wird ­diesmal vom bereits erwähnten »See Restaurant Saag« angeführt, während im Bereich ­»Klassisch/Traditionell« das »Triad« die ­Liste der Besten anführt.

Die Bundeslandsieger, die Top-Platzierten in den Kategorien sowie die besten Aufsteiger und Neueinsteiger finden Sie auch in der BILDERSTRECKE!


Weitere Auszeichnungen:

Gastronom des Jahres: Andreas Döllerer

Ehrung Lebenswerk: Ewald Plachutta


»Falstaff Sommelier des ­Jahres 2013«: Hermann ­Lankmaier vom ­Hotel Burg in Oberlech 



Text von Herbert Hacker
Aus Falstaff Nr. 02/13

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