Grand-Prix-Sieger 2010
Grand-Prix-Sieger 2010 © Petr Blaha

In Niederösterreich fühlt sich die Sorte Grüner Veltliner ganz besonders wohl, und wie jedes Jahr hat es sich die Fals­taff-Redaktion zur Aufgabe gemacht, die besten Vertreter mit unve­rfälschtem Sortentypus zu finden. Die strenge Jury hat nach vielen Stunden der Blindverkostung drei würdige Gewinner ermittelt.

Grand-Prix-Sieger ist Karl Holzapfel
Der Grand-Prix-Sieg geht diesmal in die Wachau, der Sieger heißt Karl Holzapfel und kommt aus Joching. Der Gutshof mit dem Res­taurant Prandtauerhof ist für Liebhaber feiner ländlicher Küche ebenso eine Pflichtadresse wie für Freunde des Hochprozentigen, denn Karl Holzapfel gehört zur bekannten Brennergruppe Quinta Essentia. Als Winzer verfügt er über 14 Hektar in Wachauer Toplagen, neben der Ach­leiten auch Kollmitz, Weitenberg sowie Klaus. ­Angestrebt wird die Vinifizierung von klaren, fruchtig-feinen, charaktervollen und lebendigen Weinen für den täglichen Genuss sowie von trockenen, kompakten und cremigen Smaragd­weinen, die all die Mineralik aufweisen, die für die Region so typisch ist. Mit dem exemplari­schen Federspiel 2009 aus der Achleiten ist dies zur vollsten Zufriedenheit der Jury gelungen.

Zweiter Gewinner ist Josef Dockner

Auf Rang zwei platzierte sich Josef Dockner aus Höbenbach im Kremstal. Der Betrieb gehört seit Jahren zu den Qualitätsdynamos auf der rechten Donauseite und verfügt mit fast 50 Hektar Eigenweingärten über beträchtliche Flächen. Das Gespann Vater Sepp und Junior Josef Dockner versteht es aufs Beste, die positiven Eigen­schaf­ten ihrer Heimatregion optimal auf die Flasche zu bringen – so auch mit dem Grünen Veltliner Kremstal DAC Frauengrund, der sich feinwürzig und klar sortentypisch zeigt.

Dritter Sieger ist Ludwig Neumayer
Den dritten Rang belegt Ludwig Neumayer aus Inzersdorf ob der Traisen. Es ist schon fast Tradition bei diesem Bewerb, dass sich ein Winzer aus dem kleinen, aber feinen Veltliner-Gebiet Traisental blicken lässt. Neumayer, der Leitbetrieb in der Region schlechthin, liefert seine eleganten Weine bis zu Alain Ducasse in Paris und ist auch in der Heimat höchst erfolgreich. Sein Grüner Veltliner Engelreich war mit einem sehr feinen, frisch strukturierten Stil erfolgreich.

Schwieriger Jahrgang 2009
Es war generell kein einfaches Jahr für die niederösterreichischen Winzer, speziell im Weinviertel brachte kaltes und feuchtes Wetter während der Rebblüte eine geringe Befruchtung mit sich, ein Phänomen, das zu weniger Ertrag führt.
In anderen Veltliner-Hochburgen wie dem Krems­tal, Traisental, Kamptal und der Wachau sorgten starke Regenfälle Mitte September für Sorgenfalten, man musste rigoros selektionieren und bei der Veltliner-Ernte die nötige Geduld aufbringen. Vielerorts wurde die Sorte Riesling im Jahrgang 2009 schon vor den Veltlinern gelesen, was sehr selten vorkommt. Die teilweise spätere Lese führte dann zu einer höheren Zuckerkonzentration, was sich entweder durch eine größere Alkoholausbeute oder durch Restzucker in den Weinen ausdrückt.

»Falstaff Grüner Veltliner Grand Prix 2010«
Für den »Falstaff Grüner Veltliner Grand Prix 2010« war dies keine ganz optimale Ausgangsposition, da wir uns für diesen Bewerb auf Weine mit einem maximalen Alkoholwert von 13 Volumenprozent und einem Restzucker von bis zu vier Gramm festgelegt haben. Dies entspricht erfahrungsgemäß den Rahmenwerten eines klassischen Veltliners und gibt auch deutlich leichteren Weinen die Chance auf ein gutes ­Abschneiden bei der Blindverkostung. In den noch jungen DAC-Gebieten Niederösterreichs ist dem Grünen Veltliner die tragende Rolle zugedacht worden, die jeweiligen Verordnun­gen regeln die Werte für einen klassischen DAC-Wein ähnlich, zumal nun in allen betroffenen Weinbaugebieten auch die DAC Reserve für kräftigere Weine eingeführt wurde.Der typi­sche Veltliner darf klarerweise eben nicht ­alkohollastig sein, keinen Holz- und auch ­keinen Botrytiston aufweisen. Die Alkohol­angabe ist mit 12 Vol.-% oder 12,5 Vol.-% ganz klar geregelt.

Für den Falstaff Grand Prix haben wir uns exakt an die amtlichen Prüfzeugnisse ­ge­halten. Wir können so garantieren, dass es sich im Finale der 100 besten Kandidaten ausschließlich um extratrockene Grüne Veltliner mit bis zu 13,0 Vol.-% Alkohol handelt.

>> Die besten Weine mit Verkostungsnotizen und Bewertungen


von Peter Moser

Den vollständigen Artikel finden Sie in Falstaff 05/2010

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